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Als Groß Lafferde zum ersten Mal Volksfest feierte

Ilsede Als Groß Lafferde zum ersten Mal Volksfest feierte

Groß Lafferde. Vor 120 Jahren wurde in Groß Lafferde erstmals das Volksfest gefeiert. Die Tradition reicht aber weit länger zurück, denn ursprünglich gab es in der Ilseder Ortschaft ein Freischießen - bis sich ein Schießunfall ereignete.

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Das erste Volksfest in Groß Lafferde: Auf dem Meescheplatz (heute Marktplatz) trafen sich 1896 die Lafferder Männer und die geladenen Vereine zum gemeinsamen Umzug durch das Dorf.

Quelle: Heimat- und Kulturverein

Ines Preikschas-Braun vom Heimat- und Kulturverein Groß Lafferde hat die Historie zusammengetragen und alte Unterlagen gewälzt, fündig wurde sie in der „Abschrift der gesammelten Geschichte des Dorfes Groß Lafferde“ von Baurat Adolf Nülle. Darin steht: „In alten Zeiten war die Hauptbelustigung des Volkes das Freischießen als Überbleibsel aus der mittelalterlichen Zeit“, heißt es dort.

„Die männliche Jugend tat sich zusammen, übte nach Art des Militärs Märsche, exerzierte und übte sich im Schießen nach der Scheibe. Die weibliche Jugend war auch dabei beteiligt als Schäffermädchen“, heißt es weiter.

Damals fand das Freischießen, das mit dem zweiten Pfingsttag begann und zwei Tage dauerte, in den sogenannten Klumpweiden abseits des Dorfes statt, ein etwa zehn Morgen großes Areal in dessem westlichen Teil sich vier Schießstände befanden: zwei für Büchse und Scheibe, eine für Büchse und Hirsch, der vorübergezogen wurde, und ein vierter in Reserve. Vor den Schießständen waren die Buden und Zelte aufgebaut.

Im Jahr 1849 ereignete sich ein Unfall: Als Carl Burgdorf zum Schießen antrat, sprang an seinem Gewehr der Hahn ab und verletzte Wilhelm Burgdorff im Gesicht. Daraufhin wurde das Scheibenschießen „regierungsseitig“ verboten.

Stattdessen fand dann das Ringstechen auf der Langen Wiese statt. Erst 1863 wurde das Freischießen wieder freigegeben - allerdings unter verschärften Sicherheitsauflagen, um Unglücksfälle zu verhindern. Als neuer Ort für den Schießstand kamen der Peiner Weg, der Cariosweg und ein Platz westlich der Kättje infrage. Das Tanz- und das Esszelt wurden nicht beim Schießstand, sondern auf dem Hof, im Garten oder in der Nähe des Festwirtes aufgestellt, damit die Bewirtschaftung vom Haus des Wirtes aus möglich blieb.

Im Jahr 1895 schließlich einigten sich die Wirte, die Zelte auf dem Marktplatz aufzubauen und daneben ein Küchenzelt, sodass die Bedingungen für alle Festwirte gleich waren. Außerdem wurde am 18. April 1896 beschlossen, das Freischießen an Pfingsten wegfallen zu lassen und dafür ein Volksfest im Juli zu feiern.

„Heute heißt das ‚Schützenfest‘ von Groß Lafferde noch immer Volksfest und wird abwechselnd von sieben Vereinen ausgetragen, die in einer Volksfestgemeinschaft zusammengeschlossen sind“, erzählt Preikschas-Braun. Das sind MTV, SV Teutonia (beide Sportvereine), Eisen und Stahl, Kyffhäuser, Schützenverein, Männergesangverein und Junggesellschaft.

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