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Fünf Kopeken für die Wasserleiche

Ilsede-Ölsburg Fünf Kopeken für die Wasserleiche

Ölsburg . Tief kann der Liebes- und Trennungsschmerz bei Manfred Unruh nicht gesessen haben. Vier Bücher aus dem eigenen Literatur-Fundus hatte der erklärte Vielleser und Ilseder Um-Kultur-Kümmerer entnommen, um sie bei der ersten Buchvorstellung in der Gemeindebücherei in Ölsburg vor etwa 20 Gästen nicht nur vorzustellen, sondern sie jener dann auch zu spenden.

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Gaben Buchtipps: Roswitha Herold (v.l.), Kerstin Peyers, Stefanie Quindel und Manfred Unruh.

Quelle: ISABELL MASSEL

„Liebe ist nichts für Feiglinge“ von Christine Gaspar gehört dann auch folgerichtig zu den Kandidaten, denen er den Platz im heimischen Bücherregal künftig verweigert, obwohl es „leicht und unkompliziert“ um die Suche nach dem passenden Gatten für das Leben geht und an dem sich sogar die Großmutter der Ich-Erzählerin beteiligt. Auch Valentina Pattavinas „Buchhändlerin von Orvieto“, die „unterhaltsam und prickelnd“ ihr neues Leben auf dem Land genießt, einen jungen Journalisten nicht unattraktiv findet und prompt in einen Kriminalfall verwickelt wird: Unruh kann auch mit dieser Lücke im Regal leben.

Ganz anders die „Buchhändlerin von Groß Ilsede“, Stefanie Quindel. Stellt sie nämlich M.C. Beatons „Agatha Raisim und der tote Richter“ vor, lohnt es sich nicht nur, ihr zuzuhören, wenn sie sich beinahe im Stil einer Evelyn Hamann an englischen Namen und Bezeichnungen abarbeitet. Buch und Sprache machen ihr Spaß, mit erhobenem Zeigefinger piekt sie Aufmerksamkeit herbei und streicht immer wieder, den Trennungsschmerz zu Gunsten der Kundschaft vor Augen, zärtlich über Buchdeckel und Seiten.

Ein fast sinnliches Verhältnis scheint hingegen Bücherei-Chefin Kerstin Peyers zum unvergessenen Heinz Erhard zu pflegen, dessen unerreichten Wortwitz sie in der Vorstellung entsprechender Veröffentlichungen zu Recht preist. Für einen lesenswürdigen Autor im Sinne des fülligen Humoristen hält sie Thomas Rothfuß’ Schmöker- und Schmunzelbändchen „Ein bisschen Clown sein“ und „Wenn ich ein Maulwurf wär“.

Für reale Kreuzfahrten auf der Donau warb Roswitha Herold vom Reisebüro Benzer und mit speziellen Reiseführern. Der Weg des Stromes von Donaueschingen bis ins Schwarze Meer biete ein Füllhorn von Erlebnissen zu Wasser und auf dem Land - wobei sie mit der nur beispielhaft genannten „Shoppingtour per Schiff“ eine Interessenexplosion beim überwiegend weiblichen Publikum auslöste.

Auf dem Wasser blieb auch Unruh mit „Mordsregatta“ von Harald Jacobsen. Außerdem hievte er den neuen Krimi „Das Haus an der Paulskirche“ des ehemaligen Ilseder Schulmeisters Klaus Nührig in die Liste seiner Gaben an die Bücherei.

Für Sarah Strickers autobiografischen Roman „Fünf Kopeken“ muss man in Quindels Buchhandlung zwar wesentlich mehr zahlen. Wohl zu Recht, denn die Lese-Expertin belegt seinen Inhalt mit Attributen wie „tolle Sprache“, „amüsant“ und „dramatisch“. Das nimmt man ihr sowohl nach ihrer Leseprobe als auch den erneuten Streicheleinheiten an Buchrücken- und Deckeln gerne ab. Aber auch hier scheint die Trennung absehbar - aber die Überwindung von Trennungen ist ja von jeher einer der Archetypen der Literatur.

uj

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