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Wirt ist schwer krank: Bistro Borgelt muss schließen

Hohenhameln Wirt ist schwer krank: Bistro Borgelt muss schließen

Hohenhameln. Am 19. Oktober öffnet das Bistro Borgelt in Hohenhameln zum letzten Mal. Weil der Wirt schwer krank ist, muss das Café schließen. Möglicherweise kann seine Frau dann auch nicht mehr das Mittagessen für die Grundschüler kochen.

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In der Küche ihres Bistros kocht Ingelore Borgelt jeden Tag das Mittagessen für die Kinder, die nachmittags in der Grundschule Hohenhameln betreut werden.

Quelle: im

Jeden Tag bereitet Ingelore Borgelt das Mittagessen für die Kinder zu, die nachmittags in der Hohenhamelner Grundschule betreut werden. In der Küche des Bistro Borgelt, das sie zusammen mit ihrem Mann Dirk betreibt, kocht sie Nudeln oder schnippelt Gemüse und liefert schließlich rund 25 Mahlzeiten zur Schule.

Am 19. Oktober schließt das Bistro (siehe Kasten). Für die Grundschule sollte sich eigentlich nichts ändern: „Wir wollten die Küche aus dem Bistro in unsere private Garage einbauen. Dann hätte meine Frau weiter für die Kinder kochen können, sie hätte weiter Arbeit gehabt“, sagt Dirk Borgelt. Die Genehmigung vom Veterinäramt und vom Bauamt des Landkreises hatte er schon so gut wie in der Tasche - aber weil die Garage direkt auf der Grundstücksgrenze steht, muss auch sein Nachbar zustimmen. Und der weigert sich.

Zu seinen Gründen wollte sich der Nachbar gegenüber der PAZ nicht äußern. Vermutlich fürchtet er Lärm oder Küchen-Gestank. Laut Borgelt gibt es dazu keinen Anlass: „Ich will ja keine Großküche aufmachen, sondern nur für die Grundschüler kochen und vielleicht hin und wieder Partyservice. Das wäre für ihn überhaupt keine Belästigung.“

Beim Bauamt hat sich Borgelt schlau gemacht: „Wenn ich in meinem Garten ein Häuschen baue, das drei Meter von der Grundstücksgrenze entfernt ist, brauche ich keine Zustimmung.“ Doch die Zeit bis nach den Herbstferien ist für einen Neubau schon fast zu knapp - außerdem wäre das teuer: „Um die Investitionskosten reinzukriegen, müsste ich dort eine richtige Kneipe aufmachen, mit Außensitzplätzen. Für meinen Nachbar wäre das sicher unangenehmer.“ Um doch noch eine Lösung zu finden, hat Borgelt einen Schiedsmann eingeschaltet, der schlichten soll: Für Anfang Oktober ist ein Gespräch geplant.

Auch in der Gemeindeverwaltung sucht man fieberhaft nach einer Lösung. „Wir unterstützen Herrn Borgelt“, sagt Bürgermeister Lutz Erwig. „Aber wenn es gar nicht anders geht, müssen wir uns für die Grundschule jemand anderen suchen.“ Sicher ist: Die Kinder bekommen weiter Mittagessen - so oder so.

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Nachfolger fürs Bistro gesucht

Seit zwei Jahren leidet Dirk Borgelt an einer Autoimmunkrankheit, er gilt als schwerbehindert. „Ich bin froh, dass ich inzwischen wieder aus dem Rollstuhl raus bin“, sagt er.

Trotzdem zwingt ihn die Krankheit, sein Bistro zu schließen. „Meine Frau schafft die ganze Arbeit nicht mehr allein“, sagt er. Deshalb hat er schweren Herzens den Mietvertrag gekündigt, will Tische und Stühle verkaufen. Doch er ist zuversichtlich, dass sich ein Nachfolger findet: „Das Bistro hat sich immer gerechnet, wir hatten viele Stammgäste“, sagt er. „Aber es geht gesundheitlich einfach nicht mehr, und meiner Frau tue ich den Stress nicht länger an.“

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