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Von Rauchern und Hemmschwellen: Tanz in den Mai aus Sicht der Security

Reportage Von Rauchern und Hemmschwellen: Tanz in den Mai aus Sicht der Security

Hohenhameln. Ausgelassen feierten die Gäste am vergangenen Donnerstag den Tanz in den Mai in Hohenhameln. Für die Sicherheit der Besucher sorgten Mitarbeiter einer Securityfirma. PAZ-Redakteur Jonas Szemkus begleitete das Team der Peiner Firma Securus für mehrere Stunden. Eine Reportage über Humor, sinkende Hemmschwellen und Raucher im Festzelt.

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Ausgelassen feierten Hunderte Besucher beim Tanz in den Mai - dafür sorgten auch die Sicherheitsleute der Peiner Firma Securus.

Quelle: in/A

Sie kontrollieren Taschen, Ausweise und sorgen dafür, dass im Zelt kein Ärger aufkommt: die sechs Sicherheitsleute beim Tanz in den Mai. „Ich sehe den Leuten meistens schon Stunden vorher an, ob sie Stress machen könnten“, sagt Sicherheitsmann Maik Bieband. Er ist einer der sechs Securus-Mitarbeiter, die an diesem Abend für die Sicherheit sorgen.

Am Anfang ist alles ruhig, es bleibt Zeit für einen Plausch mit gutgelaunten Feiernden und dem einen oder anderen Scherz. „Man muss den Leuten mit Respekt begegnen“, sagt Bieband. „Ich möchte ja auch respektiert werden. Mit Humor geht das oft einfacher.“ Das klappt meistens - aber nicht immer. „Die Hemmschwelle der Gäste, Streit anzufangen, ist in den letzten Jahren immer weiter gesunken. Und sie sinkt auch mit dem Alkoholpegel“, sagt der 22-Jährige. Er arbeitet eigentlich bei Peiner Träger. Security, das sei nur sein Hobby - „eins, mit dem ich nebenbei noch ein bisschen Geld verdiene“.

Sein Hobby ist keinesfalls ungefährlich. „Wir haben immer stichsichere Westen im Auto und entscheiden je nach Stimmung auf der Feier, ob wir sie brauchen.“ Brenzlige Situationen gebe es immer wieder, besonders Abifeiern seien dafür bekannt. „Beim Tanz in den Mai passiert aber eigentlich wenig.“ Damit das so bleibt, macht das Security-Team immer wieder Rundgänge durch das Zelt. „Wir müssen den Leuten signalisieren, dass wir hier sind.“

Bieband postiert sich am Ende des Zeltes, hat den Blick in Richtung Tanzfläche gerichtet. Links an den Tischen sieht er auf den ersten Blick einen Gast, vor dem mehrere Bierflaschen aus Glas stehen. „Die hat er mitgebracht, die gibt es hier nicht.“ Auf den nächsten Blick sieht er den nächsten Verstoß: Bieband zeigt in Richtung Tanzfläche. Inmitten einer Menschentraube hat der Security-Mann einen Raucher entdeckt, das ist im Festzelt verboten. „Da raucht einer, ich seh das sofort. Man hat da so seine Tricks. Aber die verrät man natürlich nicht“, sagt Bieband und lacht. Denn: „Wenn die jeder kennen würde, könnte das ja auch jeder umgehen.“ Er spricht den jungen Mann mit der Zigarette an, er möge doch bitte draußen rauchen. Der erschrickt beim Anblick des Security-Mannes zunächst, bedankt sich für den Hinweis, entschuldigt sich und geht mit der glimmenden Zigarette nach draußen. Viel mehr passiert zunächst nicht.

Bieband steht wieder am Ausgang des abgesperrten Geländes. Außer, dass etwa 100 Mal dieselbe Frage gestellt wird - ob man mit dem „Tanz in den Mai“-Stempel auf der Hand ohne Probleme wieder reinkommt - passiert nichts. Und die Antwort ist immer gleich: ja. „Man gewöhnt sich daran, die Frage ein paar Hundert Mal am Abend zu beantworten. Wenn das das Aufregendste am Abend ist, haben wir unseren Job wenigstens richtig gemacht.“

Je später der Abend, desto ausgelassener die Stimmung im Zelt - und desto betrunkener die Gäste. An einigen Stellen eskaliert die aufgeheizte Stimmung. Die Sicherheitsleute müssen beim Streit eines Pärchens schlichten, bei einer Schlägerei - und werden selbst Opfer eines Angriffs.

„Da hat jemand Randale gemacht, wir sind dazwischengegangen und beim Schlichten ist er auf uns losgegangen. So was passiert leider immer wieder mal“, schildert Bieband. Der Angreifer wurde zu Boden gebracht, dann übernahm die Polizei. Und auch die ist froh, dass es die Security-Leute gibt. Polizeisprecher Peter Rathai sagt: „Da, wo Security eingesetzt wird, sorgen sie eigentlich immer auch für eine ruhigere Lage, als wenn keiner dort ist. Von daher ist der Einsatz von etablierten Firmen durchaus zu befürworten.“

js

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