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Ilsede: Seltene Haushalts-Harmonie, Sondierungs-Hoffnung und Kreis-Kritik

Ilsede Ilsede: Seltene Haushalts-Harmonie, Sondierungs-Hoffnung und Kreis-Kritik

Ilsede. „Ungewöhnlich harmonisch“ war am Dienstag die Ilseder Ratssitzung, das bemerkte nicht nur Sozialdemokrat Peter Sindt. Der wichtigste Punkt - die Verabschiedung des Haushaltes - ist traditionellerweise ein Garant für deftige Wortbeiträge.

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Das Geld spielt eine wichtige Rolle in Ilsede - vor allem, wenn es fehlt.

Stimmungsaufheller waren wohl die leicht verbesserte Finanzlage, die Sondierungsgespräche mit Lahstedt und die damit verbundene Aussicht auf den Zukunftsvertrag. Vielleicht aber auch die Ansage von Bürgermeister Wilfried Brandes, dies könnte seine letzte Haushaltssitzung sein: Im nächsten Jahr endet seine Amtszeit.

„Ich lege Ihnen den Haushalt mit gemischten Gefühlen vor“, leitete Brandes ein. Trotz guter konjunktureller Lage, politischem Sparwillen und einem Haushaltsergebnis, das um 120 000 Euro besser als prognostiziert ist, macht die Gemeinde in 2014 817 000 Euro Miese. Dicke finanzielle Brocken gebe es auf der Minus-Seite - darunter die Rekultivierung des Hüttengeländes mit 220 000 Euro und Kreditzinsen in gleicher Höhe. Andererseits: Zwar gebe es keine größeren Investitionen in 2014, aber auch wenig Not. „Einen Investitionsstau gibt es bei uns nicht“, so Brandes in Bezug auf Ilseder Schulen und das sanierte Kanalnetz. Wer mochte, konnte einen Seitenhieb auf offene Baustellen in Lahstedt heraushören.

Neben der Senkung der Abwassergebühr und dem Ausbau des Feuerwehrwesens seien weitere Eckpunkte des Haushaltes die dritte Krippenkraft, die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen, der Abbau von Krediten und die „Eigenentschuldung oder Fusion mit Lahstedt“, so der Bürgermeister. Nur damit könne der ausgeglichene Haushalt gelingen. „Ich hoffe, dass die Einsicht und Vernunft obsiegen werden.“

Kritik hatte Brandes dagegen für die Kreisumlage übrig - also das Geld, das Gemeinden an den Landkreis abgeben. Mit Blick auf den beim Kreis erwarteten Überschuss von 4,7 Millionen Euro, sagte er: „Der Kreis wird sehr gut von den Gemeinden bedient, die ihrerseits von dem Überschuss im Kreishaushalt nicht partizipieren.“

Deutlicher wurde Ratsfrau Ilse Schulz (FBI) die auch Kreistagsmitglied ist. Sie geißelte „mangelnde Disziplin“ dort: „Es werden gegen erkennbaren volkswirtschaftlichen Nutzen Projekte verabschiedet!“ Besonders der Kreishaus-Anbau sei, angesichts der zu erwartenden Aufgabenverlagerung auf die Gemeinden, fragwürdig.

Ebenso kritisierte Peter Sindt (SPD) die Kreisumlage, die mit 5,2 Millionen Euro 37 Prozent der Ilseder Gesamtaufwendungen ausmacht. Er nutzte auch die Gelegenheit, die Arbeit der Wito zu hinterfragen: „Ich vermisse hier Wirtschaftsförderung. Die Aktivitäten beschränken sich eher auf Event-Management.“ Von einer Fusion wollte Sindt noch nicht sprechen - auch wenn seine Ratsgruppe mit der Rücknahme der Zweckverbands-Kündigung die Weichen gestellt habe: „Bisher sondieren wir nur!“

Als „recht dramatisch“ bezeichnete Holger Flöge (FDP) den Ilseder Haushalt. Der Zukunftsvertrag gebe Hoffnung, verlange aber auch die „größtmögliche Bürgerbeteiligung“.

„Ein Sparhaushalt liegt nicht vor“, äußerte Markus Seelis (CDU) für die Rats-Opposition sanfte Kritik. Ausgaben für Bildung würde die CDU aber unterstützen. Seine Hoffnung gilt einer Fusion zur „starken Kraft im Süden“. Seelis: „Der Haushalt 2014 weist den Weg dorthin!“

Am Ende dieser Debatte kam es zu einer Ilseder Rarität: Der Haushalt wurde ohne Gegenstimme verabschiedet.

sip

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