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Gespräch mit Bürgermeister Fründt

Ilsede und Alt-Lahstedt: Zwei Jahre nach Gemeinde-Fusion Gespräch mit Bürgermeister Fründt

Zwei Jahre sind vergangen seit der Fusion der damaligen Gemeinden Ilsede und Lahstedt. Was ist seitdem passiert, was steht in den elf Ortschaften noch an? Die PAZ sprach darüber mit Otto-Heinz Fründt (SPD), der seit April 2015 Bürgermeister der neuen Gemeinde Ilsede ist.

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Der entscheidende Moment: Die beiden damaligen Bürgermeister Wilfried Brandes (Ilsede, links) und Klaus Grimm (Lahstedt) bei der Unterzeichnung des sogenannten Gebietsänderungs-Vertrages, in dem die Fusion geregelt wurde. Im Hintergrund sind Ratsmitglieder aus Ilsede und Lahstedt zu sehen.

Ilsede. Herr Fründt, wie zufrieden sind sie allgemein mit dem Verlauf der letzten beiden Jahre und der Gesamtsituation in Ilsede? Gab es für Sie persönlich einen besonderen Höhepunkt?

„Ich glaube, mit der Zwischenbilanz kann man im Großen und Ganzen zufrieden sein. Für mich persönlich gab es viele neue Situationen und Begegnungen, die alle auf ihre Art interessant und spannend waren. Ein besonderes Highlight nach so kurzer Zeit zu nennen, ist mir aber noch nicht möglich.“

Welche großen Ziele gab es zu Beginn der Fusion in der Gemeinde Ilsede?

„Hier muss man unterscheiden zwischen Zielen der Gemeinde und der Erwartungshaltung in den Ortschaften sowie der politischen Gremien. Das größte Ziel der Fusion zwischen den Gemeinden war und ist, die finanzielle Ausstattung der Gemeinde zu verbessern und verbliebene Liquiditätskredite von 4,5 Millionen Euro abzutragen. Gleichzeitig sollte finanzieller Spielraum für Investitionen in die Infrastruktur und Bildung geschaffen werden. Der Zukunftsvertrag mit dem Land Niedersachsen wird Grundlage für die jeweiligen Haushaltsplan-Beratungen der Gemeinde sein. Die Einhaltung des Zukunftsvertrages wird auch in den nächsten Jahren eine große Herausforderung bleiben.“

Welche der großen Ziele konnten schon realisiert werden, was davon steht noch aus?

„Ein Ziel war es auch, wieder in die Infrastruktur investieren zu können. Maßnahmen in einer Größenordnung von rund 34 Millionen Euro wurden seit 2015 angeschoben. Auch wenn mit rund 22 Millionen Euro der Abwasserbereich den größten Anteil ausmacht, konnten sowohl in vorhandene Gebäude, in Straßen und nicht zuletzt in den Feuerschutz Investitionsmaßnahmen ausgeführt, beziehungsweise angeschoben werden. Beispiele wären die Sanierung der Grundschule Ölsburg, der Ausbau der Ortsdurchfahrten in Adenstedt und Klein Ilsede sowie der Neubau des Kindergartens in Ölsburg.

Ohne Fusion und die damit verbundenen jährlichen Mehreinnahmen bei den Schlüsselzuweisungen wäre der Ausbau der Ganztagsschulen, die sozialpädagogische Unterstützung in den Grundschulen sowie die bedarfsgerechte Verlängerung der Öffnungszeiten in den Kindertagesstätten nicht möglich gewesen.“

Was kommt in absehbarer Zeit auf Ilsede zu?

„Für dieses oder die nächsten Jahre sind unter anderem die Sanierungen der Turnhalle Münstedt sowie der Ortsdurchfahrten in Oberg und Gadenstedt geplant. In großem Umfang wird uns in den nächsten Jahren die Abwassersituation auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Lahstedt beschäftigen. Mit dem Bau der Zentralkläranlage in Gadenstedt wird im April begonnen, sie soll Mitte 2018 fertiggestellt werden. Bis dahin haben wir Zeit, die Ortschaften Oberg, Münstedt und Adenstedt mittels Pumpwerk und Druckrohrleitung anzuschließen, um die in die Jahre gekommenen Kläranlagen vor Ort vom Netz zu nehmen. Einen weiteren Schwerpunkt in der Gemeindepolitik wird die Schulentwicklungsplanung einnehmen. Nach Auswertung der Elternbefragung wird es Aufgabe der Verwaltung sein, zukunftsorientierte Vorschläge in die Beratung zu geben.“

Sehen Sie bei etwas innerhalb der Gemeinde Handlungs- oder Verbesserungsbedarf?

„Bei der Bereitstellung von Bauland und den Jahresabschlüssen gibt es kurzfristigen Handlungsbedarf. Daneben sehe ich weiteren Handlungsbedarf zum Beispiel bei der Ansiedlung einer Filiale der Drogeriekette Rossmann und der Umsetzung des betreuten Wohnens.“

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