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Hallen-Inferno: Augenzeuge erinnert sich

Groß Ilsede Hallen-Inferno: Augenzeuge erinnert sich

Nur eine halbe Stunde später und es wäre die schlimmste Brandkatastrophe geworden, die das Peiner Land seit langer Zeit erlebt hatte: Gestern, vor 20 Jahren, brannte die Groß Ilseder Stadionsporthalle bis auf die Grundmauern nieder – Minuten bevor sich 400 Zuschauer dort das Hallen-Fußballturnier  des BSC Bülten anschauen sollten.

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Erinnerte sich an den Brand vor 20 Jahren: Harry Hoppe vor der neuen Sporthalle Groß Ilsede.

Groß Ilsede. „Wir hatten großes Glück, dass alle unverletzt davonkamen“, erinnert sich der damalige Leiter der Fußball-Abteilung des BSC Bülten, Harry Hoppe. Jedes Jahr, wenn der BSC sein inzwischen 25-jähriges Hallenturnier ausrichtet, denke man an die Beinahe-Katastrophe von damals, sagt er. 

„1992 war unser Turnier das größte im Landkreis“, erinnert sich der 70-Jährige. Zahlreiche Mannschaften seien nach Groß Ilsede gekommen, um mitzuspielen. Das Turnier fand in der Stadionhalle statt, die sich auf dem Gelände der heutigen Astrid-Lindgren-Schule in Groß Ilsede befand. Auch am Brand-Abend, dem 3. Januar, waren Fußballmannschaften und mehrere Hundert Zuschauer nach Groß Ilsede unterwegs – so auch Hoppe: „Als ich gegen 18 Uhr ankam, war die Feuerwehr schon da und versuchte das Feuer zu löschen“, erzählt er. Den Rauch hatte er schon von weitem gesehen, doch erst vor Ort die Lage erkannt. „Ich war schwer geschockt, als ich das sah.“

Das Feuer war schneller als jede Hilfe: Innerhalb einer Stunde brannte die Halle unter den Augen der Feuerwehrleute komplett nieder. „Das Gebäude, in dem eigentlich hunderte Menschen Sport erleben sollten, war nur noch ein rauchender Haufen.“

Großes Glück für alle Beteiligten: Der Brand ereignete sich etwa eine halbe Stunde vor Einlass zu dem Spiel – die ankommenden Zuschauer sahen den Brand von außen geschockt mit an. Nur vier Sportler des BSC waren zuvor in der Halle mit Vorbereitungen beschäftigt, sie entdeckten das Feuer am Hallendach und alarmierten den Notruf – nur etwa drei Minuten später sei bereits das brennende Hallendach auf die Tribüne heruntergefallen. Starker Südwestwind hatte die Flammen dann im Nu in der ganzen Halle verteilt.

Hoppe sah ebenfalls mit an, wie die Halle ein Opfer der Flammen wurde, konnte weder nach Hause fahren, noch später in der Nacht einschlafen. „An Schlaf war nicht zu denken, man dachte ja immer: Was wäre, wenn der Brand etwas später ausgebrochen wäre!“

Der Totalschaden an der 1977 erbauten Halle betrug damals 7 Millionen Mark. Und es kam noch dicker: Die Peiner Kriminalpolizei ermittelte sogar wegen Brandstiftung und setzte eine Belohnung von 10 000 Mark für die Aufklärung des Falls aus. „Später stellte sich jedoch heraus, dass es sich um einen technischen Defekt gehandelt hat“, erzählt Hoppe. Der Fall sei jedoch nicht ohne Folgen geblieben: „Nach diesem Feuer wurden im ganzen Landreis die Brandschutzmaßnahmen für Sporthallen verschärft, Notausgänge verbessert und weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen.“

Trotz des schweren Schocks für den BSC entschloss sich der Verein, das angefangene Turnier anderorts fortzusetzen – die Endrunde des Fußball-Turniers 1992 fand in der Gunzelin-Halle statt. Der Grund dafür ist typisch sportlich, erklärt Hoppe mit einem Schmunzeln: „Das ist wie bei Rennfahrern: Die sollen nach einem Unfall auch gleich weitermachen, um den Schock zu überwinden.“

sip

▶ Nach dem Abriss der abgebrannten Halle wurde sie ein Jahr später – im Jahr 1993 – durch die heutige Stadionhalle auf der gegenüberliegenden Seite des Sportplatzes ersetzt. 

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