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"Die Begegnung der Religionen lohnt sich"

Solschen "Die Begegnung der Religionen lohnt sich"

Solschen. „Myanmar ist ein einzigartiges, unvergleichliches Reiseland“, erzählt der Pastor im Ruhestand Eckehard Fröhmelt aus Solschen. Er hatte die Reise nach Südostasien mit 22 Teilnehmern aus dem Peiner Land organisiert. Vor Kurzem ist die Gruppe tief beeindruckt nach Hause zurückgekehrt. „Das war eine Reise in eine völlig fremde, faszinierende Kultur, zu unglaublich freundlichen Menschen, eine Zeitreise in die tiefe Vergangenheit der Menschheit“, so Fröhmelt.

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Die Reisegruppe aus Peine mit Pastor Fröhmelt (ganz links) vor der goldenen Stupa der Shwedagon-Pagode mit den acht Haaren Buddhas.

Myanmar - bis 1989 auch Birma oder Burma genannt - stand seit 1962 unter einer Militärherrschaft, bis diese am 4. Februar 2011 einen zivilen Präsidenten als Staatsoberhaupt einsetzte. Die Militärregierung bis 2011 ist nun weitgehend durch eine Zivilregierung ersetzt. „Dies zeigt sich in mehr Freiheit für die Bevölkerung, die vor allem in den Städten deutlich spürbar war“, erzählt der ehemalige Pfarrer.

Dagegen herrsche auf dem Lande noch weithin das Mittelalter. Selten besitzen Bauern einen Traktor, das normale Transportmittel ist der hölzerne Ochsenkarren wie im alten Rom, Getreide wird mit der Sichel geschnitten und das Korn per Hand aus den Ähren geschlagen, die Bauern wohnen in Bambushütten und schlafen auf Bambusmatten.

„Was die soziale Entwicklung betrifft, war das manchmal wie eine Reise auf einen anderen Planeten“, sagt Fröhmelt. Ein Busfahrer oder Arzt verdient kaum 100 Euro im Monat - und doch steigen auch die Lebensmittelpreise, Wohnraum ist knapp und immer mehr Menschen strömen vom Land in die Städte. Auch seien die Umweltprobleme wie Abwässerbeseitigung kaum angepackt. „Da kommen riesige Probleme auf das Land zu. Aber man erkennt auch den Willen zur Entwicklung - und irgendwie scheint ein tiefer Friede auf allem zu liegen“, sagt der Geistliche.

Das liege vielleicht auch an dem tiefen Glauben vieler Einwohner, findet Fröhmelt. „Kein Land in Südostasien ist so buddhistisch wie Myanmar. Praktisch sind alle Burmesen praktizierende Gläubige, die Pagoden sind voll von betenden Menschen und alle streichen sie für ein gutes Karma im nächsten Leben Goldplättchen auf ihren Buddha - so viel Gold, dass manche Buddhas unförmig aussehen“, so der Solschener.

Mönche in ihren roten und Nonnen in ihren rosa Roben seien ganz normale Bilder im Alltag. Es gibt Unmengen an Klöstern, die von den reichlichen Spenden der Gläubigen leben. „Täglich müssen sich die Mönche ihr Essen auf den Straßen erbetteln - und sie erhalten weit mehr als sie benötigen. Und dann dankt nicht der Mönch für die Gaben, sondern die Spender bedanken sich, dass sie geben dürfen. Denn Mönchen und Klöstern Geld oder Speisen zu schenken, verbessert das Karma für die nächste Wiedergeburt, und niemand möchte als Ratte oder Frosch wiedergeboren werden“, erzählt Fröhmelt mit einem Schmunzeln.

Dabei sieht der evangelische Geistliche viele Gemeinsamkeiten zwischen dem buddhistischen und dem christlichen Glauben. „Und die Begegnung der Religionen lohnt sich“, appelliert Fröhmelt. „Denn ohne Frieden zwischen den Religionen wird es niemals Weltfrieden geben.“

mu

  • Soeben aus Myanmar zurück, hat Eckehard Fröhmelt bereits die nächste Reise geplant. Vom 2 bis 13. September geht es nach Italien, dann stehen etwa die Toscana, Umbrien und Rom auf dem Programm. Mehr Infos unter 05172/9688056 oder per Mail unter eckehard.froehmelt@ekir.de.
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