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Vom Zoo der ausgestopften Vögel bis zu Kunst aus menschlichem Haar

Ausflugstipp Vom Zoo der ausgestopften Vögel bis zu Kunst aus menschlichem Haar

Harsum. In Omas guter Stube ist es am gemütlichsten. Kaffee wird allerdings in einer modernen kleinen Kaffeeküche hinter einem Vorhang gekocht. Das Heimatmuseum Harsum im Ortsteil Borsum ist ein Geheimtipp für Gruppen, Schulklassen und kleine Feiern. Wer sich für das Leben auf dem Land vor 100 Jahren interessiert, für Technik, Hauswirtschaft oder Vogelkunde, der wird dort mit Sicherheit fündig. Von Hohenhameln aus ist das Museum ein tolles Ziel für einen Radausflug - gerade jetzt im Frühling.

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Beeindruckend: Stefan Niemann (links) und Raimund Schrader neben der gewaltigen Kirchturmuhr im Museum.

Quelle: sz

Kinder interessieren sich am meisten für die Präparate von Bienenfresser, Kolkrabe, Kranich und Dohle oder für die Eiersammlung vom winzigkleinen Blaumeisen- bis zum wassermelonengroßen Straußenei (von 1913). Oder sie gruseln sich ein bisschen vor der unheimlichen Schaufensterpuppe in ihrer dunklen Tracht aus Oberschlesien. „Nach dem Krieg hat sich die Einwohnerzahl von Borsum durch Flüchtlinge verdoppelt, deshalb stellen wir auch Dinge aus, die für die Harsumer mit oberschlesischen Wurzeln interessant sind“, erklärt Gemeindeheimatpfleger Raimund Schrader.

Der rührige Heimatverein Borsumer Kaspel (plattdeutsch für Kirchspiel) mit seinen 123 Mitgliedern hat in der ehemaligen Schule seit 1994 alles gesammelt, was sich aus alter Zeit in Harsum und den dazugehörigen Dörfern erhalten hat: ein Bodenprofil mit extrem fruchtbarer Borsumer Schwarzerde (108 Bodenpunkte, dabei geht die Skala nur bis 100), alte Geräte zur Flachsherstellung und Wäschepflege, darunter ein Samt-Bügeleisen, ein Laubsäge-Lampenschirm aus den 1940er-Jahren und eine in China beim Boxeraufstand erbeutete Fahne.

Arbeits-, Braut- und Unterbekleidung ist zu sehen und die älteste Urkunde über Borsum aus der Zeit um 800, aber auch eine Gebrauchsanweisung mit dem Titel „Die deutsche Volksgasmaske“ aus dem Zweiten Weltkrieg. Imposant ist die Mechanik einer gewaltigen Kirchturmuhr, die Vereinsmitglied Vinzenz Gentemann, ein Schlosser, wieder gebrauchstüchtig gemacht hat, skurril sind dagegen „Griddelsteine“ aus geschmolzenem Glas sowie Blumenstraußbilder hinter Glas, die aus den Haaren Verstorbener gefertigt wurden.

„Für Kinder ist das Museum besonders interessant“, meint Stefan Niemann vom Heimatverein. „Hier kann man ihnen zeigen, was man früher ohne Strom, fließendes Wasser und Computer schaffen konnte.“

sz

INFO

Mit dem Fahrrad zum Museum

Anfahrt: Der Weg nach Harsum und zurück ist mit dem Rad bequem an einem Nachmittag zu bewältigen: Von Hohenhameln aus sind es etwa zehn Kilometer, das ist auch bei gemütlichem Tempo in einer Stunde zu schaffen. Der Weg führt zunächst über Clauen und dann wahlweise erst Richtung Harsum und dann links über die K 203 nach Borsum oder erst über Rautenberg und dann kurz vor Hüddesum rechts nach Borsum.

Öffnungszeiten: Mittwochs 16 bis 18 Uhr, gelegentlich auch sonntags. Gruppen von 10 bis 20 Personen können auch außerhalb der Öffnungszeiten kommen, müssen sich aber anmelden. Kaffee und Kuchen müssen ebenfalls vorbestellt werden.

Angebot: Unterschiedlichste Ausstellungsstücke aus vielen Interessengebieten sind auf mehreren Etagen und im Treppenhaus zu entdecken.

Kontakt: Heimatmuseum der Gemeinde Harsum, Opfergasse 3 in Borsum, Telefon 05127/3435 (nur während der Öffnungszeiten). Im Internet unter www.facebook.com/HeimatvereinBorsumerKaspeleV oder www.heimatverein-borsum.de.

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