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Familie Saeed und die (Gast)-Freundschaft

Ilsede Familie Saeed und die (Gast)-Freundschaft

Klein Ilsede. Fahal Saeed und seine Frau Hajir Hassan sind mit ihren beiden Kindern aus dem Sudan geflohen und haben vor drei Monaten in Klein Ilsede eine neue Heimat gefunden.

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Dr. Joachim Jeska (v.l.), Fahal Saeed, die Kinder Marwan und Maryam, Petra Jeska und Hajir Hassan.

Seitdem setzt sich ein ganzes Dorf für die vierköpfige Familie aus Afrika ein, erzählen Pastor Dr. Joachim Jeska und seine Frau Petra.

Schon die Begrüßung fällt herzlich aus: Maryam (6) und ihr Bruder Marwan (5) öffnen die Tür unter großem Hallo und verteilen kleine Schokoladentafeln. Die Wohnung, die die Familie bezogen hat, gehört der Kirchengemeinde und stand zuletzt leer. „Wir wollten ein Zeichen setzen und eine Familie aufnehmen“, erzählt Dr. Joachim Jeska, den die beiden Kinder sehr zum Schmunzeln aller Beteiligten „Dr. Jessika“ rufen.

Mit dem Boot kam die Familie von Libyen nach Europa, aufgrund „politischer Probleme“ im Sudan, schildert Fahal Saeed auf Englisch.

Die Entscheidung zu fliehen, sei für die Familie „sehr hart“ gewesen, „aber es gab keine Alternative“, schildert der 46-jährige Familienvater. „In Libyen war es dasselbe wie im Sudan und es war zu nah, sodass sie einen noch erreichen konnten. Wir mussten nach Europa und einen neuen Platz finden.“

Vor seiner Flucht habe er für eine UN-Organisation im Sudan gearbeitet, in Indien studierte er Sozialwissenschaften, neben seiner Muttersprache Arabisch und Englisch spricht er auch Hindi und Urdu. Auch seine Frau (36) hat studiert - Bibliothekswissenschaften.

Während die Kinder quirlig durchs Wohnzimmer tollen, basteln und „In der Weihnachtsbäckerei“ anstimmen (das haben sie in der Schule und im Kindergarten gelernt), sind die Eltern zurückhaltender, aber nicht weniger herzlich. Kurz verschwindet Hajir Hassan, nur um kurz darauf mit einem Tablett mit Kanne und Tassen wiederzukommen: Schwarzer Tee mit einer Kardamom-Kapsel. Gastfreundschaft muss sein.

Und mit eben jener Gastfreundschaft hat auch das gesamte Dorf die sudanesische Familie aufgenommen. Die Wohnungseinrichtung wurde von Einwohnern gespendet, Schüler des Ratsgymnasiums haben beim Transport der Möbel geholfen, ein Fahrdienst aus dem Ort bringt den fünfjährigen Marwan in den Kindergarten in Groß Lafferde, und Maryam fährt gemeinsam mit ihren Klassenkameraden mit dem Bus zur Schule nach Groß Ilsede.

„Sie waren auch mit beim Gospelkonzert des St.-Urban-Gospelchors“, erzählt Petra Jeska, die praktisch alle Aktionen koordiniert. Und wenn mal ein Adventskalender-Treffen krankheitsbedingt ohne die Familie aus Afrika stattfinden muss, seien alle Beteiligten sehr traurig. „Es ist eine Chance und eine Bereicherung“, sagen Jeskas über die Familie.

Gemeinsam wird viel über Religion gesprochen - der Sudan ist muslimisch - und gemeinsam gegessen. „Die Leute sind sehr nett und herzlich. Wir mögen das Leben hier“, sagt Fahal Saeed. Woran sie sich aber wohl erst noch gewöhnen müssen, ist das Wetter: Der für hiesige Verhältnisse milde Winter, lässt die Familie frösteln, denn im Sudan sind Temperaturen von 30 Grad Celsius an der Tagesordnung. „Wir warten auf den Sommer“, sagt Fahal Saeed mit einem Schmunzeln.

mir

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