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Der satirische Jahresausblick für den Südkreis und darüber hinaus

Ilsede/Lahstedt/Lengede Der satirische Jahresausblick für den Südkreis und darüber hinaus

Kreis Peine. Auf vielfachen Wunsch zahlreicher Leser und weil es uns - und lassen Sie uns das an dieser Stelle einmal deutlich sagen - eine Herzensangelegenheit ist, wollen wir auch am Anfang dieses Jahres einen Blick in die Zukunft wagen. Wir, das sind die beiden PAZ-Redakteure Tobias Mull und Simon Polreich, die bereits in den vergangenen Jahren vorausblickten. Und hier nun also ungeschminkt, ungekürzt und ein klein wenig unverschämt: Die nicht ganz ernst gemeinte Wahrheit über das Jahr 2013.

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Das Orakel von Klein Delphi, südlich von Peine: Die PAZ-Redakteure Tobias Mull (links) und Simon Polreich blickten in die Zukunft.

Quelle: rd

Januar

Ilsede und Lahstedt scheitern mit den Plänen zur Eigenentschuldung per Landeshilfe. Beide Kommunen entschließen sich daraufhin, zeitlich begrenzte Fusionen mit anderen Kommunen einzugehen und bieten sich als Lebensabschnitts-Fusionspartner im weiteren Umland an. Das Modell macht so schnell Schule, dass es die am 20. Januar neu gewählte Piraten/FDP-Landesregierung finanziell fördert. Auch die Stadt Peine kommt in den Genuss des sogenannten „Gegenwartsvertrages“ und soll künftig jeweils drei Monate im Jahr wechselnd im Uhrzeigersinn mit Anrainer-Kommunen in Nord, Süd, Ost und West fusionieren - „natürlich freiwillig“, so die Order vom neuen virtuellen Ministerpräsidenten aus Hannover.

Februar

Die Ilseder SPD/Grüne-Gruppe macht mit ihrer Idee „Bürgerhaushalt“ ernst: Der aufgrund des Schuldenstandes bereits 2012 vorgeschlagene Bürgerhaushalt - hierbei sollen Bürger der Gemeinde Sparvorschläge machen - soll sofort umgesetzt werden. Der Clou: „Der Bürger hat nicht nur die besten Ideen, wie Ilsede aus den Schulden herauskommt“, teilt sie SPD/Grüne-Gruppe im Ilseder Rat mit, „er hat auch das nötige Kleingeld, das der Gemeinde fehlt“. Mit den Worten: „Na endlich, solche unpopulären Entscheidungen haben wir immer von der Mehrheitsfraktion gefordert!“, stimmt auch die CDU im Rat begeistert zu. Kurzerhand werden alle Bürger aufgefordert, die Umformerstation - sie heißt jetzt „Umbucherstation“ - aufzusuchen und dort zwei Drittel ihres Giro-Kontos in den Ilseder Haushalt umzubuchen.

März

Wegen unerwartet weggebrochener Einnahmen droht dem Landkreis Peine die Zahlungsunfähigkeit. Letzter Ausweg: Eine sogenannte Kreisumlagen-Hypothek. Dazu sammelt der Kreis die Kreisumlage, die die Gemeinden eigentlich jährlich an ihn zahlen müssen, für die kommenden fünf Jahre auf einen Schlag ein. Im Gegenzug dürfen die Kreis-Gemeinden den laufenden Haushalt des Kreises mitgestalten. Zum Eklat kommt es daraufhin, als Lahstedt seine neuen Befugnisse ausnutzt, um den Haushalt des Landkreises abzulehnen - Beobachter vermuten eine Vergeltungsaktion für die Nichtgenehmigung des Gemeindehaushalts in 2012. Völlig überraschend fusioniert der Kreis daraufhin über Nacht mit der Gemeinde Lahstedt und macht mit seiner politischen Mehrheit die Haushalts-Ablehnung rückgängig. Eine Separatisten-Gruppe aus Groß Lafferde twittert daraufhin: „Lahstetizia vom bösen Wolf gefressen. Ilsedor hilf!“

