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Klein Ilseder „Motorrad-Pastor“ sucht Nachfolger

Reinhard Arnold engagiert sich fürs Seelenheil von Bikern Klein Ilseder „Motorrad-Pastor“ sucht Nachfolger

Seinen Talar tauscht Pastor Reinhard Arnold aus Klein Ilsede am liebsten gegen Lederkluft: Seit 30 Jahren organisiert der Motorrad-Seelsorger der Landeskirche ehrenamtlich eine der größten Gedenkfahrten für Unfallopfer bundesweit. Nun sucht er einen Nachfolger.

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Pastor Reinhard Arnold hat vor mehr als 30 Jahren zunächst die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Motorradfahrer gegründet und später die Gedenkfahrten initiiert. Er betätigt sich ehrenamtlich als Motorradfahrer-Seelsorger, nun sucht er einen Nachfolger.

Quelle: epd

Klein Ilsede. Bevor er den Motorrad-Helm aufsetzt, klappt der evangelische Pastor Reinhard Arnold seinen Gehstock einfach in zwei Teile zusammen. „Sonst passt er nicht in das Gepäckfach“, sagt der 62-Jährige.

Als er den Knopf für den Anlasser drückt, ertönt vor der Kirche ein lautes Brummen. Es ist eine seiner letzten Probefahrten vor der diesjährigen Gedenkfahrt für Unfallopfer, die der Motorradfahrer-Seelsorger seit 30 Jahren organisiert. In diesem Jahr findet sie am 29. April statt.

Vor mehr als 30 Jahren rief Arnold zunächst die sogenannte Arbeitsgemeinschaft Christlicher Motorradfahrer (acm) im Braunschweiger Land ins Leben. Anlass war der Tod eines Bikers im Nordharz und das Bedürfnis befreundeter Fahrer, um ihn zu trauern, erinnert sich der Theologe. Die Angehörigen hätten einer gemeinsamen Trauerfeier nicht zugestimmt, weil sie dem Motorradfahren indirekt mit die Schuld am Tod gaben.

Aus der Arbeitsgemeinschaft entstand 1987 die erste Gedenkfahrt zunächst nach Wolfenbüttel. Mittlerweile betreut der Seelsorger ehrenamtlich Familien von Unfallopfern in der zweiten und dritten Generation. Bewegend sei vor etwa sechs Jahren die Geschichte eines jungen Fahrers im Harz gewesen, der genau zu der Zeit der Gedenkfahrt tödlich verunglückte. „Sein Vater rief mich am nächsten Tag an, als sie ihn fanden.“

Arnold fährt aufgrund einer Erkrankung seit ein paar Jahren auf einem Trike, einem dreirädrigen Motorrad, mit. Der Pastor ist seit seiner Jugend leidenschaftlicher Motorradfahrer. Etwa eine halbe Million Kilometer hat er unfallfrei zurückgelegt. In 18 europäischen Ländern war er. Auch am Nordkap. Davon zeugen, neben vielen christlichen Symbolen, viele aufgenähte Flaggen auf seiner Jeans-Weste, die unter Bikern „Kutte“ genannt wird.

Neben der Knopfleiste angebrachte Jahresplaketten zeigen seine regelmäßige Teilnahme bei den Gedenkfahrten. Nur einmal war er gesundheitsbedingt nicht dabei. Wie lange er noch mitfahren kann, sei ungewiss, sagt Arnold, während er nach seiner Proberunde rund um die Kirche wieder mühsam von der Maschine steigt. „Ich bin froh, solange es noch geht.“

Ein Nachfolger für das Ehrenamt in der Biker-Szene werde jetzt aber dringend gesucht. Die Motorrad-Seelsorge sei Beziehungsarbeit, betont Arnold. „Das kann man nicht einfach aufgeben und dann wieder neu aufbauen“, ist er überzeugt.

dpa/wos

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