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Wasserverband: Es wird noch viel, viel teurer

Hohenhameln Wasserverband: Es wird noch viel, viel teurer

Hohenhameln . Eigentlich sollte es nur um das getrennte Abwasser-Entgelt gehen - doch dann wurde die Info-Veranstaltung des Wasserverbands am Montagabend zu einer philosophischen Runde über den demografischen Wandel. Langfristig werden die Gebühren nämlich kräftig steigen, wenn die Bevölkerung schrumpft.

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Quelle: A/cb

Eine „versteckte Gebührenerhöhung“ hatten viele Hohenhamelner vermutet, als der Wasserverband das getrennte Abwasser-Entgelt einführte: Schmutz- und Regenwasser werden seit Januar getrennt abgerechnet (PAZ berichtete). Geschäftsführer Olaf Schröder stritt bei der Info-Veranstaltung auch nicht mehr ab, dass dadurch die Einnahmen erhöht wurden. Schließlich habe der Wasserverband aus den vergangenen Jahren ein hohes Defizit vor sich hergeschoben.

Im Jahr 2010 zum Beispiel habe der Verband in Hohenhameln 3,2 Millionen Euro ausgegeben, aber nur 2,8 Millionen Euro eingenommen. „Die Kosten waren nicht gedeckt“, sagte Schröder. Um das Defizit wieder auszugleichen, hat die Gemeinde Hohenhameln eine sechsstellige Summe an Eigenkapital zur Verfügung gestellt - und der Wasserverband seine laufenden Einnahmen erhöht.

„Ohne die Regenwassergebühr wäre der Schmutzwasserpreis auf 5,80 Euro gestiegen“, sagte Schröder. Statt dessen wurde er von 5 Euro auf 4,50 Euro gesenkt. Trotzdem nimmt der Wasserverband 2012 erstmals seit Jahren wieder etwas mehr ein, als er ausgibt, erklärte Schröder.

Wenn es gut laufe, könnten die Gebühren 2013 sogar wieder sinken. Gewinne dürfe der Wasserverband ja nicht machen, eventuelle Überschüsse müssten innerhalb von drei Jahren wieder ausgeglichen werden. „Wir sehen durchaus Potenzial, die Schmutzwasserpreise wieder nach unten anzupassen“, sagte Schröder.

Doch so eine Senkung würde nur kurzfristig funktionieren - langfristig gehen die Preise kräftig nach oben. Das Problem: Der Wasserverband hat hohe Fixkosten. Kanäle und Kläranlagen instand zu halten ist teuer - und die Kosten sinken auch nicht, wenn weniger Wasser hindurch fließt.

Da in Hohenhameln die Bevölkerung schrumpft - Prognosen zufolge um 20 Prozent bis zum Jahr 2030 - müssen künftig weniger Gebührenzahler die gleich bleibenden Kosten schultern. Die Beiträge steigen. „Bis 2030 fehlen uns vermutlich 360000 Euro wegen des Bevölkerungsrückgangs“, schätzt Schröder.

Ratsherr Ulrich Helwes brachte das bei der Info-Veranstaltung treffend auf den Punkt: „Es wird noch viel, viel teurer.“  

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Kommentar: Rückbau wird nötig

Hohenhameln schrumpft – was tun? Will man die Kanäle und Kläranlagen, aber auch die Straßen und Dorfgemeinschaftshäuser auf dem heutigen Stand halten, wird das Leben für immer weniger Menschen immer teurer. Für dieses Problem gibt es keine einfache Lösung. Aber es gibt zwei Ansätze.

Erstens: Mehr Kinder – doch das lässt sich nicht staatlich verordnen, dafür braucht man kostenlose Krippen, familienfreundliche Firmen und viel Geduld.

Zweitens: Die Infrastruktur vorsichtig zurückbauen. In abgelegenen Dörfern könnten zum Beispiel Klärteiche die langen Abwasserkanäle zur nächsten Kläranlage ersetzen.

von Susann Reichert 

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