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Barbie-Waltons: "Gute Nacht, John-Boy!"

Ilsede Barbie-Waltons: "Gute Nacht, John-Boy!"

Groß Ilsede. Ihre handfesten und greifbaren Kindheitserinnerungen aus der Barbie-Puppenwelt passen in die fünf Umzugskartons, mit denen Sybille Jerichow aus der Nähe von Frankfurt am Main jetzt in Christel Stöter-Behmes „PuppenTräume Museum“ in Ilsede eintraf. Jerichows Wunsch, ihren allerschönsten Kindheitsträumen einen Platz in Museums-Vitrinen zu geben, entsprach die Museums-Chefin gerne.

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Christel Stöter-Behme (links) und Sybille Jerichow packen die Kartons aus.

Quelle: im

Vor mehr als 50 Jahren nämlich mischte ein 29 Zentimeter großes Busenwunder namens Barbie mit Wespentaille, Endlosbeinen und blonder Mähne das bis dahin betuliche Puppenland auf. Als 1976 dieses Kunststoff-Minimädchen aus dem Hause Mattel den Titel „Puppe des Jahrhunderts“ einheimste, fungierten die damals 14-jährige Sybille mit ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Marion bereits seit vier Jahren als Lenkerinnen der Geschicke „ihrer“ Barbie-Familie, mit denen sie den Alltag der „Waltons“, einer damals sehr populären amerikanischen Fernseh-Familie, nachstellten.

„Meine Schwester und ich sind uns einig, dass diese Spielsachen nur in die besten Hände kommen dürfen“, erzählt die inzwischen erwachsene Puppenmutter. Deren Suche im Internet führte sie im vergangenen Herbst zum Ilseder Puppenmuseum - vor Kurzem wurde nun ausgepackt. Die 15 Püppchen zählen allerdings nicht mehr zum Schatz. „Die wurden meiner Schwester vor ein paar Jahren gestohlen“ sagt Jerichow betrübt. Ein Diebstahl, den beide bis heute nicht verwunden haben.

Geblieben ist neben diversen selbstgebastelten Einrichtungsgegenständen ein Fotoalbum aus der guten alten Zeit. Daraus ist ersichtlich, dass die zu den „Waltons“ gewordenen Barbies nicht in der üblichen Glitzerwelt lebten.

Deren Unterkunft war mit Holzmöbeln der Puppenstube der Großmutter eingerichtet, und was dem an Möblierung folgte, sei wertvoller gewesen, als jedes gekaufte bunte Plastik-Utensil: „Weil es unser Vater gebastelt hat!“

Spielerisch versanken die Schwestern dann mit ihren Puppen in der Welt der „Waltons“. Wochenlang werkeln die Schwestern, bis die Einrichtung des Waltons-Heimes jeden der Bewohner charakterisierte und das filmische Original, der amerikanische Alltag der 1920er Jahre, entsprechend möbliert nachgespielt werden konnte.

„Diese Erinnerungen führen mich sogleich weit in meine Kindheit“, sinniert Jerichow, inzwischen Mutter einer 16-jährigen Tochter, die übrigens gegen das Barbie-Fieber immun ist.

Die Museums-Chefin erarbeitet nun mit Jerichow, wie und wo Barbie-Walton hinter Glas künftig ihrem Bruder „Gute Nacht, John-Boy“ zurufen wird.

uj

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