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„Die Zustimmung hat mich echt erschüttert“

Kommentar „Die Zustimmung hat mich echt erschüttert“

Solschen. Dass Scherben nicht immer Glück bringen, musste Horst Beuermann aus Solschen jetzt erfahren.

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Horst Beuermann (rechts) blickt zusammen mit Nachbar Stefan Dallmer von seinem Balkon. Dort soll die neue Biogasanlage entstehen.

Quelle: mu

Weil am eigentlich geplanten Standort für die neue Biogasanlage ein paar vermutlich historische Tonscherben gefunden worden waren, hat der Investor einen neuen Platz für die Anlage beantragt - genau in Sichtweite von Beuermanns Haus (PAZ berichtete). Doch nicht nur der neue Standort stößt dem Solschener sauer auf, er ärgert sich auch noch immer über das Verhalten von Rat und Verwaltung in Ilsede. „Wir Anwohner fühlen uns einfach alleingelassen“, sagt Beuermann. Er beklagt besonders, dass sich kein Politiker oder Verwaltungsmitarbeiter die Situation vor Ort einmal angeschaut hat. „Dann hätte man vielleicht nicht einfach so alles beschlossen.“

Rückblick: Ursprünglich hatte der Solschener Landwirt Heinrich Schaper seine Biogasanlage westlich der L 413 bauen wollen, doch die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Peine machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Denn an der ursprünglich geplanten Stelle habe die Behörde „nach Oberflächenfunden einen mittelalterlichen Siedlungsbereich lokalisiert“, wie es in einer Stellungnahme hieß. Daraufhin hatte der Investor einen neuen Standort für die Biogasanlage vorgelegt. Die Begründung: Weitere Recherchen dieser Verdachtsfläche seien weder zeitlich noch finanziell abzuschätzen gewesen.

Dass dieser Standort dann „einfach so“ genehmigt wurde, stößt Beuermann noch immer übel auf. „Hier wurde nur auf die Belange des Investors Rücksicht genommen“, sagt der Solschener. „Wir als Anwohner müssen hingegen alle Kröten schlucken.“ Und diese „Kröten“ sieht er vor allem in dem erhöhten Verkehrsaufkommen, dem Wertverlust der Häuser, der eventuellen Geruchsbelästigung durch Gülle sowie die Störung von Ruhezeiten durch starke Ausleuchtung der Anlage sowie den Betrieb einer Gasaufbereitung.

Die Bedenken wurden von Politik und Verwaltung allerdings nicht geteilt. Nach diversen Gutachten würden die Immissionsrichtwerte in Sachen Geruch und Schall unterschritten werden. Auch aufgrund dieser Untersuchung hatte die Politik letztlich zugestimmt - mancher Ratsherr allerdings mit gemischten Gefühlen.

„Man sollte vielleicht mal allgemein überlegen, ob nicht das Bürgerwohl an erster Stelle stehen müsste und dann erst der Denkmalschutz kommen sollte“, sagte zum Beispiel Christdemokrat Berendt Nottbohm.

Solche Aussagen findet Beuermann jedoch eher scheinheilig. „Dann hätte man diesem neuen Standort einfach nicht zustimmen dürfen“, sagt der Solschener. Auch vom eigenen Ortsrat ist Beuermann enttäuscht. Das Gremium hatte sich damals auch „schweren Herzens“ für den neuen Standort ausgesprochen. „Mit einer Ablehnung hätte der Ortsrat ein echtes Zeichen setzen können“, sagt der Solschener. „Die Zustimmung hat mich echt erschüttert.“

mu

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