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Umwelt-Drama am Equorder Teich: Großes Fischsterben und beißender Gestank

Hohenhameln Umwelt-Drama am Equorder Teich: Großes Fischsterben und beißender Gestank

Equord. Ein trauriges Bild bietet das einst üppig belebte Biotop, der Löschwasserteich in Equord: Das ehemals saubere Wasser ist einer bestialisch stinkenden Brühe gewichen, Tausende Fische sind verendet und säumten bis gestern das Ufer - Leben existiert hier scheinbar nicht mehr.

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Tausende Fische wurden nach dem Brand in Stedum ans Teichufer geschwemmt.

Quelle: oh

Als Auslöser für diesen dramatischen Zustand vermuten die erschütterten Equorder und der bereits tätig gewordene Landkreis das verschmutzte Löschwasser vom Brand auf dem Deponiegelände im benachbarten Stedum vergangene Woche (PAZ berichtete).

„Es ist ein furchtbares Desaster“, sagt Anwohnerin Sylvia Anacker völlig fassungslos über die tote Szenerie, die sich ihr am Teich bietet. Bis vor wenigen Tagen sei das Gebiet ein Idyll gewesen, wo sich Eisvögel, Fischreiher und Wildgänse tummelten. Das 3000 Quadratmeter große Gewässer sei reich bestückt gewesen mit Rotfedern und Hechten. Sogar eine Wasserratte habe die Equorderin gesichtet. Das von zahlreichen Tierarten bevölkerte Areal gehört nun der traurigen Vergangenheit an. „Nicht einmal mehr Mücken findet man dort“, so die ratlose Feststellung von Anacker.

Was zu dieser leblosen Tristesse hinzukomme, sei der furchtbare Gestank nach Tod, Chemie und geschmolzenem Plastik. Wie eine zähe Wolke ziehe sich der verpestete Dunst durch die Umgebung.

Die Vermutung liegt nahe, dass das über Gräben in den Teich abgeflossene Löschwasser aus Stedum die Ursache für das Drama ist. Über zwei Tage waren die Einsatzkräfte damit beschäftigt gewesen, das Feuer in einer Halle auf dem Deponiegelände zu löschen.

Diese Halle lagerte überwiegend gelbe Säcke mit Verpackungsmaterialien, darunter viel Plastik. Tausende Kubikliter Wasser waren benötigt worden, den Flammen und der Glut Herr zu werden. Zudem wurde ein sogenanntes Löschgel eingesetzt, um das Feuer einzudämmen.

Diese Brühe aus Chemie und Brandrückständen landete vermutlich fast größtenteils im Equorder Teich - löschte dort kein Feuer, sondern jegliches Leben aus. Schon während der andauernden Löscharbeiten am Freitag habe Anacker helle Flecken auf dem Wasser treiben sehen. Tagsdrauf seien Tausende Fischkadaver an Land gespült worden. Gleichzeitig habe sich der ungeheuerliche Geruch festgesetzt, der nach wie vor anhält. „Das Wasser stinkt so sehr wie der Qualm, als das Feuer in Stedum ausgebrochen ist“, beschreibt die Equorderin. Die Abfluss-Gräben seien zwar mittlerweile trocken. Was aber übriggeblieben sei, sei der auf übelste Weise stinkende Morast.

Viele Anwohner hätten sich daher hilfesuchend an den Landkreis gewandt. Und der hatte unverzüglich reagiert - ebenso die Peiner Entsorgungsgesellschaft (PEG) als Betreiber der Mülldeponie. „Gestern Vormittag kamen zwei Mitarbeiter einer Fachfirma, um mit zwei Keschern die toten Fische einzusammeln“, erzählt Anacker. Doch sie hätten abgebrochen wegen des beißenden Gestankes und der Masse an Kadavern. Nachmittags rückte dann schwereres Gefährt an, ein Spül- und ein Saugwagen, um die Fische mit einem Schlauch zu entfernen. Die PEG stehe mit einem Fachlabor aus Braunschweig in Verbindung, teilte Kreissprecherin Katja Schröder auf Anfrage der PAZ mit. Sie spricht auch für die PEG, die dem nichts hinzuzufügen habe. Das Labor soll nun Proben entnehmen vom Wasser, Boden und Schlamm. Entsprechend der Analyse-Ergebnisse und dem Schadstoffgehalt werde die weitere Vorgehensweise bestimmt.

Hohenhamelns Bürgermeister Lutz Erwig: „Unsere Leute waren draußen, wir können im Moment aber nicht viel machen“, sagt er. Die Gemeinde sei in diesem Fall nicht die zuständige Fachbehörde. „Wir warten auf die Messergebnisse und werden gegebenenfalls unsere Gräbensperren komplett ausräumen“, sagte er gestern gegenüber der PAZ. Den Anwohnern bleibt derweil nichts anderes übrig, als abzuwarten. Anacker: „Wir hoffen, dass alle Schadstoffe restlos entfernt werden und bald wieder ein funktionierenden Ökosystem entstehen kann.“

ck/wos

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