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Familie hat bei Brand alles verloren: PAZ und Caritas starten Spendenaktion

Ilsede Familie hat bei Brand alles verloren: PAZ und Caritas starten Spendenaktion

Ilsede . Drei Betten, ein Schrank und ein Tisch auf zwölf Quadratmetern - das ist alles, was der dreiköpfigen Familie geblieben ist, nachdem ihre Wohnung in Bülten am 5. September ausgebrannt ist.

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Der Kleiderschrank dient gleichzeitig als Aufbewahrungsort für die Lebensmittel. Die Familie Kurtic hat beim Brand ihrer Wohnung in Bülten sämtliches Hab und Gut verloren.

Quelle: mic

„Wir haben nichts mehr“, sagt Stanisa Kurtic. Seine Frau Salfeta nickt - und dann kullert ihr eine Träne über die Wange. Seit dem Feuer leidet sie an Depressionen. Dazu kommt eine schwere physische Erkrankung. Und zu alledem läuft am 2. Oktober die Aufenthaltserlaubnis aus. Die Zeit drängt: Die PAZ und die Caritas starten deshalb eine Spendenaktion für die Familie.

Die Notlage nagt spürbar an den Kurtics: Die Gemeinde Ilsede hat zwar nach dem Brand das Zimmer im Flüchtlingsquartier im Obergeschoss des Badehauses in Ölsburg zur Verfügung gestellt, vom Landkreis Peine gab es kurzfristig auch ein Darlehen zur Sicherung des Lebensunterhalts - und doch fehlt es an allem: Sohn Fabijan (12) hat nur noch eine Hose, er schämt sich, jeden Tag gleich bekleidet in die Schule zu gehen. Für seine Hausaufgaben findet er in der Notunterkunft keine Ruhe.

„Meine Frau ist sehr an Hygiene gewohnt. Hier müssen wir uns Küche und Bad mit vier Familien teilen“, sagt Stanisa Kurtic, schluchzt und dann kämpft auch er mit den Tränen. In der Wohnung in Bülten hatte die Familie alles, was sie zum Leben brauchte. Nun ist alles weg. Während die Wohnung brannte, besuchten die Kurtics gerade einen Verwandten in Hamburg, benachrichtigt wurde sie telefonisch von der Polizei.

Als Stanisa Kurtic am 27. Februar dieses Jahres mit seiner Familie nach Bülten kam, hoffte er, eine kleine Existenz aufbauen zu können. In Serbien war er zuletzt arbeitslos, von den Behörden gab es keine Unterstützung, sagt er. Und das ist auch der Grund, weshalb die Familie Angst hat, zurückzugehen. Bei seiner Frau stehen noch dringend notwendige medizinische Behandlungen aus, für die in Serbien bar bezahlt werden müsse, so Stanisa Kurtic.

Der 49-Jährige hofft deshalb, dass seine Familie vielleicht doch ein paar Tage länger bleiben kann, zumindest bis die Behandlung seiner Frau abgeschlossen ist.

Auf PAZ-Anfrage erklärte der Pressesprecher des Landkreises Peine, Henrik Kühn, dazu: „Der Asylantrag wurde mittlerweile vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgelehnt. Diese Ablehnung ist bestandskräftig. Für die Familie wurden daraufhin bis zum 2. Oktober 2014 befristete Grenzübertrittsbescheinigungen ausgestellt. Wir haben die Familie über die Möglichkeit, die Härtefallkommission einzuschalten, informiert. Bis jetzt ist eine Eingabe nicht erfolgt.“

Auch der zweiten Familie, die in dem vom Feuer zerstörten Haus in Bülten wohnte, ist vom Hilfeverein KSES und der Caritas finanziell geholfen worden. Drei Familienmitglieder waren bei dem Feuer verletzt worden.

mic

Caritas richtet Spendenkonto ein

Um die Familie Kurtic in ihrer Notlage finanziell zu unterstützen, hat die Caritas ein Spendenkonto eingerichtet. Das Geld ist für die notwendigsten Dinge wie Bekleidung und möglicherweise entstehende Kosten für medizinische Behandlungen gedacht. Kontoinhaber: Caritasverband Peine, KSK Peine, IBAN DE 69 2525 0001 0002 7090 87; BiC NOLADE21PEI, Bitte als Verwendungszweck „Spendenaufruf Haushaltsstelle 16901“ angeben.

PAZ-INFO: Der Brand am 5. September

Am Morgen des 5. September brannte das Wohn- und Geschäftshaus an der Schützenstraße in Bülten, in dem die Familie ihre Wohnung hatte. Die Kurtics waren geraden zu Besuch bei Verwandten in Hamburg. Dass es brannte, erfuhren sie telefonisch von der Polizei. Bei dem Feuer wurden drei Menschen verletzt, es entstand ein Sachschaden von rund 120000 Euro. Die Brandursache ist noch unklar, die Ermittlungen dauern noch an. In dem Gebäude hatte die Gemeinde Ilsede zwei Wohnungen als Unterkunft für zwei Flüchtlingsfamilien gemietet.

mic

KOMMENTAR: Solidarität ist gefragt

Familie Kurtic steht vor den Trümmern ihrer Existenz: Sämtliches Hab und Gut ist bei dem Großbrand in Flammen aufgegangen. Erinnerungsfotos, persönliche Dinge, Bekleidung – alles ist weg, für immer. Jetzt hoffen sie auf Spenden. In ähnlichen Situationen haben Peiner Bürger in der Vergangenheit bewiesen, dass der Zusammenhalt in unserem Landkreis riesig ist. Der Familie bleibt zu wünschen, dass die Peiner erneut eng zusammenstehen.

von Michael Lieb

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