Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
"Biosprit ist biblisch gesprochen eine Sünde"

Solschen "Biosprit ist biblisch gesprochen eine Sünde"

Solschen. In die Debatte um den Biosprit E 10 (PAZ berichtete mehrfach) hat sich nun der Solschener Pastor in Ruhe, Eckehard Fröhmelt, eingeschaltet. Er fordert ein Umdenken sowie die Ächtung von reinem Profitdenken vieler Unternehmer und Spekulanten.

Voriger Artikel
Funk-Fuchsjagd mit schweren Verstecken
Nächster Artikel
Hunderte Besucher genossen Bier und edle Tropfen

Der Solschener Theologe Eckehard Fröhmelt kritisiert den Biosprit E 10.

Quelle: Oliver Berg

„Biosprit darf keine unkritische Zukunft haben. Es ist biblisch gesprochen eindeutig Sünde, wenn Menschen hungern müssen, nur weil andere damit ihren Autotank füllen“, sagt der evangelische Pastor in Ruhe, Eckehard Fröhmelt, aus Solschen. In den Vereinigten Staaten würden schon 40 Prozent des Maises in den Tank kommen, weil sich damit mehr Geld verdienen lasse als mit der Nahrungsmittel-Produktion. „Reines Profitdenken muss national und international geächtet werden. Zurzeit steht es leider zu oft im Vordergrund“, sagt der Geistliche. „Es ist biblisch auch Sünde, wenn mit dem Hunger von Menschen an Börsen mit dem Auf und Ab von Getreidepreisen spekuliert wird.“

In diesem Zusammenhang kritisiert der Solschener auch die Aussagen des katholischen Pfarrers Thomas Blumenberg aus Peine. Dieser hatte in Bezug auf den Biokraftstoff E 10 kürzlich in der PAZ erklärt, dass er diesen Kraftstoff nicht kategorisch ablehne. Sei die Ernte-Situation so gut, dass am Ende Getreide vernichtet werde, wäre es fahrlässig, dieses nicht zur Herstellung von Kraftstoff zu verwenden.

„Auf dieser Erde wird es nie mehr Lebensmittelüberschüsse geben, sie gibt es nur aus dem Blickwinkel der Satten. Biosprit dient einzig und allein der energetischen unersättlichen Gefräßigkeit der wohlhabenden Länder, anderswo in der Welt bedeutet dies Landraub und Hunger“, kritisiert Fröhmelt, der dazu aufruft, endlich die „regionale Brille“ abzunehmen. „Die Welt ist inzwischen ein globales Dorf, die hungernde Familie in Burkina Faso ist mein ferner Nächster, der meine Hilfe braucht.“

Die Kirche dürfe sich nicht mit einem „Sowohl als auch“ absichern, sondern müsse sich in die erste Reihe der Kritiker stellen. Zu lange habe die Kirche meist auf Seiten der Mächtigen gestanden, wie es heute eben vor allem Konzerne und Banken sind. Damit müsse auch im Hinblick auf den Biosprit endlich Schluss sein. „Ich bin kein Linker, nur ein dem biblischen Glauben verpflichteter Theologe. Aber bei der Frage um Biosprit geht es letztendlich um Sein oder Nichtsein von vielen Millionen Menschenschicksalen“, sagt der Solschener. „Leere Teller für die einen und voller Tank für die anderen, ist christlich gesprochen Sünde. Hier ist Kirche eindeutig gefordert.“

mu

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

157d6b0e-8102-11e7-8a9d-ecf16cf845db
„Begehbare Kunst!“: Impressionen von der Vernissage

In seinem Atelier 53 in Groß Ilsede interpretiert Fritz Lutz mit Teppichstücken Werke namhafter Künstler.

Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung