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Groß-Übung: Auto von Lok gerammt

Ilsede Groß-Übung: Auto von Lok gerammt

Ilsede. Es hätte ein entspannter Sommermittag werden sollen für die Kameraden und Kameradinnen der Freiwilligen Feuerwehren Groß Ilsede und Ölsburg, waren sie doch schon am Abend zuvor an einer umfangreichen Brandbekämpfung in Bülten beteiligt (PAZ berichtete). Stattdessen heulten am Sonnabend um 12.30 Uhr wiederum die Sirenen. Und erneut quittierte bereits vier Minuten später das Martinshorn der Einsatzkräfte deren Anfahrt zum Einsatzort am Bahnübergang an der Groß Ilseder Theodorstraße.

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Das Szenario: Ein Auto war von einer Lok gerammt worden.

Quelle: im

Ein mit zwei Personen besetzter VW Golf war aus rätselhafter Ursache zwischen Lok und Güterwagen eines Zuges der Verkehrsbetriebe Peine-Salzgitter eingeklemmt. Einziger positiver Umstand dieses Einsatzes: Es handelte sich um eine Übung zur Menschenrettung nach einem Verkehrsunfall, die der stellvertretende Groß Ilseder Brandmeister Marco Welzel ausgearbeitet und mit fachlichen „Gemeinheiten“ gewürzt hatte.

Als „lebendiges Unfallopfer“ geriet Maik Klein aus Ilsede freiwillig zwischen die Puffer eines Güterwaggons und einer 60-Tonnen-Lok und hatte neben der leblosen Puppe auf dem Fahrersitz orientierungslos sowie verletzt zu wirken.

Ob Ernst oder Übung - mit geradezu heiligem Ernst gehen die Wehrleute routiniert zu Werk: Während die einen sich um den besinnungslosen Lokführer kümmern, steht für die übrigen die Personenrettung aus dem eingequetschten Golf an.

Die Reihenfolge des Rettungsvorganges ist vorgegeben: „Erst machen wir das Loch, damit Arzt oder Sanitäter zu Verletzten vordringen und sie stabilisieren können, dann befreien wie die Verletzten“, erklärt ein uniformierter Beobachter. Hört sich simpel an, ist aber - wohl nicht nur in diesem Fall - für die Rettungskräfte stets eine Herausforderung an Kreativität, handwerklichem Geschick, körperlicher Fitness und psychischer Stabilität.

Denn nachdem die „Verletzten“ auf Fahrer- und Beifahrersitz nach erster ärztlicher Versorgung stabilisiert sind, kämpfen die Spezialisten in zum Teil akrobatischer Körperhaltung zunächst gleichzeitig mit der Rückbank und Frontscheibe, dann mit der Heckklappe, arbeiten mit der Rettungsschere, um das Dach des Fahrzeuges zu entfernen.

Unkompliziert ist das nicht, denn die 25 Kilogramm schwere Riesenschere wirkungsvoll anzusetzen, gelingt nicht gleich. Und so dauert es immerhin knapp 45 Minuten, bis der nicht leichtgewichtige aber in sich gekehrte „Patient“ Maik Klein mit Rettungsbrett und vielen guten Worten befreit und ärztlich versorgt wird. „Richtig schrecklich ist, wenn sie im Ernstfall schreien und weinen“, sagt eine Feuerwehrfrau.

Die gepolsterte Puppe als zweites Opfer macht es den Rettern deutlich leichter. Klein ist inzwischen wieder gesund in der Wirklichkeit angekommen und möchte einen solchen Ernstfall nie erleben

Um 13.19 Uhr ist die Übung zu Ende. Höchste Zeit für den wichtigsten Löschvorgang des Tages - den Durst der vom Schweiß völlig durchnässten aber mit sich zu Recht zufriedenen Wehrleute.

uj

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