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Eine nicht ganz alltägliche Reise

Solschen Eine nicht ganz alltägliche Reise

Solschen. Auf die Spuren der alten Perser begab sich Pastor i. R. Eckehard Fröhmelt aus Solschen mit einer Gruppe von 22 Personen bei einer Reise in den Iran. Bereits im November 2014 hatte er dorthin eine Vorbereitungsreise unternommen (PAZ berichtete).

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Fröhmelt und zwei Mullahs mit symbolischem Handschlag auf Frieden zwischen den Religionen.

Quelle: oh

„Eine Gruppenreise in den Iran ist überhaupt nicht gefährlich, wie viele in Deutschland meinen, aber sie ist auch noch nicht ganz alltäglich - eben noch etwas Besonderes“, lautet Eckehard Fröhmelts Fazit. Im Süden, in Ahwas, mit 50 Grad Hitze, begann die Reise und führte über Shiraz, Jazd, Isfahan, Kashan nach Teheran in den Norden mit „moderaten“ 38 bis 40 Grad.

Die westliche Reisegruppe fiel durch ihre unterschiedliche, helle und bunte Kleidung auf. „Vor allem den Frauen in der Gruppe mit ihren bunten Kopftüchern, modischen Kleidern und engen Hosen folgten die verstohlenen und erstaunten Blicke der häufig in den schwarzen, knöchellangen Tschador gehüllten iranischen Frauen“, schildert Fröhmelt. Meist seien diese Blicke nicht unfreundlich, gewesen, ganz im Gegenteil: Eigentlich täglich seien die deutschen Touristinnen von iranischen Frauen angesprochen worden.

„Von meinen vielen Reisen kenne ich kein zweites Volk, das so offenherzig neugierig auf Touristen zugeht, wie die Iraner“, erklärt der Pastor im Ruhestand. Kein Tag sei vergangenen, an dem nicht iranische Frauen und Männer mit „Welcome“ und der Frage „Germany?“ auf die Besucher zugingen. „Die Deutschen und Deutschland sind im Land sehr beliebt. Das politisch schlechte Ansehen des Iran bei uns in Deutschland und anderswo und die warme Herzlichkeit der Menschen im Iran sind zwei ganz Paar verschiedene Schuhe“, hebt er hervor. Viele Iraner, besonders in den Großstädten und mit steigendem Bildungsgrad, seien überhaupt nicht mit dem autoritären System einverstanden.

Die Iranerinnen in den Städten demonstrierten ihre Schönheit mit großer kosmetischer Leidenschaft und mit Kopftüchern, die nur halb das Kopfhaar bedecken. „Zurzeit entdeckt man überall im Straßenbild oder in besseren Hotels junge Frauen mit Nasenpflastern“, beschreibt Fröhmelt. „Sie haben sich ihre Nase per Schönheits-OP begradigen lassen, sozusagen der letzte Schrei im Moment.

Auffällig seien überall die Porträts der religiösen Führer. Die Reisegruppe habe sich an Georg Orwells Roman „1984“ und den Slogan „Big Brother is watching you“ erinnert gefühlt. Auf den Straßen sei davon aber kaum etwas zu spüren. In den Innenstädten herrsche ein geschäftiges Treiben.

Ein herausragender Punkt bestand im Besuch der evangelischen Gemeinde in Teheran am letzten Tag. Bei dieser Begegnung erfuhr man aus erster Hand viel über die gegenwärtige Situation im Land.

Der Iran ist viereinhalb Mal so groß wie Deutschland, hat 75 Millionen Einwohner, heute mit durchschnittlich zwei Kindern pro Familie. Es gibt fruchtbares Land mit zwei Ernten im Jahr und weite Wüsten. Dazu eine stolze Geschichte, die fast 6000 Jahre alt ist, von den Elamitern über die siegreichen Achämeniden bis hin zu den Arabern, die Persien eroberten, und bis zu dem heutigen modernen Staat. „Herrliche, großartige Moscheenbauten, vergleichbar unseren gotischen Dome, zeugen von gewaltiger Baukunst. Landschaften, die nicht schöner, wilder, unterschiedlicher sein könnten, begeistern den Besucher und als unerwarteten Höhepunkt die so freundlichen Menschen“, beschreibt der Pastor a.D und zitiert zum Abschluss einen der berühmtesten Dichter Irans, Saadi: „Die Menschenkinder sind ja alle Brüder.“

• Eckehard Fröhmelts nächste Gruppenreisen gehen im Januar 2016 nach Botswana und Simbabwe und im Mai nach Nordkorea, Telefon 05172/ 9688056 .

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