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Geadelte Expression ohne Grenzen

Ilseder Gebläsehalle Geadelte Expression ohne Grenzen

Babylonisches Sprachengewirr, ein Jesus-Double am Kreuz, und eine echte „Exzellenz“ gab es am Wochenende in der Ilseder Gebläsehalle zu sehen. Etwa 400 Zuschauer sahen die „Szenischen Kollagen“ der europäischen Comenius Schüler.

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Vor großem Publikum zeigten Schüler aus Estland, England, Spanien und Ilsede „Szenische Kollagen“ – teils heiter, teils verstörend.

Quelle: Ralf Büchler

Ilsede-Groß Ilsede. Es ist still in der Gebläsehalle – bis auf das Rascheln und die Atemgeräusche der etwa 400 Zuschauer. Im Publikum sitzen junge Menschen mit verbunden Augen. Nacheinander stehen sie auf und sammeln sich. Dann durchschreiten sie in einer Reihe die Halle, ein Mädchen löst sich von der Gruppe, geht vor und zieht ein blaues Cape über. Das Publikum ist mucksmäuschenstill. Plötzlich dreht sich das Mädchen um zur Gruppe – wie vom Blitz getroffen fallen die anderen um.

Jesus-Double in weißen Leinen

„Szenische Kollagen“ hatte Kunstlehrer Helge Meier vom Gymnasium Groß Ilsede genannt, was in der weiteren Stunde folgen sollte – eben kein Theaterstück, das durch Handlung dominiert wird, sondern einzelne, teils amüsante, teils eher verstörende Versatzstücke einer spontanen Arbeit. Seit Freitag hatten Schüler aus Estland, Spanien, England gemeinsam mit Groß Ilsedern Gymnasiasten in der Gebläsehalle das „Theaterstück“ erarbeitet, in Gruppen stumme oder nur mit einzelnen Worten bestückte Szenen einstudiert, die sich aus dem spontanen Interagieren der europäischen Jugend entwickelten.

Gruppenmärsche mit undefinierbaren Rufen im babylonischen Sprachgewirr, Seelenstrips mit Sätzen wie „you see me laughing, but deep in my soul i’m crying“ (zu deutsch: „Ihr seht mich lachen, aber tief in meiner Seele weine ich“), ein Jesus-Double in weißen Leinen, das auf zwei Stöcken gekreuzigt wird – das und weiteres waren die Ergebnisse der grenzüberschreitenden Expression, die in ihrer bilderrätselhaften Form, oft die Grenze des Verständlichen durchbrach.

Letztendlich stand aber auch die Ländergrenzen überschreitende Erfahrung im Vordergrund des Treffens: „Es gefiel mir hier sehr“, resümieren etwa die 18-jährige Spanierin Lara Guijarro in gebrochenem Englisch. Zwischen ihr und der Groß Ilseder Schülerin Mareille Wittnebel hat sich eine Freundschaft entwickelt – seit dem letzten Comenius-Projekt in Madrid.

„Ich hoffe, dass wir uns bald wiedersehen“, sagt Guijarro – bereits am Sonntagmorgen reisten die Gastschüler ab. Geadelt wurde der Auftritt der Comius-Schüler übrigens von dem Besuch einer „Exzellenz“: Der estländische Botschafter war extra für die Aufführung mit seinem Sohn aus Berlin angereist.

Simon Polreich

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