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Josse Clark widmet sich den Baumwissenschaften

Groß Ilsede Josse Clark widmet sich den Baumwissenschaften

Groß Ilsede. Für ein ungewöhnliches Berufsfeld entschied sich Josse Clark aus Groß Ilsede: Er studiert Arboristik - so lautet der Fachbegriff für Baumwissenschaften. „Ein Beruf mit Zukunft, denn „Bäume gehörten schon immer zum Menschen“, erklärt er.

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Josse Clark aus Groß Ilsede: Für die Seilklettertechnik sind Erfahrung und Konzentration lebenswichtig.

Am liebsten arbeite er ohne Zuschauer, sagt Josse Clark. Dabei erinnert die spektakulärste Seite seiner Profession durchaus an ein akrobatisches Spektakel zwischen Himmel und Erde, wenn er einen Baum nicht einfach fällt, sondern Stück für Stück „abbaut“ und ihn mit Steigeisen und an Seilen gesichert erklimmt.

Der heute 28-jährige Clark entdeckte seine Zuneigung für die Natur im Allgemeinen und Bäume im Speziellen schon auf Kindesbeinen, denn „wir sind eine sehr naturverbundene Familie“. Bereits mit 15 wusste er nach einem Schulpraktikum in einem Schwicheldter Garten- und Landschaftsbaubetrieb, dass sein künftiges Arbeitsgebiet in der Natur liegen muss. Bei der Stadt Hannover wurde er entsprechend ausgebildet und lernte speziell bei der „Baumkolonne“, die sich um die Pflege des öffentlichen Bewuchses kümmert, dass hohe Fachkenntnis erforderlich sei, „um beim Beschneiden aus Bäumen keine Kleiderhaken zu machen“.

Clark holte sein Abitur nach und machte anschließend eine Reise nach Kanada. Nördlich von Toronto traf er zufällig auf deutsche Einwanderer, die sich auf einem Grundstück, das ihn an das „Ilseder Holz“ erinnerte, ein Cottage bauen wollten. Hier fällte er unermüdlich Bäume. „Allerdings auf herkömmliche Art, denn die spezielle Seilklettertechnik habe ich erst später gelernt“, so Clark.

Inzwischen hat er sowohl Studium als auch Freizeit der Arboristik, also den Baumwissenschaften, gewidmet. Allerdings sei die menschliche Naturverbundenheit stark zurückgegangen, wie Clark findet. Es komme immer wieder vor, dass gedankenlos falsche Bäume an falschen Stellen gepflanzt würden, die später durch menschliche Unüberlegtheit zu einer Gefahr durch Größe oder Krankheiten würden. „Ganz wichtig: Nadelgehölze gehören in den Wald und nicht in den Garten“, betont der Ilseder.

So sieht Clark steigenden Beratungs- und Planungsbedarf sowohl im privaten als auch öffentlichen Bereich unter Berücksichtigung von Dürreperioden durch Klimawandel, Gefahr durch Streusalz und Schädlinge.

Apropos Schädlinge: Besonders auffällig sei derzeit das Kastaniensterben durch ein aggressives Bakterium. Clark rät, in Garten oder Hausnähe gepflanzte Bäume nicht sich selbst zu überlassen, sondern regelmäßig pflegen und auf Schädlingsbefall kontrollieren zu lassen.

Und wenn er als Baumliebhaber doch zum Fällen engagiert werde? „Dann ist höchste Konzentration und besonderer Respekt vor dem Baum Pflicht“, erklärt er und ist sich bewusst, „dass ich die Seilkletterei im gesetzten Alter aufgeben werde.“ Aber bis es so weit sei, arbeite er nach wie vor am liebsten ohne Zuschauer.

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