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Aus Mogilew kommen keine Kinder mehr ins Peiner Land

Kirchenkreis Peine Aus Mogilew kommen keine Kinder mehr ins Peiner Land

Fast 30 Jahre lang kamen insgesamt 1100 Kinder aus Mogilew in der Nähe des 1986 havarierten Kernkraftwerks in Tschernobyl zur Erholung ins Peiner Land. Nun ist damit Schluss: Es gibt in der Bevölkerung nicht mehr ausreichend Unterstützung.

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Eine der vielen Kindergruppen aus Mogilew, die seit 1991 im Peiner Land zu Gast waren.

Quelle: privat

Kreis Peine. Benjamin Henze war zuletzt Vorsitzender des Mogilew-Teams im Kirchenkreis Peine. Das Team hat sich inzwischen komplett aufgelöst. „Das Hauptproblem war, Mitarbeiter zu finden, die die Maßnahme organisieren und unterstützen. Das ist viel Arbeit, der Aufenthalt der Kinder aus Weißrussland hatte jeweils einen Vorlauf von rund neun Monaten“, erklärt Henze. Es galt, Gasteltern zu finden, ein Rahmenprogramm auszuarbeiten, Visa für die Kinder zu beantragen und vieles mehr.

Aber auch die Bereitschaft, zwei fremde Kinder aufzunehmen oder das Projekt finanziell zu unterstützen, sei zurückgegangen. Insgesamt habe man sich schließlich schweren Herzens dazu durchgerungen, aufzuhören.

Insgesamt waren seit 1991 1100 Einladungen an Kinder ausgesprochen worden. Manche Jungen und Mädchen kamen zweimal ins Peiner Land. „In den ersten Jahren waren es jeweils 60 bis 70 Kinder, die mit dem Bus angereist sind“, erzählt Henze. In der jüngeren Vergangenheit sind dann jährlich etwa 20 bis 30 junge Menschen gekommen, um sich von der auch nach 30 Jahren immer noch sehr hohen Strahlenbelastung in ihrer Heimat zu erholen.

Teil der Maßnahme war neben dem Aufenthalt in deutschen Gastfamilien immer auch ein Aufenthalt am Meer. „In Weißrussland ist es nicht üblich, in unserem Sinn Urlaub zu machen. Die Reise nach Deutschland hatte dort einen hohen Stellenwert, galt als Privileg. Die Kinder kamen in der Mehrzahl aus einfachen Familien und durften oft als Belohnung für gute Leistungen mitfahren“, erklärt Henze.

Die Kinder waren immer zu zweit in einer Gastfamilie untergebracht. „Sie kamen ohne Sprachkenntnisse in ein völlig fremdes Land. Da gibt es Sicherheit, wenn man nicht ganz allein ist“, macht Henze das Konzept deutlich, das über drei Jahrzehnte getragen hat. Viele Kontakte hätten die Jahre überdauert, Freundschaften seien entstanden. Es kam vor, dass ehemalige Gasteltern zur Hochzeit eingeladen wurden.

Von Kerstin Wosnitza

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