April

Lengede setzt mal wieder Standards: Bürgermeister Hans-Hermann Baas kündigt ein „enorm erweitertes Fahrangebot für Senioren in der Gemeinde“ an. Unter dem dynamischen Titel „BaasBusReisen“ fährt der Reisebus täglich dreimal die Ortschaften der Gemeinde ab. Um seiner Ankündigung „Bei uns sind die Senioren Chef-Sache“ noch mehr Gewicht zu verleihen, setzt sich Baas mit Busfahrer-Mütze und Busfahrer-Weste selbst hinter das Steuer - auch „um sich von der einzigartigen Service-Landschaft Lengedes täglich zu überzeugen und überzeugen zu lassen“, so der Verwaltungs-Chef. In seiner Abwesenheit übernimmt der Bürgermeister der Nachbargemeinde Vechelde, Hartmut Marotz, das dreimal täglich vakante Bürgermeisteramt - „er ist dessen würdig, schließlich wurde er in der Lengeder Verwaltung ausgebildet“, verkündet Baas.

Mai

Die neue Kommune „Kreis Lahstedt“ bietet überraschend dem seit Anfang des Jahres geschlossenen Ponyhof in Ölsburg Asyl - die Tiere sollen drei Mal die Woche im Gadenstedter Freibad unterkommen. „Der optimale Platz für die Tiere, da der ursprüngliche Hof ja auch in einem Überschwemmungsgebiet lag“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Bauamt. Und wörtlich liest man dort weiter: „Aus Sicherheitsgründen müssen die Ponys aber zunächst ihr Seepferdchen machen.“

Juni

Die Insolvenzverwaltung der Härke-Brauerei arbeitet auf Hochtouren und hat inzwischen einhundertneunundzwanzig Interessenten und Interessentengruppen gefunden, die die Brauerei übernehmen würden - angeblich sollen sogar noch weitere Brauereien aus Australien, Südafrika und Uruguay Mitsprache bei den Preisverhandlungen angemeldet haben. Die Peiner Bürger sind überrascht und begeistert, wie viele Fans ihr herrlich-herbes Getränk in der Welt hat - auch wenn die Entscheidung für einen Käufer erneut verschoben werden muss.

Mitten in die Euphorie platzt eine Schreckensnachricht vom Volksfest in Gadenstedt: „Ich bemerke, es fehlt Härke!“, so die telefonische Botschaft von Ortsbürgermeister Jürgen Heuer aus dem Festzelt an die Insolvenz-Verwaltung. „Das Bier ist alle, wir brauchen dringend Nachschub!“

Erst jetzt fällt auf, dass seit Wochen nicht mehr gebraut, sondern nur verwaltet wurde. Auch eine Hundertschaft der Peiner Polizei findet bei einer gründlichen Durchsuchung der Braukessel keinen Tropfen Bier mehr. Angesichts des anstehenden Freischießens bricht nun Panik in Peine aus. Rettung kommt ausgerechnet von der PAZ: Ein namentlich nicht genannter Redakteur hat noch (O-Ton) „einige Kisten im Keller“ und stiftet diese. Das Freischießen ist somit gerettet.

Juli

Schock in Lengede: Im Zuge des zwölfgleisigen Ausbaus der Bahnstrecke Braunschweig - Hildesheim wird bei Tunnelarbeiten am Seilbahnberg entdeckt, dass dieser in Wahrheit ein riesiger Schuldenberg ist. Aus mehreren Nachbarkommunen ist zu hören: „Anders ist der glänzende Haushalt ja auch nicht zu erklären!“ Bürgermeister Hans-Hermann Baas, der mit „BaasBusReisen“ gerade in Alvesta weilt, eilt sofort zurück in seine von vielen als Vorzeige-Kommune bezeichnete Gemeinde. Kurz wird im Rathaus mit dem Gedanken gespielt, die höchste Erhebung im Peiner Land kurzerhand in „Bodenstedter Berg“ umzubenennen und der Nachbargemeinde zuzuschustern, da kommt Entwarnung: Die Bodenproben waren anscheinend vertauscht worden. Demnach ist nicht der Seilbahnberg der Schuldenberg, sondern der Bolzberg in Gadenstedt. Dieser war auf der Suche nach kostenloser Erdwärme für das Frei- und Pferdebad Lahstedt angebohrt worden.

