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Karl Apel schreibt seit 60 Jahren Song-Texte

Ilsede Karl Apel schreibt seit 60 Jahren Song-Texte

Ilsede. Ohne Zettel und Stift geht Karl Apel nicht aus dem Haus, denn womöglich fällt ihm unterwegs ein lyrischer Liedtext ein, der sich aufzuschreiben lohnen könnte. Das mit dem Texten von Liedern sei dem knapp 80-Jährigen „so zugeflogen“, als er um die 20 Jahre alt war. Seitdem kann er nicht mehr davon lassen.

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Ein spontaner Tanz in der Küche: Ein Foxtrott mit Ehefrau Heidelore.

Quelle: uj

Damals sei er in 1000 Metern Tiefe jüngster Schieß-Hauer (Sprengmeister) im Bültener Gerhard-Schacht gewesen, erzählt er, während er in einem der vielen Aktenordner voller Zettel unterschiedlicher Größe kramt.

Vom Lieben, Träumen, Küssen und Glücklichsein reimt der Herzensbrecher, mal schnell mit Bleistift auf einem Karton-Rest notiert oder auch fein säuberlich verfasst.

Veröffentlicht habe er die Texte nicht, allein das Aufschreiben und Selbstsingen habe ihm Spaß gemacht. Aber nicht nur das Zwischenmenschliche („… nimm ein Kondom, das schützt dich schon…“) war dem Manne wichtig. Der Katalysator im Kfz-Abgassystem inspirierte ihn vor 30 Jahren zu einem Umweltschutz-Text, den er auf Anraten seiner Ehefrau „endlich zu einem richtigen Lied“ macht.

Kurz entschlossen besuchte Apel ein Tonstudio in Osterode und sang dem Tonmeister sein „So lange wir Wolken sehen“ vor. „Der fand das gut“, und so entstand endlich Apels erste und einzige Platte. Weil ein Profi-Sänger zu teuer gewesen wäre, half Malermeister und Freizeitsänger Karl-Heinz Steinmetz - stimmlich durchaus passabel - aus.

3000 Vinyl-Exemplare wurden gepresst, für deren Vertrieb Apel selber sorgte. „Die Feuerwehr hat für mich verkauft und die VW-Kollegen“, erzählt er und wie er in Groß Lafferde damals von Haus zu Haus ging, sein Lied auf dem Kassettenrecorder vorstellte und seine Single-Platte erfolgreich verkaufte. Inzwischen sind nur noch geringe Restbestände verfügbar.

Bis vor sechs Jahren fuchste den Texter allerdings, nicht selber ein Instrument zu beherrschen. Schließlich kaufte sich der damals 74-Jährige ein Keyboard und nimmt seitdem Unterricht. „Von der Pike auf“ lernt er den Umgang mit schwarzen und weißen Tasten. Und so greift er sogleich lustvoll zu und singt, was er jüngst in einer Fahrradpause notierte. „Wenn alles fertig ist, staune ich mich über mich selber“, sagt er lachend.

Er bedauert, nicht früher mit dem Musizieren begonnen zu haben. Allerdings sitzt der Mann nicht ausschließlich komponierend an der Klaviatur. Er füttert auch gerne singend seine Forellenzucht im Garten oder summt seinen letzten Hit vor sich hin, wenn er Obstwein keltert.

Und wenn er im Musik-Hobbyraum seine neueste Produktion eingespielt hat, präsentiert er sie sofort seiner Ehefrau Heidelore und bittet sie in der Küche zum Tanz und „die Sonne lacht dazu, so wie du“, denn „jeder Mensch hat eine Sehnsucht“, nämlich: „Kannst du mir sagen, wo die Liebe wohnt?“

uj

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