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Der Aufstieg zum Amen

Solschener St.-Pancratii-Kirche Der Aufstieg zum Amen

In gut drei Wochen eines schöpferischen Wahnsinns soll Georg-Friedrich Händel laut Überlieferung wie in Trance an dem „Messias“ gearbeitet haben, fast ohne Schlaf und Nahrung – und das hört man dem Stück auch an, das, durch Licht und Schatten geprägt, auch die Passion Christi wie ein Aufstieg aus dem Hades nachfühlbar macht.

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Erhebende Sache: Händels „Messias“ in der Solschener St.-Pancratii-Kirche.

Quelle: Ralf Büchler

Ilsede-Solschen. Wie lange genau die Dannenberger Kantorei gemeinsam mit der Kaliningrader Philharmonie sowie vier Solisten unter der Leitung von Evelyn Hartmann an dem Auftritt in der Solschener St.-Pancratii-Kirche gearbeitet hat, und ob es dabei ausreichend Nahrung gegeben hat, ist nicht überliefert. Die für Händels Meisterwerk nötige Leidenschaft und Präzision konnten die etwa 350 Zuschauer in Solschen aber ausdrücklich spüren und miterleben.

Fein gespielt eröffnet die Symphonie den ersten der drei Teile, bevor schon Tenor Michael Connaire die stimmungsvolle Kirche kraftvoll und leidenschaftlich ausfüllt und sein technisches Können zeigt. Eine gewisse Entertainer-Qualität ist dem Tenor dabei nicht abzusprechen, der auch gerne mit seiner Mimik spielt, fast mit dem Publikum zu schäkern beginnt.

Eher unschuldig-maßvoll singt dagegen Altistin Anne-Dorothea Pahl, aber stimmig und wunderbar umspielt vom Orchester beim Vers „Er kommt, dein Gott“ im ersten Teil. Sopran Inken Hahnemann schafft es, eine fast schon ätherische Stimmung zu erschaffen, während Bariton Jan Rosenbladt die Hörer „herunterholt“, bevor er sie in anspruchsvollen Tonleitern sicher wieder hinaufgeleitet.

Kantorei und Philharmonie zeigen sich besonders in den kraftvollen Passagen meisterlich, etwa beim fulminanten „Halleluja“ am Ende des zweiten Teils oder beim ekstatischen „Amen“ am Ende des Messias. Hier zeigen Sänger und Instrumentalisten was sie können. Einzelne Melodiestränge überlagern sich, wechseln und fließen wie Bäche zu einer schäumenden Harmonie zusammen, das nicht enden wollende Schlusswort Amen steigert sich mit Pauken und Trompeten effektvoll und dröhnend bis zum aprupten Ende in absoluter Stille – bevor das letzte und finale Amen erschallt.

Das hat gesessen: Dem Solschener Publikum bleibt gar nichts anderes übrig, als sich mit jubelnden Rufen die Anerkennung von der Seele zu klatschen.

Simon Polreich

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