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Ilseder Arzt als Geburtshelfer in Afrika

Ilsede Ilseder Arzt als Geburtshelfer in Afrika

Groß Ilsede. Seit 2007 hilft der Groß Ilseder Frauenarzt Dirk-Toralf Baerens immer mal wieder im Mary Theresa Hospital in Dodi Papase im Südosten Ghanas den dortigen Ärzten - gerade ist er von einer weiteren Reise nach Afrika zurückgekehrt. Die Besonderheit dieses Mal: Nicht nur sein Vater, der Anästhesist Klaus-Detlef Baerens (77), hatte ihn begleitet, sondern auch sein Sohn Johannes, der nach seinem Schulabschluss Medizin studieren möchte. Und der 17-Jährige war so tief beeindruckt von den Umständen in Afrika, dass er am Abreisetag einer Krankenschwester vor Ort versprach: „Ich komme wieder.“

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Der Ilseder Arzt Dirk-Toralf Baerens (links) bei einer Operation im Mary Theresa Hospital.

Auch Vater Dirk-Toralf Baerens kommt immer wieder zurück nach Dodi Papase im Südosten Ghanas. „Es erfüllt einen mit großer Freude und Dankbarkeit, dass man eine nachhaltige Entwicklung vor Ort beobachten kann“, sagt der Groß Ilseder Frauenarzt, der die Arbeitsreisen in Zusammenarbeit mit dem Verein German Rotary Volunteer Doctors (GRVD) unternimmt. Vor Jahren sei das Mary Theresa Hospital noch ein einfaches „Buschkrankenhaus“ gewesen, heute gibt es gut ausgebildetes Personal, Operationssäle und sogar ein Ultraschallgerät.

Dieses hatte Baerens bei seinem vergangenen Besuch vor drei Jahren mitgebracht - und es leistet seither gute Dienste. „Auch dieses Mal sind wir natürlich nicht mit leeren Händen hergekommen“, sagt der Groß Ilseder. Im Gepäck hatten sie CTG-Geräte, mit denen die Herzschlagfrequenz des ungeborenen Kindes und die Wehentätigkeiten der werdenden Mutter aufgezeichnet werden können. Und genau wie vor drei Jahren, wurden die Geräte gleich in Betrieb genommen. Und wie damals zeigte sich, wie wichtig die Apparatur sein kann. „Bei einer Untersuchung war das CTG plötzlich sehr sehr schlecht. Wir entschieden uns, sofort die Geburt einzuleiten“, erzählt Baerens. „Wenig später war das Kind dann gesund auf der Welt.“

Doch trotz der verbesserten Technik, nicht immer gehen solche Situationen im Entwicklungsland Ghana so glimpflich aus. So auch bei einem Not-Kaiserschnitt unter der Leitung des Groß Ilseder Frauenarztes im Mary Theresa Hospital. „Es waren Zwillinge, aber leider hat nur ein Kind überlebt“, sagt Baerens sichtlich bewegt. „Und dann hadert man mit den Bedingungen vor Ort. In Deutschland hätten sicherlich beide Kinder die Operation überlebt.“

Doch von solchen Rückschlägen lässt sich der Ilseder Arzt nicht unterkriegen. Dabei helfen ihm auch die Menschen vor Ort. „Man spürt eine enorme Dankbarkeit“, sagt Baerens, der auch die Geduld der Patienten bewundert. „Einmal in der Woche ist Ultraschall-Tag. Da sitzen dann etwa 50 Frauen in den Gängen des Krankenhauses, manche waren bis zu acht Kilometer zu Fuß unterwegs - aber es fällt kein böses Wort, alle warten geduldig, bis sie dran sind.“

Zwei Wochen lang hat der 48-Jährige gemeinsam mit seinem Vater und seinem Sohn in Dodi Papase gearbeitet, danach haben sie zusammen noch das Land erkundet. Und auch hier lagen Freud und Leid eng beieinander.

So hatten die Gäste aus Groß Ilsede nicht nur medizinische Apparate im Gepäck, auch Stifte und Schreibblöcke waren mit dabei, die sie einer Schule vor Ort spendeten. „Zum Dank haben uns die Kinder ein Lied gesungen und getanzt“, erzählt Baerens, für den auch ein anderes Erlebnis unvergessen bleibt: „Da Elefanten meine Lieblingstiere sind, war ich total fasziniert, als wir bei einer Tour Auge in Auge mit den Dickhäutern standen“, erzählt der Groß Ilseder Arzt. Doch auch die dunklen Seiten Ghanas lernten die Gäste aus Deutschland kennen. So besuchten sie die sogenannten Sklavenburgen, also historische Festungen, die vor allem für den Sklavenhandel genutzt wurden. „Es ist unfassbar direkt vor Ort zu sehen, wie Menschen mit Menschen umgegangen sind“, sagt Baerens, dem die tiefe Zuneigung zu Land und Leuten deutlich anzumerken ist. Und so muss er es gar nicht aussprechen, aber genau wie für seinen Sohn gilt sicherlich auch für den Ilseder Arzt das Versprechen: „Ich komme wieder.“

mu

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