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Stromtrasse geplant: Kommen bald riesige Masten in Sichtweite Hohenhamelns?

Hohenhameln Stromtrasse geplant: Kommen bald riesige Masten in Sichtweite Hohenhamelns?

Hohenhameln. Die größte deutsche Stromtrasse soll bald quer durch Niedersachsen laufen, nur wenige Kilometer am Hohenhamelner Gemeindegebiet entfernt. Denn der erste Vorschlag der Netzbetreiber Tennet und TransnetBW sieht den Verlauf der bis zu 80 Meter hohen Masten kurz hinter Harsum und Algermissen vor.

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Eine Stromtrasse mit rund 80 Meter hohen Masten soll Windstrom durch Deutschland transportieren - und nah am Gemeindegebiet vorbeilaufen.

Quelle: A

Von Jonas Szemkus

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) mahnte bereits: „Wir brauchen mehr Erdverkabelung. Die Belastungen für die Anwohner müssen so gering wie möglich gehalten werden.“

Kritisch sieht die Hohenhamelner Bürgerinitiative (BI) für Umweltschutz das Mammutprojekt: „Da die gesundheitlichen Auswirkungen von langen Gleichstrom-trassen nicht bekannt sind, ist ein solch riesiger Feldversuch mit menschlichen und tierischen Bewohnern in der Nachbarschaft unverantwortlich, zumal die Landschaft mit diesen Megamasten großflächig verschandelt wird.“ Außerdem seien die teureren Erdkabel effektiver, weniger anfällig - und umweltverträglicher. Sinnvoller sei es aber ohnehin, Strom überwiegend dezentral zu produzieren und im Süden verstärkt auf Solarstrom zu setzen.

Von den Hohenhamelner Ortschaften liegt Bründeln am nächsten an der geplanten Trasse, rund drei Kilometer entfernt. Ortsvorsteher Uwe Semper (SPD) hat große Bedenken. „Ich lehne Freileitungen kategorisch ab. Sie haben erhebliche Auswirkungen auf Flora und Fauna, Landschaftsbild und auch auf die Gesundheit der Menschen.“ Demnach sei der Mindestabstand zu Ortschaften der falsche Maßstab: „Die Strahlungswirkung reicht bis zu fünf Kilometer, in denen durch die Entstehung von krebserregenden Aerosolen gesundheitliche Schäden wie Leukämie auftreten können.“ Semper: „Das heißt, es ist massiv die Gesundheit der Menschen in Gefahr.“ Der Ortsvorsteher befürchtet dauerhaft Beeinträchtigungen durch die Trasse - und das nicht nur für Bründeln.

Die Ortschaft Clauen liegt rund vier Kilometer von der Trasse entfernt. Ortsbürgermeister Uwe Lauenstein (CDU): „Direkte Belastungen durch elektrische Stromfelder sind durch den erheblichen Abstand wohl nicht zu befürchten. Optische aber sicherlich schon.“ Unmut über die Pläne werde sich wohl nicht nur im direkten Umfeld der Leitungen breit machen, „sondern auch weiter gehen. Die Leitungen hätte man ja schon im Blickfeld.“

Bürgermeister Lutz Erwig (SPD) bleibt indes erst einmal gelassen. „Die Trasse macht nur einen kleinen Knick über den Mittellandkanal. Das ist relativ weit weg von den Hohenhamelner Ortschaften. Nach erster Ansicht wird uns das nicht groß belasten, denke ich.“ Dadurch, dass die Trasse das Gemeindegebiet nicht berühre, werde Hohenhameln außerdem nicht in die Planverfahren einbezogen.

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