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Indischer Pastor: "Weihnachten hat mein Leben geformt"

Ilsede Indischer Pastor: "Weihnachten hat mein Leben geformt"

Ilsede. Wer an Indien denkt, denkt an exotische Tiere und Pflanzen, heißes Wetter und scharfes Essen. Er denkt eher nicht an Weihnachten. Und doch spielt das indische Weihnachtsfest bei dem aus Südindien stammenden Pastor Georg Velooparampil, der im Südkreis als Pastor unterwegs ist, eine große Rolle.

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Denkt zur Weihnachtszeit an seine Heimat Indien: Der Ilseder Pastor Georg Velooparampil.

Quelle: im

Das Schöne an Weihnachten ist ja, dass man sich so lange darauf freuen kann. Und wer inzwischen längst erwachsen ist oder sich so fühlt, beschwört die oft nebulösen Erinnerungen und Erwartungen von früher, die mit diesem wohl emotionalsten aller Feste des Jahres verbunden sind.

Der aus dem indischen Bundesstaat Kerala stammende Ilseder Pastor erlebt inzwischen sein drittes Weihnachtsfest im Peiner Land. Ungewohnt sei es für ihn noch immer, sagt er. „In meiner südindischen Heimat ist es im Advent wunderbar grün, die Sonne scheint bei etwa 25 Grad“. Die Traditionen des Advents indessen würden trotz des Sommerwetters natürlich auch dort gepflegt - wenn auch die hiesige winterliche Gemütlichkeit mit ihren Düften nach Gewürzen und großmütterlicher Back- und Kochkunst unbekannt sei. Apropos Düfte: In Pastor Georgs Heimat gilt der Advent - wie vor vielen Jahren auch noch hierzulande - als 24-tägige Fastenzeit. „Wir verzehren in dieser Zeit weder Fleisch noch Fisch“, erzählt der katholische Geistliche, der vor 22 Jahren nach dem Theologie- und Philosophiestudium in Indien zum Priester geweiht wurde.

Er erinnere sich noch sehr lebhaft an die Zeit als Kind und Jugendlicher, als er sich mit seinen Freunden an jedem Adventsmorgen auf den Weg zur drei Kilometer entfernten Kirche machte, um die 7-Uhr-Messe zu feiern und danach zum Unterricht zu gehen. „Das machen so gut wie alle Kinder bei uns auch heute noch so“, weiß er und dass sie für dieses Glaubenszeugnis nach der Mitternachtsmette am 24. Dezember dafür von der Gemeinde eine kleine Anerkennung erhielten.

24 Prozent der Bevölkerung in Kerala sei christlich, die meisten davon katholisch. Der Gottesdienstbesuch sei für 90 Prozent der Katholiken ebenso obligatorisch, wie die Mitarbeit in der Gemeinde.

Christliche Häuser erkenne man in der Weihnachtszeit an den Weihnachtskrippen, die dort jeweils von den jüngsten Kindern der Familien aufgestellt würden, sagt der Pastor und erzählt von früher. Beispielsweise, wie er mit seinen Freunden als „Weihnachtssinger“ vom 22. Dezember bis zum heiligen Abend mit dem Christkind die Familien besuchte. „Ich gehörte in der 10. Klasse zu den ‚Carol-Singers’: Vorne zwei Engel, dann Josef, Maria mit dem Christkind, der Pfarrer und die Sänger.“ Er sei „damals“ immer ein Engel gewesen, sagt er, schmunzelt und fügt hinzu, dass er die Bilder als Weihnachtssinger immer noch vor Augen habe, wenn er heute als Priester Familien besuche.

Während der Christmette zur Mitternacht trage der Priester das Christkind nach der Verkündigung des Evangeliums vor die Kirche, wo ein großes Freudenfeuer vorbereitet worden sei. Daran entzünden die Gottesdienstbesucher ihre Kerzen und ziehen dann als Prozession in die Kirche zurück. Nach dem Gottesdienst bleibe man beisammen bei Kaffee und Kuchen. Später folge daheim die große Weihnachtsmahlzeit, deren Einladung auch die hinduistischen Nachbarn stets mit großer Freude folgten. Und Geschenke? „In Maßen“ sagt er und lacht und wird nachdenklich: „Diese Weihnachtserfahrungen begleiten mich durch mein Leben“, sagt der Pastor und kleidet dies in sein persönliches Weihnachtsbild: „So wie die Strömung des Flusses einen Stein rund schleift, hat Weihnachten mein Leben geformt.“

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