Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Waldbrände 1975: Augenzeuge erinnert sich

Hohenhameln Waldbrände 1975: Augenzeuge erinnert sich

Oelerse."Im Sommer 1975 kam es in den hiesigen Heidewäldern in der Zeit vom 7. bis 19. August zu insgesamt 297 Flächenbränden, davon zu fünf Großbränden. Den Großbrand bei Eschede habe ich als junger Unteroffizier der Bundeswehr selber miterlebt“, berichtet Günter Salgmann, der heutige Ortsheimatpfleger von Oelerse.

Voriger Artikel
Schützenfest und 40 Jahre Damenschießabteilung
Nächster Artikel
Nach Flucht vor Polizei: Auto fuhr in Haus

Aufnahme vom 10. August 1975: Die Waldbrände hinterließen insgesamt fast 11 000 Hektar, beziehungsweise 110 Quadratkilometer, verbrannte Fläche. Das entspricht rund 15 500 Fußballfeldern durchschnittlicher Größe.

Quelle: A

Salgmann erinnert sich: „Am Sonntag, 10. August 1975, hatte ich als junger Unteroffizier mit zwei weiteren Kameraden Dienst auf dem Feldjägerdienstkommando Munster. Wir befanden uns auf Streifenfahrt im Bereich der Kasernen und Übungsplätze. Es war etwa 14 Uhr, als wir im Süden eine Rauchsäule am Horizont bemerkten. Wir gingen zunächst von einem Feuer auf dem Truppenübungsplatz Munster-Süd aus und fuhren in diese Richtung. Das Feuer war jedoch viel weiter entfernt, als es zunächst den Anschein hatte. Wir waren fast bis Eschede gefahren.

Bei einem Forsthaus nahe Starkshorn/Rebberlah trafen wir auf die Bewohner des Hauses sowie auf eine Gruppe örtlicher Feuerwehrkameraden, die einen Löschversuch resigniert aufgegeben hatten und auf dem Rückzug vor dem Feuer waren, das vielleicht noch 100 oder 200 Meter vom Forsthaus entfernt war und näher kam. Der Himmel verdunkelte sich vom Rauch und der Asche.

Meine Kameraden setzten mich am Forsthaus ab und fuhren nach Scheuen, um den diensthabenden Offizier der dortigen Panzertruppe in Kenntnis zu setzten. Ich sperrte die Zufahrtsstraße zum Forsthaus und wies die vielen Schaulustigen, die mit ihren Fahrzeugen von den nahe gelegenen Kiesteichen zum Brandort fahren wollten, wieder zurück.

Telefonisch schilderte ich dem Standortoffizier in Scheuen die Lage und äußerte auch die Einschätzung, dass hier nur Schneisen durch Panzer helfen könnten. Es hieß, die anwesenden Truppen seien in Alarmbereitschaft. Allerdings könne man ohne Einsatzbefehl nicht ausrücken.

Das Feuer war zwischenzeitlich näher gekommen. Eine etwa 30 bis 40 Meter hohe Feuerwand walzte auf uns zu. Das Heulen und Brausen sowie der durch den Luftsog verursachte Sturm lassen sich nicht mit Worten beschreiben. Der Förster nahm mich in seinem Wagen mit, und wir fuhren über Forst- und Feldwege aus der Gefahrenzone heraus. Die Zufahrtstraße war nicht mehr befahrbar, da das Feuer bereits darüber hinweg gegangen war. An der Straße trafen wir eine Vielzahl von Feuerwehren, Polizei- und Hilfskräften an. Es herrschte ein ziemliches Durcheinander.

Später wurden sämtliche Angehörige des Feldjägerdienstkommandos in Bereitschaft versetzt. Unsere Aufgaben waren militärischer Verkehrsdienst und Ordnungsdienst sowie Kurierfahrten, Fahrten für Verbindungsoffiziere, das Aufrechterhalten einer Funkbrücke zur Kompanie in Hannover und in der Begleitung von Panzern sowie anderen Militärfahrzeugen. Für die erfolgreiche Bekämpfung des Brandes war der Einsatz des Bundeswehr von Bedeutung: Man walzte mit den Bergepanzern etwa 500 Meter breite Schneisen in den Wald.

Bemerkenswert war die hervorragende Organisation des Roten Kreuzes bezüglich Versorgung und Verpflegung. Allerdings haben wir auch Feuerwehrkameraden getroffen, die zum Teil zwei oder mehr Tage ohne Essen und Trinken im Einsatz waren und Löschwasser getrunken haben.“ wos

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hohenhameln

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Rückbau auf dem Telgter Elmeg-Gelände
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung