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Henrik Seidel restauriert Gemälde aus Groß Ilsede

Bild hing vermutlich in der Kirche Henrik Seidel restauriert Gemälde aus Groß Ilsede

Ein altes Bild aus Groß Ilsede bekommt derzeit in Eltze sozusagen eine Kur: Das Gemälde „Auferstehung Christi“ schlummerte viele Jahre im Dornröschenschlaf. Nun wird es im Auftrag des Kunstreferats der Landeskirche von Henrik Seidel restauriert.

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Henrik Seidel restauriert in seinem Atelier das Gemälde „Auferstehung Christi“, das aus Groß Ilsede stammt. Foto: Schiller

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Groß Ilsede. „Ich gehe davon aus, dass das Gemälde früher in der Groß Ilseder Kirche hing, vermutlich über dem Altar. Irgendwann nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es wohl gegen das geschnitzte Holzkreuz ausgetauscht, das seither dort seinen Platz hat“, sagt Pastor Walter Faerber. Man habe gemeinsam mit dem Kunstreferat der Landeskirche beschlossen, das Werk restaurieren zu lassen. Von dieser Stelle werden auch die Kosten dafür übernommen. „Das Bild kommt dann aber zurück nach Groß Ilsede“, sagt Faerber.

Von Seidel wird das Bild und insbesondere der Rahmen als Teil eines Aufgabenkatalogs der Evangelischen Landeskirche für kleinere Wartungsarbeiten nun überarbeitet. In den nächsten Wochen wird er in diesem Zusammenhang im Evangelischen Kirchenkreis Peine weitere Aufträge übernehmen.

Der Restaurator hat sich den Traum erfüllt, Hobbys und Beruf miteinander zu verbinden. Seine Steckenpferde Malen und Schnitzen tragen zu seinem Broterwerb bei: Er ist selbstständiger Diplom-Restaurator für Gemälde, Skulpturen und Wandmalereien.

Als Kind und später als Jugendlicher hat Seidel gern Bilder gemalt und Schnitzarbeiten aus Holz angefertigt. „Ich war in einem Schnitzverein“, berichtet der 40-Jährige. Die Schnitzerei habe im Vogtland, wo er aufgewachsen ist, Tradition. „Als ich etwa 16 Jahre alt war, habe ich eine Fernsehsendung über den Beruf des Restaurators gesehen, und dann wollte ich es werden“, erzählt der heutige Eltzer. Er habe seine Hobbys mit dem Beruf verbinden wollen.

Seidels Spezialgebiet umfasst neben der Holzschnitzerei die Ergänzung und Rekonstruktion fehlender Skulpturenteile und Ornamentik. Allerdings werde nicht in jedem Fall eine Plastik wieder bis ins letzte Detail hergestellt, sagt Seidel. Wenn zum Beispiel an einer Figur ein Finger fehle und man nicht wisse, wie dieser einmal ausgesehen habe, dann bringe man ihn nicht wieder an. „Die Restaurierung endet da, wo die Hypothese beginnt. Restaurieren heißt nicht, etwas neu zu machen“, stellt der Diplom-Restaurator klar.

In den vergangenen Jahren hat er zum Beispiel das Altarbild in der St.-Urban-Kirche in Dedenhausen in seinen ursprünglichen Zustand versetzt und den Hochaltar der Stadtkirche in Celle gereinigt und konserviert.

Seine Hauptauftraggeber in Niedersachsen sind die evangelische Landeskirche, die Klosterkammer und das Bistum Hildesheim. Seidel, der auch Denkmalpfleger ist, erhält zudem Aufträge von Architekten und Privatleuten, wenn er zum Beispiel alte Häuser auf ihr ursprüngliches Aussehen untersuchen oder den Putz alter Gebäude mit Materialien wie Kalk und Lehm wiederherstellen soll.

Fingerspitzengefühl im wahrsten Sinne des Wortes und Geduld sind nach den Worten des Eltzers Eigenschaften, die ein Restaurator mitbringen muss. Fingerspitzengefühl sei notwendig, weil es bei seiner Arbeit auf Details ankomme. Geduld sei gefragt, weil die Arbeit zeitaufwendig sei.

Seidel arbeitet eng mit Architekten, der Denkmalpflege, Kunsthistorikern, Naturwissenschaftlern und auch anderen Restauratoren zusammen. Beispielsweise hat er mit Berufskollegen das Weißsilberzimmer des Grünen Gewölbes in Dresden restauriert.

fs/wos

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