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Gut gebrüllt: Ilseder „Leselöwen“ überzeugten beim Vorlese-Wettbewerb

Ilsede Gut gebrüllt: Ilseder „Leselöwen“ überzeugten beim Vorlese-Wettbewerb

Ilsede. Es war eine schöne Zeit, die gute alte Zeit, als Großmutter noch Geschichten vorlesend im Schaukelstuhl wippte und zu ihren Füßen die Schar ihrer Enkel aufmerksam lauschte oder ihr über die Schulter schaute. Nun werden Kinder ja nicht als Leseratten geboren und manche empfinden schon den Blick auf die unendlich scheinenden Seiten voll geordneter Druckerschwärze von vornherein frustrierend. Zwölf Zöglinge der dritten und vierten Klassen der Groß Ilseder Grundschule haben sich dem kürzlich gestellt und traten in der örtlichen Kreisbücherei zum Leselöwen-Vorlesewettbewerb an.

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Die Leselöwen mit Jury (hinten von links) Dörthe Wiehe, Helgard Ahsendorf, Joel Kaptan, Stefanie Quindel, Ulrich Jaschek.

Quelle: oh

Sicher ist: Vorlesen ist niemals einfach „nur“ lesen. Die zehn Mädchen und zwei Jungen hatten vor ihren Auftritten mit Texten aus ihren Lieblingsbüchern einerseits und unbekannten Texten andererseits mindestens so angespannt gewirkt, wie die Operndiva vor der Premiere oder der Fußballstar am Elfmeterpunkt. Dafür sorgten nicht nur das Publikum aus Klassenkameraden, die Bücherei-Chefin Katharina Nickel ebenfalls eingeladen hatte, sondern auch die erwachsenen lesefreudigen Juroren.

Die Überraschung: Kinder, die erst vor zwei oder drei Jahren erste Bekanntschaft mit Buchstaben gemacht hatten, haben eine für ihr Alter erstaunliche verbale Leselust entwickelt.

Textverständnis, Lesetechnik und Textgestaltung hatte die Jury zu bewerten und kam aus dem Loben nicht heraus. Da traf bei den Drittklässlern „die kleine Hexe“ auf „Tom Sawyer“, um sich zur „Kaugummiverschwörung“ von „Karo Kalotte“ auf dem „Ponyhof Apfelblüte“ zu treffen: Da stimmten Betonung und wörtliche Rede und selbst die kurze Buchvorstellung zuvor in freier Rede. Was sich in nur einem weiteren Jahr an Lesekompetenz entwickeln kann, bewiesen die sechs Vorleserinnen der vierten Klassen.

Ob „Lola“ am „Tatort Paris“ das „Pony in Not“ rettet oder „Linus der Kellerdrache“ mit „Yoko“ zum „Abenteuer in der Südsee“ aufbrach: Die Mädchen kombinierten die Freude am Text mit sich ausprägendem Vortragswitz, hübsch, je nach Situation. Das Publikum aus Acht- bis Zehnjährigen verharrte gebannt. Wie sehr könnte ein um das Fach „Stimm- und Sprecherziehung“ erweiterter Lehrplan solche sprachlichen Talente fördern, anstatt sie nun autodidaktischer Zufälligkeit zu überlassen.

Die Spannung der jungen Vortragskünstler wandelte sich bei den Siegerehrungen in glückliches Lachen und in einem Fall sogar in hemmungslose Freudentränen.

Darren Niestadt und Levent Kaptan siegten bei den Drittklässlern, Mina Porosalla und Enna Laufer bei den Viertklässlern.

uj

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