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„Gebet für das Unkraut“ in der Kapelle

Ilsede „Gebet für das Unkraut“ in der Kapelle

Bülten. Assoziationen an das alt-testamentarische Paradies und somit etwa an den biblischen Garten Eden bildeten die programmatische Klammer einer Soiree, zu der der Kulturverein Ilsede in die Bültener Kapelle eingeladen hatte. Und etliche Stühle mussten noch nachgestellt werden, um dem großen Zuspruch gerecht zu werden.

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Als Gärtner betraten Rezitator Ulrich Jaschek und Harfenistin Christiane Rosenberger die Kapelle Bülten.

Quelle: rb

Die im Peiner Land seit vielen Jahren überaus aktive Harfenistin Christiane Rosenberger sowie der Redakteur und Rezitator Ulrich Jaschek fungieren einmal mehr als harmonisches, einander wohltuend bedingendes Duo, das sich ganz in den Dienst einer Garten-Kultur stellt: Variationsreiches, meisterhaftes Harfenspiel verstärkt das Sinnieren jedes einzelnen Zuhörers und kreiert interpretierende Gedanken, wenn zuvor die lyrischen Texte ohnehin Geist und Emotion gleichermaßen animiert haben.

Als Gärtner ziehen die beiden Künstler ein und sogleich spricht Ulrich Jaschek das für ihn Bereichernde im morgendlichen Garten an, nämlich das beglückende Vogelkonzert. Tiefsinnig folgt eine Themenbearbeitung der „Morgendämmerung“ beziehungsweise „Morgenstimmung“ aus der Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg auf der Harfe, die wenig später eine Atmosphäre des frühlingshaften Werdens schafft, wobei die irdischen Gärten für den Hobbygärtner immer nur wiederkehrende Glücksversuche darstellen. Mit Blicken auf den Jahreskreislauf von Garten und Natur hört der Zuhörer ein Loblied auf den in der Literatur oft vernachlässigten Monat Juni, der trotz blühender Heckenrosen und Lupinen oder der einzigartigen Nachtnelke, die ihren Duft erst zum Abend preisgibt, leider dem Mai unterlegen ist.

Bei den nachfolgenden Texten überrascht das „Gebet für das Unkraut“, wenn der Gärtner ehrfürchtig etwa das Wachsen, Fruchten und Welken von Hederich, Quecken, Nesseln und Schimmelpilzen in Gottes Hand legt. Geradezu humorvoll trägt Jaschek die Geschichte vor, in der ein eifersüchtig werdender Ehemann in der Beachtung seiner Gattin dem zu pflegenden Garten unterliegt. Er sehnt den in der Natur leblosen Winter herbei, dies ist seine Zeit.

Variabel rezitiert, komplettieren gezielt ausgesuchte Texte für den Gartenfreund aus der Feder von Bettina von Arnim, Rainer Maria Rilke, Mascha Kaléko und Kurt Tucholsky das Programm, in dem die äußerst brillant gespielte Harfe ihre besondere Funktion erhält: Federleichtes, kontrapunktisches Spiel in allen dynamischen Facetten, gern mit innehaltenden Oktav-Wiederholungen und Ritardandi gespickt, sowie eine die Textstimmung aufgreifende Motivik fließen nahtlos ineinander. Dem sprachlichen Bild der im Winter träumenden, sich zur Osterzeit räkelnden und zu Pfingsten erblühenden Rose folgt instrumental eine Bearbeitung der bekannten Melodie des Romantikers August Neithardt „Des Sommers letzte Rose“: Szenenapplaus noch während des Vortrags! Überaus dankbar und erfüllt von der ausklingenden Sentenz „Mein Garten ist meine Erinnerung an das verlorene Paradies“ verlassen die Zuhörer die Bültener Kapelle.

hl

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