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"Wir wollen Demente ins Dorf integrieren"

Hohenhameln "Wir wollen Demente ins Dorf integrieren"

Hohenhameln. Was tun, wenn die alte Dame im Bus nicht mehr weiß, wo sie aussteigen soll? Wenn der Senior am Bankschalter Zugfahrscheine kaufen will? Oder wenn die Ehrenvorsitzende im Gesangverein sich nicht mehr zu den Treffen traut, weil sie die Namen ihrer Sangesschwestern ständig vergisst?

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Nur vergesslich – oder ernsthaft krank? Die Zahl der Demenzkranken steigt, bis 2050 wird sie sich verdoppeln. Der Umgang mit ihnen ist eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft.

Quelle: A

Immer mehr Menschen erkranken an Demenz.

Bis zum Jahr 2050 wird sich ihre Zahl verdoppeln, schätzt die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft. Dass diese Menschen nicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen, sondern ins Dorf integriert werden, wünschen sich die Mitglieder des Generationenhilfevereins „Hand in Hand“. Gisela und Wilhelm Grote vom Verein haben Ideen, wie das gelingen kann - und wollen in den kommenden Monaten im großen Stil über Demenz aufklären (siehe Kasten).

Das Projekt wird sogar von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt: Im Rahmen des Programms „Menschen mit Demenz in der Kommune“ hatten sich bundesweit 155 Projekte um Fördergeld beworben, 20 wurden ausgewählt - darunter auch der Hohenhamelner Verein. Er erhält rund 12000 Euro, mit denen unter anderem die Honorare von Fachleuten oder Werbebroschüren bezahlt werden sollen.

Ziel des Förderprogramms ist ein „wertschätzender und respektvoller Umgang“ mit Demenzkranken. Das wünschen sich auch Gisela und Wilhelm Grote. Demenzkranke sollten ein Teil der Gesellschaft bleiben, finden sie. Derzeit ist das nicht selbstverständlich: Gerade im Anfangsstadium bekommen viele Demenzkranke mit, dass mit ihnen etwas nicht stimmt - und ziehen sich aus Scham aus dem öffentlichen Leben zurück. Umgekehrt werde auch in der Nachbarschaft gelästert: „Dann heißt es: Die wird aber auch langsam komisch, mit der kann man nichts mehr anfangen“, sagt Gisela Grote. „Wir wollen Demente wieder ins dörfliche Leben eingliedern“, ergänzt ihr Mann Wilhelm.

Wie man Menschen mit Demenz anspricht, sich in ihre Gedankenwelt hineinversetzt und auf sie eingeht, sollte deshalb im besten Fall das ganze Dorf lernen: Der Busfahrer, der die alte Dame erst aussteigen lässt, wenn sie tatsächlich am Ziel ist - vielleicht mit den Worten „Dort ist Ihr Haus, Frau Müller“. Der Bankangestellte, der notfalls Zugfahrscheine bastelt. Oder die Sangesschwester, die ihre Ehrenvorsitzende zur Begrüßung nicht fragt: „Kennst du mich noch?“, sondern sagt „Ich bin’s, die Else.“

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