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Erinnerungstafel an Kriegsgefangeneauf Bültens Friedhof aufgestellt

Ilsede Erinnerungstafel an Kriegsgefangeneauf Bültens Friedhof aufgestellt

Bülten. Die Erinnerung wach halten - diesem Anspruch ist man in Bülten gestern ein großes Stück nachgekommen: Auf dem Friedhof der Ilseder Ortschaft weihten Vertreter der Gemeinde Ilsede, des Landkreises, des Kreisheimatbundes, der Kriegsgräberfürsorge und sogar des russischen Generalkonsulats eine Geschichts- und Erinnerungstafel ein.

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Gestern auf Bültens Friedhof: Dr. Jens Binner erzählte vor dem Grab der russischen Kriegsgefangenen über ihr Schicksal und erklärte die Erinnerungstafel.

Quelle: sip

Sie steht neben dem Grab von sechs russischen Kriegsgefangenen. Bei den Toten handelt es sich um sowjetische Kriegsgefangene, die im Eisenerzbergbau in Bülten Zwangsarbeiter waren.

Aufgestellt wurde die Tafel auf Initiative des Heimat- und Bergbauvereins Klein Bülten, dessen Vorsitzender Heinz Rogalski die Gräber seit Jahren pflegt. Sein Vater gilt seit dem Zweiten Weltkrieg als vermisst und er hofft, dass das Grab irgendwo in Russland ebenfalls gepflegt wird.

Beeindruckt von Rogalskis Engagement gegen das Vergessen zeigten sich alle Beteiligten. Bürgermeister Wilfried Brandes lobte, „dass hier über den Gräbern ein Zeichen gesetzt wird für Versöhnung“. Ortsbürgermeister Werner Bethmann erzählte von den eigenen Erfahrungen bei der Sammlung für die Pflege der Kriegsgräber und von den Argumenten gegen die Gräberpflege, die er immer wieder hört. „Die Argumente sind falsch“, betonte er. Viel wichtiger als große Events seien oft die kleinen Aktionen, wie diese hier, sagte Boris Arkhipov vom Generalkonsulat der Russischen Förderation, der extra aus Hamburg angereist war. Im Namen seines verstorbenen Vaters, der auch Soldat war, aber nie ein Schimpfwort über die Deutschen verloren habe, dankte er Rogalski. „Er ist ein echter Vertreter des deutschen Volkes.“ Landrat Franz Einhaus, der auch von seinem Vater erzählte, der in Russland im Krieg war, sprach sich gegen das Vergessen aus. Es sei wichtig, dass auch die jungen Leute im Gedenken aktiv werden, sagte er mit Blick auf die IGS Peine, die gemeinsam mit dem Kreisheimatbund und der Kriegsgräberfürsorge die Tafel entworfen hat. Finanziert wurde sie von der Kreissparkasse Peine, der alle Redner dankten.

Über die geschichtlichen Hintergründe informierte anschließend Dr. Jens Binner vom Kreisheimatbund. Vor dem Grabstein neben der Tafel fragte er: „Wer waren die sechs Toten, derer hier gedacht wird? Wie sind sie mitten im Zweiten Weltkrieg nach Bülten gekommen? Woran sind die jungen Männer im Alter zwischen 22 und 29 Jahren gestorben?“ Die Gefangenen der Roten Armee wurden schlecht ernährt, mussten besonders hart arbeiten, Arbeitsschutzmaßnahmen galten für sie nicht und schon bei geringen Vergehen drohte ihnen strenge Bestrafung. Diesen Umständen fielen auch die sowjetischen Gefangenen in Bülten zum Opfer. Michail Nowosilow starb an Lungenentzündung, Dmitrij Schaligin verunglückte tödlich während der Arbeit und Boris Nikolskij wurde „auf der Flucht erschossen“, wie es offiziell hieß.

Die Tafel ist auch auf der Internetseite www.volksbund.de/niedersachsen/kriegsgraeberstaetten-ns/geschichtstafeln zu sehen.

sip

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