Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Fuhsewiesen: Oelke kritisiert Landkreis

Klein Ilsede Fuhsewiesen: Oelke kritisiert Landkreis

Klein Ilsede. Die Fuhsewiesen bei Klein Ilsede sollen endlich Naturschutzgebiet werden, darauf pocht der Peiner Biologe Professor Dr. Hans Oelke. Seiner Meinung nach wird dieses überfällige Vorhaben durch den Landkreis verhindert.

Voriger Artikel
Wehrnachwuchs erlebt Flughafeneinsatz
Nächster Artikel
Vermisste 93-Jährige aus Ilsede ist wieder da

Reiher auf den Fuhsewiesen bei Klein Ilsede.

„Gegenwärtig sind in geduldiger ehrenamtlicher Arbeit wenigstens 210 Vogelarten in dem Feuchtgebiet nachgewiesen. Dieser Artenreichtum wird in keinem der Peiner Naturschutzgebiete erreicht“, so Oelke und nennt als Beispiele die Lengeder Teiche, das Wendesser Moor oder die Wierther Teiche. „Noch im letzten Jahr brüteten auf rund 170 Hektar 57 Vogelarten mit mehr als 410 Brutpaaren.“ Die Liste der Vögel reiche von Lachmöwen über Graugänse, Brandgans und Eisvogel bis hin zu Zwergtaucher und vielen mehr, zählt Oelke auf. Und: „Die europaweite Verknüpfung der Ilseder Niederung zeigt sich in der Beobachtung eines sibirischen Buschrohrsängers, eines afrikanischen Löfflers und einer in Südwestfrankreich beringten Beutelmeise.“

Laut Oelke fordern seit Jahren, Peiner Naturschützer, die Peiner Biologische Arbeitsgemeinschaft und der Kreisnaturschutzbeauftragte die Ausweisung der Ilseder Fuhseniederung zum Naturschutzgebiet. „Ausgerechnet die Naturschutzbehörde blockiert das Ansinnen.“ Der Hinweis auf ein bestehendes Landschaftschutzgebiet ist nach Oelkes Meinung eine immer wieder vorgebrachte Schutzbehauptung: „Mit Landschaftsschutz werden bewusste Entwässerungen 2009 und nunmehr wieder März 2013 am sogenannten Neuen Graben längs der Bahnlinie der Verkehrsbetriebe Peine-Salzgitter toleriert. Der nötige Schutz bedrohter Vogelarten wie Rothalstaucher, Schwarzhalstaucher bleibt auf der Strecke“, kritisiert der Biologe.

Auch Mähaktionen reduzierten die Röhrichtflächen und verhinderten die Brut von Silberreihern oder Rohrdommeln. „Für die Behauptung des Landkreises gegenüber dem Landtag, dass große Teilflächen als geschützte Biotope gemäß Paragraph 30 Bundesnaturschutzgesetz geschützt seien, fehlt bis heute jeder Beweis“, sagt Oelke.

„Mehrfache Eingaben beim Landrat, doch endlich einmal diese Flächen kartenmäßig zu zeigen - wie es das Gesetz vorschreibt - verliefen inzwischen fast ein Jahr lang im Sande.“ Für den Biologen steht fest: „Das Ignorieren des gegenwärtig wichtigsten und bedeutendsten Peiner Vogelbrut- und -rastgebietes durch den Landkreis Peine ist ein Skandal!“

sip

Die Reaktion des Landkreises Peine

„Die Fuhseniederung bei Klein Ilsede ist aus naturschutzfachlicher Sicht eines der wertvollsten Gebiete im Kreis“, betont Landkreis-Pressesprecherin Katja Schröder. Die Auenlebensräume dort seien von einer hohen Dynamik geprägt, an die die dort lebenden Tiere und Pflanzen angepasst seien. „Diese natürliche Dynamik soll aus Sicht des Kreises noch verbessert werden“, so Schröder. Das Bundesnaturschutzgesetz stelle in Paragraph 30 bestimmte Biotoptypen unter generellen gesetzlichen Schutz. „Dieser Schutzstatus gilt unmittelbar, unabhängig von der Kartierung durch die Naturschutzbehörde“, so Schröder. In dem Gebiet wurden bisher nicht alle dieser Biotoptypen kartiert, da sie sich zu großen Teilen im öffentlichen Besitz befänden und daher nicht gefährdet seien. „Das Gebiet ist außerdem ein gesetzlich festgestelltes Überschwemmungsgebiet und muss jederzeit in der Lage sein, Hochwasser aufzunehmen und sich möglichst zügig wieder zu entleeren. Ein Graben am östlichen Rand der Niederung ist dafür besonders wichtig“, betont sie. „Er dient der Entwässerung der Ortslage und ist für die Standfestigkeit des Bahndamms wichtig. Der Graben muss daher regelmäßig unterhalten werden. An den wasserwirtschaftlichen Bedingungen würde eine Ausweisung als Naturschutzgebiet nichts ändern, diese würden unter den Bestandsschutz fallen.“

Die wertvollen Kartierungen von Professor Oelke zeigten, dass sich das Gebiet für die Vogelwelt weiterhin positiv entwickele. „Vom Landkreis wird daher keine Notwendigkeit gesehen, am bestehenden Schutzstatus etwas zu ändern“, betont die Kreis-Sprecherin. „Es bestehen keinerlei Gefährdungen für das Gebiet und die dort vorkommende artenreiche Vogelwelt.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Konzert für Schüler in Ilsede
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung