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Geschichten aus der „richtigen“ Heimat

Kulturmatinee in Groß Ilsede Geschichten aus der „richtigen“ Heimat

Wer in der Fremde lebt, freut sich meist, wenn er seine Muttersprache hört. Geradezu aufleben wird er, wenn er hingegen seine Mundart vernimmt.

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Mit viel Humor präsentierte Roswitha Holstein ihren Zuhörern den Zauber des Niederschlesischen.

Quelle: Kim Neumann

Gross Ilsede. Das geht nicht nur heutigen Vertriebenen und Flüchtlingen so. Roswitha Holstein, gebürtige Obergerin mit pfahlwurzeltiefen Verbindungen in die Heimat ihrer niederschlesischen Ahnen, pflegt nicht nur den dortigen Dialekt, sie trägt ihn auch weiter: Bei der gestrigen Lesung beispielsweise vor gut 50 überwiegend mit dieser Mundart vertrauten Zuhörern im Kompetenz-Zentrum.

Zwar bot Holstein zum Einstieg ein gereimtes Grundseminar im Niederschlesischen an – trotzdem brauchten Menschen mit anderen mundartlichen Wurzeln eine im Wortsinne ge-„hörige“ Portion Konzentration, um mit den Muttersprachlern über die Pointen in Holsteins Gedichten und Anekdoten mitlachen zu können.

„Se kinna ja nich wieglufe“ bemerkte Holstein zwischendurch. Trotz der sommerlichen Backofentemperaturen im eher nüchternen Seminarambiente dachte daran im Publikum niemand – im Gegenteil.

Dafür sorgte auch Ulrich Zander, Zitherspieler aus St. Andreasberg, mit schlesischen Volksliedern beispielsweise über das Riesengebirge und dessen Ehren-Berggeist Rübezahl.

Die Musik kitzelte Gemüt und Erinnerung gleichzeitig, sodass die meisten Zuhörer gleichermaßen spontan wie bewegt mitsangen.

Holstein indessen erzählt über Hochzeiten mit Pannen, Verlobungen und Verbote. „Birkagrien und voll Getimmel“ (birkengrün und voll Getümmel) sind dafür die Flitterwochen, und was es mit einem „Knoblichwuaschtring“ auf sich hat, reimt man sich auch so zusammen.

Ihre Erinnerungen an die Oberger Kindheit und spezielle „Ferchterdinger“ (Angstmacher) hat Holstein ebenfalls in niederschlesisch notiert und vorgetragen – ein ebenso reizvoller wie verbindender Aspekt zu den hier eher üblichen Geschichten im Ostfälischen Platt.

Das Publikum indessen war von Holsteins Sprachpflege begeistert und fühlte sich ein bisschen wie damals - „zu Hause“ eben.

uj

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