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Das kurze Leben des Karl Timpe aus Groß Bülten

Ilsede Das kurze Leben des Karl Timpe aus Groß Bülten

Groß Bülten. Den Kriegstoten und Opfern von Gewaltherrschaft wird deutschlandweit am morgigen Volkstrauertag gedacht. Der Groß Bültener Hobby-Historiker Karl Heinrichs erinnert in diesem Zusammenhang an das Schicksal des Groß Bülteners Karl Timpe.

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Historische Aufnahme des Groß Bülteners Fritz Timpe und seinen Kameraden: Auf dem Foto ist Timpe der Zweite von links.

„Der 1897 geborene Timpe hat Schmied gelernt und war mit 18 Jahren ein gesunder junger Mann und stand am Beginn eines Lebens voller Hoffnungen“, erzählt Heinrichs. „Im Ersten Weltkrieg erlitt er dann eine schwere Gasverwundung, wurde auf Dauer bettlägerig und starb schließlich am 9. März 1921.“

Zusammen mit der Nichte von Karl Timpe, Hildegard Heuer (geb. Timpe), möchte Heinrichs an das Leiden und Leben des jungen Groß Bülteners erinnern, „stellvertretend für alle Menschen, die Kriegsopfer wurden“, erklärt der Groß Bültener.

Nach seiner wahrscheinlich in Flandern zugezogenen Verwundung, war Karl Timpe bettlägerig nach Hause entlassen worden - einem bäuerlichen Betrieb in Groß Bülten. „Dies war für einen kleinen Bauernhof eine große Belastung“, erläutert Heinrichs. „Statt einer vollwertigen Arbeitskraft hatte man nun einen Kranken zu versorgen.“ Die Mutter hatte dies nicht leisten können, da sie mit Haushalt und Viehhaltung mehr als ausgelastet war.

„So nahm sich seine Großmutter Johanna Timpe seiner an. Sie brachte ihm das Essen, das er oft nicht anrührte und das sie dann ratlos selbst verzehrte“, erzählt der Hobby-Historiker. „Ich bin mir sicher, dass diese einfache aber stolze alte Frau gar nicht verstand, was ihrem Enkel da an Schlimmem passiert war.“ Johanna Timpe starb dann am 12. Januar 1921 im Alter von 81 Jahren. „Damit verlor Karl Timpe seine wichtigste Bezugsperson und es ist sicherlich keine Frage, dass dies mit ein Grund dafür war, dass er seiner Oma genau acht Wochen später, am 9. März 1921, in den Tod nachfolgte“, sagt Heinrichs.

Die Gräber der beiden liegen dicht beieinander auf dem Groß Bültener Friedhof, getrennt nur durch ein weiteres Grab. Karl Timpe erhielt als letztes Kriegsopfer aus dem Ersten Weltkrieg noch einen Gedenkstein auf dem Groß Bültener Gedenkfriedhof für die Gefallenen und Vermissten des Krieges. Der Stein befindet sich in der Südwestecke der Anlage.

Die Termine zum Volkstrauertag für den gesamten Landkreis Peine finden Sie auf der Seite 21.

mu

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