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Verurteilt: Pädophiler (46) muss in Haft

Hohenhameln Verurteilt: Pädophiler (46) muss in Haft

Hildesheim/Hohenhameln. Der vorbestrafte Sexualtäter, der in Hohenhameln wiederholt Kinder im Alter zwischen 9 und 13Jahren angesprochen hatte, muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das urteilte gestern die Große Strafkammer am Landgericht Hildesheim.

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Wegen Verstoßes gegen Auflagen stand ein vorbestrafter Sexualstraftäter vor Gericht. Rechts daneben: Sein Verteidiger Bernward Hink.

Quelle: js

von Jonas Szemkus

Zusätzlich zur Haftstrafe über ein Jahr und sechs Monate für die Geschehnisse in Hohenhameln muss der Pädophile eine weitere, eigentlich zur Bewährung ausgesprochene Strafe absitzen. Der 46-Jährige trat die Haft gestern bereits direkt nach der Urteilsverkündung an.

Statt über seine Opfer und die Taten wollte der 46-Jährige auch am zweiten Verhandlungstag lieber über sein schweres Leben sprechen, über ausgefallene Haare, schnelle Autos, die er einst gefahren sei, oder über den Führerschein, den er gerne machen würde. Da er für den ein Jahr lang straffrei bleiben müsse, werde er ohnehin keine Straftaten mehr begehen. Pädophil? Das sei er ohnehin nicht, hatte er schon am ersten Prozesstag betont.

Das jedoch bescheinigte ihm der Sachverständige Dr. Konstantin Karyofilis, Arzt für Psychiatrie, der gestern als Zeuge gehört wurde. „In den letzten 20 Jahren gab es immer wieder Kontaktversuche mit und sexuelles Interesse an Kindern“, erläuterte Karyofilis seine Einschätzung. Und: „Im Leben des Angeklagten gibt es deutlich mehr sexuellen Kontakt zu Kindern als zu Frauen.“ Das spreche eindeutig für pädophile Neigungen des 46-jährigen Hildesheimers. Außerdem liege bei ihm eine Persönlichkeitsstörung mit dissozialen, schizoiden und paranoiden Anteilen vor. „Kurz bis mittelfristig sehe ich nicht, dass eine Therapie Erfolg hätte.“

Zwar hatte der Angeklagte an beiden Tagen stets beteuert, die Kinder zwar angesprochen, mit ihnen aber „nicht böses“ vorgehabt zu haben. Das aber zog Oberstaatsanwalt Martin Dorn in Zweifel: „Das Ziel des Ansprechens war die Kontaktanbahnung, um einen sexuellen Kontakt zu den Kindern vorzubereiten“, sagte er in seinem Plädoyer. „Der Angeklagte muss zur Kenntnis nehmen, dass er pädophil ist.“ Gerade deswegen sei ihm verboten worden, sich Kindern zu nähern. Horn forderte für den Angeklagten zwei Jahre Haft ohne Bewährung. Der Verteidiger des Hildesheimers, Anwalt Bernward Hink, verwies indes auf das umfassende Geständnis seines Mandanten und forderte eine Haftstrafe, die maximal ein Jahr betragen solle.

Die Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Rainer de Lippe wählte den Mittelweg: ein Jahr und sechs Monate wegen Verstoßes gegen Weisungen während der Führungsaufsicht lautete das Urteil. Ohne Bewährung. „Sie wollten den Kindern näher kommen und sie haben eine sexuelle Vorliebe für Kinder“, erläuterte de Lippe. „In Hohenhameln haben sie genau ihre Zielgruppe angesprochen.“ Damit habe der Angeklagte den Zweck der Weisungen, die Verhinderung von Missbrauchsfällen, gefährdet.

Zusätzlich zur Strafe wegen Verstoßes gegen Weisungen muss der Hildesheimer noch eine weitere, einjährige Haftstrafe absitzen. 2013 hatte er bereits einmal gegen die Führungsaufsicht verstoßen und deswegen unter Bewährung gestanden. Die war ihm nach Bekanntwerden der Fälle in Hohenhameln entzogen worden. Die beiden Haftstrafen muss der Hildesheimer nacheinander absitzen.

Info - Die Historie des Falles

Zwischen Mitte Mai und Juli dieses Jahres sprach der 46-Jährige aus dem Landkreis Hildesheim in sieben Fällen Jungen unter 14Jahren an, die jüngsten von ihnen erst neun, wollte sie unter anderem nach Hause fahren oder bot eine gemeinsame Fahrt ans Meer an. Das ist zwar zunächst nicht strafbar, bei dem Hildesheimer handelt es sich jedoch um einen vorbestraften Sexualstraftäter, der allein wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vier Mal vorbestraft ist und bereits in Haft saß. Als er aus dem Gefängnis entlassen wurde, wurde dem Hildesheimer gerichtlich verboten, Kontakt zu Kindern aufzunehmen. Gegen diese sogenannte Weisung der Führungsaufsicht verstieß er, als er die Jungen in Hohenhameln ansprach. Ende Juli dieses Jahres stellte die Führungsaufsichtsstelle des Landgerichts Hildesheim Strafantrag, kurz darauf wurde der 46-Jährige in seiner Wohnung im Landkreis Hildesheim festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht. Seitdem saß er in einer Justizvollzugsanstalt ein.

js

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