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Die Nähmaschine ist mein bester Freund

Bülten Die Nähmaschine ist mein bester Freund

Bülten. Da würden die im 17. Jahrhundert von bitterer Armut geplagten Frauen aber staunen, dass ihre Idee, aus Lumpen und Flicken wärmende Steppdecken herzustellen, heute zur Grundlage für höchst dekorative Kunstobjekte geworden ist.

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Die Nähmaschine ist mein bester Freund“: Bärbel Wöbbeking näht bis in die tiefe Nacht.

Quelle: uj

Bärbel Wöbbeking aus Klein Bülten hat dieses historische Handwerk vor 15 Jahren zu ihrer Liebhaberei, nein zu wahrer Leidenschaft erhoben. Durch quilten (steppen) und die Verarbeitung sowohl historischer als auch moderner Stoffe zu schmückendem Patchwork, schafft sie textile Unikate, die sich eher als kostbarer Wandbehang eignen denn als wärmendes Utensil.

Genäht habe die gelernte Hauswirtschaftsmeisterin, ehemalige Ausbilderin und Sonderpädagogin schon als kleines Mädchen und dies bis heute nicht aufgegeben.

Ihre vier Kinder kleidete die heute 74-Jährige gelegentlich auch in Eigenarbeit ein und sei durch puren Zufall auf die Quilterei gekommen: Ein Artikel in einer Zeitschrift übertrug das Quilt-Virus.

Endlich ergab sich für die Liebhaberin und leidenschaftliche Sammlerin historischer Stoffe das Fundament zur kunstvollen Verarbeitung dieser aufwendig bestickten Textilien. Seitdem stehen sowohl Hände als auch Nähmaschine nicht mehr still.

„Ein Quilt entsteht aus drei Stofflagen“, erklärt die Designerin, „aus der dekorativen Oberdecke, dem wärmenden weichen meist aus Vlies bestehenden Füllstoff und der Quilt-Rückseite.“ So versinkt die unermüdlich kreative Nadelartistin bei ihren Patchwork-Arbeiten nicht nur in Entspannung, sondern auch in Bergen zerschnittener Stoffe. „Pieced“ - oder „Crazy Quilts“ entstehen so aus bunten Flicken oder unregelmäßigen Stoffresten und verwandeln die Oberdecke zum Höhepunkt und zur visuellen Schokoladenseite.

Deswegen legt Wöbbeking besonderen Wert auf Auswahl und Zusammenstellung der dekorativen Stoffe.

Gerne präsentiert sie beispielsweise einen Applikations-Quilt aus unterschiedlichen Jeans-Bestandteilen oder den plastisch in 3-D-Pyramiden-Optik gestalteten Wandbehang.

Unzählige Decken unterschiedlicher Größen hat sie bereits hergestellt - 70 Stunden und mehr wendet sie für die detailverliebten Stücke auf und verzichtet bewusst auf schriftliche Anleitungen („Dafür nähe ich lange genug“). Mit den Resultaten ihrer Schaffenskraft beschenkt sie Familienmitglieder und solche Freunde, „die diese Arbeit zu schätzen wissen“. Für die „Frühchen-Station“ der Medizinischen Hochschule Hannover hat die Künstlerin spezielle kleine Quilts angefertigt, demenziell veränderte Menschen trainieren ihre Fingerfertigkeit an sogenannten „Nesteldecken“ aus Wöbbekings Werkstatt, und demnächst möchte sie den Erlös einer Quilt-Verlosaktion Flüchtlingen zur Verfügung stellen.

Übrigens lasse es sich unter den Quilts wie schon vor 350 Jahren auch praktisch trefflich träumen: selbst im Winter, denn dafür verwendet die praktisch denkende Künstlerin als Unterseite den Stoff von flauschiger Biberbettwäsche. Da würden die Quilt-Erfinderinnen aber staunen!

uj

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