Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Brandstiftung: Geschlossene Klinik für 22-Jährige

Bewohnerin legte Feuer in Wohnheim Brandstiftung: Geschlossene Klinik für 22-Jährige

Eine 22 Jahre alte Frau hatte im April dieses Jahres mehrmals in einem Wohnheim für psychisch kranke Menschen in Groß Ilsede Feuer gelegt. Meist gingen die Brandstiftungen glimpflich aus, in einem Fall jedoch entstand ein Sachschaden von rund 150 000 Euro.

Voriger Artikel
Abschlussfest zum Projekt „Kleiderkammer“
Nächster Artikel
Schüler besuchten französische Botschaft in Berlin

Die Angeklagte (Mitte) bei der Verhandlung am Landgericht Hildesheim.

Groß Ilsede. Die Frau handelte aufgrund einer psychischen Erkrankung bei erheblich eingeschränkter, möglicherweise sogar aufgehobener Einsichts- und Steuerungsfähigkeit. Sie wurde vom Hildesheimer Landgericht von Schuld freigesprochen. Da aber Gutachter Johannes Pallenberg die Wiederholungsgefahr hervorhob, ordnete das Gericht die Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik an.

Ob die Frau diese je wieder verlassen und beispielsweise in ein betreutes Wohnheim umziehen kann, ist offen - die Aussichten auf Besserung ihrer instabilen Persönlichkeitsstörung seien gering, erklärte Psychiater Pallenberg. „Wir würden Ihnen gern helfen“, sagte die Vorsitzende Richterin Karin Brönstrup bei der Urteilsverkündung, „aber wir haben keine Möglichkeiten.“ Die Angeklagte befindet sich seit Mai in einer Klinik.

Heimunterbringungen, Klinikaufenthalte, dazwischen kurze Zeiten bei Mutter oder Vater erlebte die Frau seit der frühesten Kindheit. Gegenüber dem Gutachter und anderen Ärzten sprach sie von sexuellem Missbrauch und erlittener Vergewaltigung, ohne Täter, Ort und Zeit klar zu benennen. „Ich habe keinen Zweifel, dass es erhebliche traumatisierende Erlebnisse gab“, sagte Pallenberg. Ihre schlimmen Erinnerungen nannte die Angeklagte als Motiv für die Brandstiftungen. Sie verschaffe sich dadurch Erleichterung, könne die aufkommenden Bilder besser verarbeiten. Schon früher war sie durch Zündeln, Selbstverletzungen und Selbstmorddrohungen aufgefallen.

Seit eineinhalb Jahren hatte sie - unterbrochen von Klinikaufenthalten - in einer Wohneinrichtung für 34 Personen in Groß Ilsede gelebt. Ende April zündete sie dort eine Rolle Klopapier an, Mitarbeiter konnten das entstehende Feuer löschen. Am gleichen Abend und am nächsten Tag zündelte sie erneut ohne ernste Folgen. Erst beim vierten Mal kam es zu einem Brand, den die Feuerwehr löschte. Die Bewohner wurden evakuiert, die betroffene Etage war vier Wochen unbewohnbar.

Am nächsten Tag versuchte die 22-Jährige noch, an einer Mülltonne und in einem Fahrstuhl Feuer zu legen. Inzwischen war der Verdacht bereits auf sie gefallen, sie wurde in eine Klinik eingewiesen. Vor Gericht räumte die Frau die Taten ein. Sie habe danach mehrmals Reue und Bedauern ausgedrückt, berichtete die Heimleiterin. Vor Gericht wirkte die Angeklagte bei Fragen schnell unruhig und überfordert. Die Urteilsverkündung nahm sie aber ruhig auf.

bar

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ilsede

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Rückbau auf dem Telgter Elmeg-Gelände
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung