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„Ein funktionsfähiges Hallenbad sollte der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen!“

Ilsede „Ein funktionsfähiges Hallenbad sollte der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen!“

Groß Ilsede. Auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 26. August 1964, wurde der Grundstein für das Groß Ilseder Hallenbad gelegt. Die Ilseder Ratspolitikerin Ilse Schulz (Freie Bürger Ilsede) nimmt diesen besonderen Tag zum Anlass, einen kritischen Blick auf die derzeitige Situation des Bades zu werfen: Aus finanziellen Gründen dürfen momentan nur Mitglieder diverser Vereine das Bad nutzen, die nicht vereinsgebundene Öffentlichkeit ist vom Schwimmbetrieb ausgeschlossen. „Das ist sicherlich nicht im Sinn der Gründerväter, die dieses Hallenbad vor 50 Jahren ausdrücklich auch für die öffentliche Nutzung vorgesehen hatten“, sagt Schulz.

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Das historische Foto unten zeigt neben lokalen Vertretern in der Mitte (hintere Reihe) den damaligen Oberkreisdirektor Werner Plett. Foto loben: Das Groß Ilseder Hallenbad heute.

Rückblick: Es war im Jahr vor der Grundsteinlegung am 26. August 1964, als sich auf Initiative des damaligen Oberkreisdirektors Werner Plett der Zweckverband „Hallenschwimmbad Groß Ilsede“ unter Beteiligung der damaligen Gemeinden Groß Ilsede, Klein Bülten, Solschen, Oberg, Münstedt, Groß Lafferde und dem Landkreis Peine gegründet hatte. „Das Hallenbad sollte wesentlicher Bestandteil des von der damaligen Kreispolitik beschlossenen Schul-, Kultur- und Sportzentrums Groß Ilsede sein“, erläutert Schulz.

Nach der Fertigstellung am 1. Oktober 1966 stand das Bad vormittags den Schulen der Verbandsmitglieder zur Verfügung. Auch die Bevölkerung blieb nicht außen vor, denn außerhalb der für die Schulen reservierten Zeiten öffneten sich die Türen des Hallenbades für die Bürger.

„Das Bad erfreute sich großer Beliebtheit über die Gemeinde- und Kreisgrenze hinaus“, sagt die Groß Ilsederin. „2003 kam dann der Schock: Aus Kostengründen untersagte der Landkreis, mittlerweile Eigentümer, die Nutzung des Hallenbades für Vereine und die Öffentlichkeit.“ Nach Protesten und langwierigen Verhandlungen schlossen die Gemeinden Ilsede und Lahstedt schließlich 2009 mit dem Landkreis eine Vereinbarung, die eine außerschulische Nutzung des Hallenbades bei Zahlung eines jährlichen Betriebskostenzuschusses in Höhe von 20 000 Euro zuließ. „Vereine dürfen das Bad gegen Zahlung von 27,50 Euro pro Stunde nutzen. Auch für die Nutzung durch die Grundschulen muss gezahlt werden“, erläutert Schulz und verweist auf „alarmierende Zahlen“ der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, DLRG.

Demnach könne ein Viertel der Bevölkerung gar nicht oder nur schlecht schwimmen. Zudem sei der Stellenwert des Schulschwimmens deutlich zurückgegangen. „Wer Bäder schließt, um Kosten zu senken, handelt fahrlässig und verantwortungslos“, mahnt deshalb auch DLRG-Präsident Dr. Klaus Wilkens.

„Auch die Ergebnisse der jährlichen Schuleingangsuntersuchungen durch das Gesundheitsamt machen nachdenklich, da die motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder nachlassen“, ergänzt Schulz und fordert die politischen Entscheidungsträger auf, neue Überlegungen in Sachen Hallenbad-Nutzung anzustellen. „Aus den genannten Gründen sollte ein funktionsfähiges Hallenbad meiner Meinung nach auch für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung stehen“, fordert die Groß Ilsederin.

mu

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