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Die Dichterin aus dem Seniorenheim: Margot Kurz schreibt „Die heilige Nacht“

Ilsede Die Dichterin aus dem Seniorenheim: Margot Kurz schreibt „Die heilige Nacht“

Ilsede . Was einen Fußballtorwart und einen Schriftsteller verbindet? Die Angst - den einen die vor dem Elfmeter, den anderen jene vor dem leeren weißen Blatt. Dichterin Margot Kurz aus dem Groß Ilseder Seniorenheim „Am Markt“ geht es ebenso.

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Margot Kurz aus Ilsede verfasst Gedichte: Zum heutigen Feiertag hat sie „Die heilige Nacht“ geschrieben.

Quelle: cb

„Aber wenn ich den Anfang habe, komme ich ganz gut voran“, sagt sie. Für die Menschen im Peiner Land hat sie das Weihnachtsgedicht „Die heilige Nacht“ verfasst, das die PAZ heute veröffentlicht.

Ihre schriftstellerischen Anfänge stammen aus der Schulzeit, „als ich schreiben lernte“, sagt die 1926 in Stettin geborene Seniorin, die durch die Kriegswirren eher zufällig ins Peiner Land kam, hier 1949 heiratete und eine Familie gründete.

Vor acht Monaten verlegte sie ihren Lebensmittelpunkt nun an den Groß Ilseder Marktplatz. „Es ist schon sicherer für mich“, habe sie eingesehen. Aber: Das Denken und Dichten werde sie auch in der Pflegeeinrichtung nie aufgeben, erklärt sie entschlossen. Nun reifen hier nach und nach ihre Eindrücke, Beobachtungen und Gefühle über Natur und Leben zu Reimen und Versen. Dass es dabei nicht immer „himmelblau“ zugehe, verstehe sich von selbst.

Dass ihr das Leben viel Schreibstoff beschert habe, erwähnt sie ebenfalls: Die schlimmen Erlebnisse im Krieg, erlittene Todesangst, die Krankheit und der Tod ihres Sohnes, aber auch viele glücklich machende Erlebnisse wie beispielsweise die Freude über und an ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln.

„Seit ich hier lebe, habe ich zwar viel mehr Zeit zum Schreiben“, sagt sie und deutet um sich. Obwohl: Für gute Ideen wechselt sie auch gelegentlich in der Nacht vom Bett an den kleinen Tisch zu Papier und Stift und genießt dabei auch „die absolute Stille und die Gewissheit, dass niemand ins Zimmer und in meine Gedanken platzt“.

Dass die Inspiration oft nicht gerade wie perlender Sekt im Gedankenkelch sprudelt, sondern hart und zuweilen auch bitter erarbeitet werden will, ist für die Dichterin sozusagen beruflicher Alltag.Mitunter arbeite sie „sehr lange“ allein an Rohfassungen, die sie dann „immer und immer wieder“ überarbeite. Wie die meisten ihrer Kollegen schreibt sie übrigens auf die herkömmliche Art: Mit Schreibstift auf Papier.

Lange konnte sie ihre Profession in der Senioreneinrichtung nicht verheimlichen. In der Hauszeitschrift finden sich nun stets die gedichteten Beiträge der Seniorin, die immer ausreichend Schreibpapier in Greifweite haben muss.

„Veröffentlichungen sind jedes Mal eine wunderbare Anerkennung meiner Arbeit“, sagt sie und deutet auf ihr Werk in der inzwischen vergriffenen Weihnachtsausgabe der Hauszeitung. „Das Schreiben hat mir immer wieder neuen Lebensmut und Hoffnung gegeben“, erklärt sie.

So hält sie es frei nach der Erkenntnis des englischen Seefahrers Sir Walter Raleigh: „Ich kann es nicht wie Shakespeare - aber ich kann meine eigenen Gedichte schreiben.“

uj

Die heilige Nacht

Und wieder brennen hell die Kerzen
Bei uns zu Haus am Weihnachtsbaum.
Wie fröhlich sind da alle Herzen
Als wäre es ein schöner Traum.

Ein Hauch von einem zarten Schleier
Sich langsam über uns erhebt.
Durch diese heilige Weihnachtsfeier
Ein Engel durch die Lüfte schwebt.

Wenn dann vom Turm die Kirchenglocken
Die heilige Christnacht läuten ein,
wenn fallen viele weiße Flocken
kehrt endlich Friede bei uns ein.

Margot Kurz

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