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Alt-Lahstedt: Ärger um naturnahe Klärsysteme

Gadenstedt Alt-Lahstedt: Ärger um naturnahe Klärsysteme

Gadenstedt. Wirbel um die naturnahen Klärsysteme in Alt-Lahstedt.

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Führten die Exkursion trotz Absage durch: Teilnehmer vor dem Mischwasserbehandlungsbiotop Oberg.

Quelle: oh

Ingenieur Michael Blumberg wollte mit einer Studentengruppe aus Hannover die naturnahen Abwasser- und Klärschlammbehandlungsanlagen in Gadenstedt, Münstedt, Oberg und Groß Lafferde besuchen und fragte die Ilseder Verwaltung um Erlaubnis, die Flächen betreten zu dürfen. Diese lehnte jedoch ab. Blumberg nennt die Vorgänge „schäbig“.

„Mit dem Beschluss des Gemeinderates für den Bau einer neuen Zentralkläranlage wurde beschlossen, neue Wege zu gehen“, geht Hans-Joachim Kloster von der Ilseder Verwaltung auf die Vorwürfe Blumbergs ein. Aufgrund dieser neuen Ausrichtung bei der Abwasserentsorgung habe er darum gebeten, von Exkursionen abzusehen. Zudem arbeite die Verwaltung nicht mehr mit dem Ingenieur zusammen. Blumberg hatte einst das Expo-Projekt in Lahstedt geplant und dort zahlreiche Besichtigung mit Gästen aus aller Welt durchgeführt.

Darüber hinaus, führt Kloster aus, habe die Gemeinde Ilsede - bedingt durch die neue Zusammenarbeit mit dem Wasserverband Peine bei der Abwasserentsorgung - keinen Zugriff mehr auf die Kläranlagen und das Personal, das - wie von Blumberg erbeten - die Zugangstore aufschließen könne. Der Verwaltungsmitarbeiter ärgert sich zudem darüber, dass Blumberg nicht das persönliche Gespräch gesucht, sondern lediglich E-Mails geschrieben habe und, dass die Besichtigung trotz der Absage durchgeführt wurde. „Ob das Folgen hat, kann ich nicht abschätzen“, so Kloster im PAZ-Gespräch.

Generell habe sich die Gemeinde Ilsede nicht von der naturnahen Kläranlagen verabschiedet. So werde etwa das Mischwasserbiotop weiter genutzt werden, als Teil des Abwassersystems von Gadenstedt. „Es muss dafür aber umfänglich saniert werden“, erklärt der Verwaltungsfachmann. Das Nachklärbiotop könne dagegen nicht in die neue Anlage integriert werden.

Wasser in Schilfklärbeeten fließt oberflächlich ab

Jörg Päller aus Adenstedt mutmaßt gar, dass „durch die Ausladung vielleicht verschleiert werden solle, dass die Schilfklärbeete in Gadenstedt seit langer Zeit nicht mehr, wie in der Betriebsgenehmigung vorgesehen, vertikal betrieben werden, sondern stattdessen ein horizontaler Betrieb billigend in Kauf genommen wird“. Kloster sagt dazu: „Der Filterkörper hat sich zugesetzt. Wenn er wieder hergestellt werden sollte, müsste er umfänglich saniert werden.“ Es werde vom Landkreis in Kauf genommen, dass das Wasser oberflächlich abfließe, dies beeinträchtige die Reinigung des Wassers nicht. Kurz: „Die Ablaufwerte werden eingehalten, aber so, wie geplant, arbeitet die Anlage nicht mehr.“

Rückblick: Vor dem drohenden Entzug sämtlicher Einleite-Erlaubnisse für die Abwasseranlagen im früheren Lahstedt hatte dessen Gemeinderat den Beschluss für den Bau einer neuen Zentralkläranlage gefällt. Diese soll in Gadenstedt in unmittelbarer Nähe der jetzigen Anlage entstehen.

Ingenieur Blumberg ist indes verärgert: Weit über 20 Jahre habe die Gemeinde Lahstedt seine planerischen Ingenieurdienstleistungen in Anspruch genommen. Ihm sei sogar die Betriebsführung der Kläranlagen über acht Jahre anvertraut worden und man habe sich mit den Ergebnissen national wie international präsentiert. „Offenbar bin ich nunmehr zur ‚persona non grata‘ geworden, der nicht einmal die Besichtigung der eigenen ‚Bauwerke‘ erlaubt wird“, so der Ingenieur.

mir

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