August

Neues musikalisches Traumpaar im Südkreis: Auf einer Reise von „BaasBusReisen“ treten die Klein Ilseder Schlagersängerin Carla Meineke und der Lengeder Superstar-Kandidat Felix Hahnsch erstmals gemeinsam auf - mit überwältigendem Erfolg. Nicht nur der gesamte Bus ist aus dem Häuschen, ein Mitschnitt auf dem Portal ilsede.tv erregt das Interesse des neuen ARD-Intendanten Günther Jauch, der dem Gesangspaar sofort eine Fernsehshow anbietet. Hits der ersten Sendung sind „Hey, Latino-Husky“ und „Auf dem Seilbahnberg da gibt‘s koa Sünd“.

September

Im September wird bekannt, dass auf den neuen Facebook-Seiten des Landkreises Peine Blitzer angebracht sind, die bei zu schnellem Surfen über die Seite auslösen. „Wir wollen sicherstellen, dass die Informationen nicht bloß überflogen, sondern auch verstanden werden“, heißt es als Rechtfertigung aus dem neuen Kreishaus, das für 18 Millionen Euro im Sommer im Eilverfahren auf dem ehemaligen Hertie-Grundstück errichtet worden war. Ein Großteil des Gebäudes wird zu diesem Zeitpunkt von neuen Mitarbeitern genutzt, die die Surf-Blitz-Bilder auswerten. Ende September wird jedoch bekannt, dass das System fehlerhaft arbeitet und eigentlich abgestellt werden müsste. Die Kreisverwaltung teilt sich selbst das jedoch erst im Oktober mit und schreibt bis dahin 4326 Knöllchen für den eigenen Webmaster.

Oktober

Gebührenschock in Ilsede: Das Waffelbacken wird deutlich teurer. Vor allem die neu eingeführte Heiße-Kirschen-Steuer und die Vanille- beziehungsweise Puderzucker-Abgabe schlagen ins Kontor. Doch nicht nur die Kosten steigen immens, die neuen Vorschriften haben auch einen enormen Umfang. Allein die Rührgeräte-Betriebsverordnung umfasst 1567 Seiten. Landfrau Ilse Schulz wendet sich daraufhin an die Vereinten Nationen und fordert eine Entschärfung der Ilseder Waffel-Gesetze. Die UN teilt kurzerhand mit, dass ihnen dieses Eisen entschieden zu heiß sei. Schulz kommentiert knapp: „Die haben doch einen an der Waffel.“

November

Ungewöhnlicher Vorstoß: Ein namhafter Schokoladenhersteller aus Peine kooperiert mit einem namhaften Mineralölkonzern aus Großbritannien. Das Ziel seien Schokoladenbohrungen im Golf von Mexiko, erklären die Firmen in einer gemeinsamen Mitteilung. Experten befürchten jedoch, dass dabei ein Schoko-Vulkan entsteht, der die Landzungen zum Schmelzen bringen könnte. Auch die Adenstedter Umweltaktivistin Helga Laue warnt: „Für mich hat die ganze Sache einen zart-bitteren Beigeschmack.“

Dezember

Paukenschlag zum Jahresende: Lange hatte man nach einer Rettungsmöglichkeit für den sanierungsbedürftigen Kugelwasserturm auf dem ehemaligen Hüttengelände gesucht, da findet sich plötzlich ein eher ungewöhnlicher Retter - und zwar ausgerechnet eine Suchmaschine. Der amerikanische Internetriese Google kauft kurzerhand das Ilseder Wahrzeichen - kleiner Schönheitsfehler: Das Industriedenkmal heißt ab sofort Googlewasserturm statt Kugelwasserturm. Schnell entwickelt sich der Turm zu einem Wallfahrtsort für Kommunalpolitiker aus dem ganzen Peiner Land. Sie dürfen täglich eine Frage an den Googlewasserturm stellen. Die häufigsten Suchanfragen lauten: „Steuererhöhungen schönreden leicht gemacht“, „Humorige Schützenfestreden“, „Wähler überzeugen - aber wie?“, „Doppik für Anfänger“, „Endlich den passenden Fusionspartner finden“ und „Redakteur verklagen wegen satirischem Jahresausblick“.

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