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Ilseder Kulturverein: Heimspiel mit Utopie

Lesung in Ilsede Ilseder Kulturverein: Heimspiel mit Utopie

„Sie haben die Besucher tatsächlich in ihr Allerheiligstes geführt, in den ‚Hain‘, einen wunderschönen, feierlichen Raum in der ersten Etage der Lessing-Loge“, resümiert der begeisterte Manfred Unruh den Besuch des Ilseder Kulturvereins in der Peiner Hindenburgstraße. Dort las der Vereinsvorsitzende Unruh nach einer Führung durch das Haus politische Bücher vor.

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Manfred Unruh in der Lessing Loge.

Quelle: Christian Bierwagen

Ilsede-Groß Ilsede. Mehr als 40 interessierte Gäste waren gekommen und bewunderten das ehrwürdige Gebäude mit den symbolträchtigen Glasfenstern. Und die neugierigen Besucher wurden nicht enttäuscht, denn sie erfuhren viel über die Geschichte des Hauses, über die Tradition des Druiden-Ordens, über die hehren Grundsätze und Ziele des geheimnisumwitterten Männerbundes, über gesellschaftliche Aktivitäten und das soziale Engagement.

Neunzehn Mitglieder hat der Orden zur Zeit, freut sich auf zwei bis drei neue Ordensbrüder und wirbt in Wort und Bild um Männer, die sich dem Gedankengut des Bundes anschließen könnten.

„ Die Lessing-Loge ist zweifellos ein Stück Peiner Kultur und passt darum durchaus in das kulturelle Programm des Kulturvereins“, sagte Unruh und bedankte sich für die Offenheit der Präsentation. Denn der Vorsitzende der Lessing-Loge, Dirk Reppert, und der Vorsitzende des Hausvereins, Erhard Wittkop, beantworteten bereitwillig die vielen Fragen der Besucher.

Viel Zeit blieb dann nicht mehr für den zweiten Teil der gemeinsamen Veranstaltung, der Vorstellung politischer Bücher. Manfred Unruh konnte aber mit der Lesung aus dem Buch „Angriff auf die Freiheit“ von Ilija Trojanow und Juli Zeh aufzeigen, in welch erschreckender Weise immer mehr persönliche Freiheitsrechte beschnitten werden.

Und das Schreckensszenario eines absoluten Gesundheitsstaates, ein utopischer Roman ebenfalls von Juli Zeh, „Corpus Delicti“, beeindruckte die Zuhörer sichtlich (siehe hierzu auch das Stichwort).

„Ein gelungener und höchst interessanter Abend,“ freute sich Unruh und fügte hinzu: „Für uns war es fast ein Heimspiel, denn die Hälfte unserer Mitglieder kommt gar nicht aus Ilsede, sondern eben aus Peine.“

Simon Polreich

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