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Stefanie Herold bringt die Korvette an Ziel

Hohenhameln Stefanie Herold bringt die Korvette an Ziel

Hohe Düne/Hohenhameln. Sie arbeiten auf der Brücke, im Maschinenraum oder am Leitstand: 1400 Frauen dienen bei der Deutschen Marine. Eine von 33 beim 1. Korvettengeschwader ist Stefanie Herold aus Hohenhameln.

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Stefanie Herold an ihrem Arbeitsplatz auf der Korvette.

Quelle: Kerstin Schröder

Sie arbeitet an Bord der Korvette „Ludwigshafen am Rhein“. Als „Navmeister“ muss sie viel rechnen und organisieren: „Ich plane die Routen, damit wir sicher und pünktlich im Einsatzgebiet ankommen“, erzählt sie. Auf der Kommandobrücke sitzt die 27-Jährige neben dem Kapitän. Sie berechnet Kurs und Geschwindigkeit, wertet die Wettervorhersagen aus und warnt, wenn Gefahren wie Riffe, Untiefen oder Wracks in den fremden Seegebieten lauern. Dafür muss sich Stefanie Herold im Vorfeld die Seekarten ganz genau anschauen.

2008 hat die gebürtige Hannoveranerin bei der Deutschen Marine angeheuert. „Weil mich die Seefahrt interessiert hat“, erzählt sie. Die Leidenschaft fürs Wasser liegt nicht in der Familie. „Ich bin die Erste, die so etwas macht“, sagt sie. Freiheit, reisen, andere Länder sehen - das will sie, und natürlich Soldatin sein, um Menschen in Krisenregionen zu helfen.

Es hat ein bisschen gedauert, bis sie ihre „Berufung“ gefunden hat. Vor ihrer Ausbildung zur Navigationsmeisterin arbeitet Stefanie Herold als Vermessungstechnikerin. Auch in dem Beruf musste sie viel rechnen, und die meisten ihrer Kollegen waren Männer. „Ich war also gut vorbereitet“, sagt sie lachend.

Dass sie eine von nur drei Frauen an Bord der 60-köpfigen Besatzung ist, mache ihr nichts aus. Auch nicht, dass sich Mann und Frau oft eine Kammer teilen. „Aber meist sieht man sich gar nicht, weil die Dienstzeiten unterschiedlich sind“, erzählt sie. Die Betten in den Kajüten befinden sich übereinander, daneben stehen kleine Schränke. Im Einsatz lebt die Besatzung so mehrere Wochen. Vier Monate sind es gewesen beim Unifil-Einsatz vor dem Libanon. Hier hat Stefanie Herold mit ihren Marine-Kollegen den Seeraum überwacht, insbesondere nach Waffenschmugglern geschaut.

„Außerdem haben wir libanesische Soldaten ausgebildet“, ergänzt sie. Da es zwei Wochen dauere, um das Schiff von Rostock dorthin zu bringen, bleibt eins mehrere Monate dort. Und die Besatzung wird mit dem Flugzeug dorthin gebracht. Vor Ort nimmt der „Navmeister“ Kontakt zu den Behörden auf, um zu erfahren, wo man hinfahren darf und wohin nicht. Außerdem kümmert sich Stefanie Herold darum, dass die elektronischen Seekarten immer auf dem neuesten Stand sind.

Obwohl die 27-Jährige nicht mit Planken unter den Füßen aufgewachsen ist, ist ihr an Bord auch bei heftigsten Seegang noch nicht übel geworden. Nach ihrer Ausbildung ist sie 2010 zunächst auf einem Minenjagd-Boot gefahren, ein Jahr später folgte der Wechsel auf die Korvette „Ludwigshafen am Rhein“. Seit zwei Jahren ist Stefanie Herold Oberbootsmann.

Gern erinnert sich die Berufssoldatin an die Fahrt nach Brasilien. Dort sollte die Besatzung erkunden, wie sich das Schiff in warmen Gewässern verhält, denn die Maschinen werden nicht künstlich gekühlt. Der Test war erfolgreich - nicht so gut lief es für die Besatzung beim Fußballspielen mit einer brasilianischen Mannschaft: 10 zu 2 hieß es am Ende. „Aber auch nur, weil sie uns zwei Tore haben schießen lassen“, sagt die junge Frau lachend. Am Wochenende fährt sie übrigens immer nach Hohenhameln. Dort wohnt sie mit ihrem Freund, der sie bei den langen Auslandseinsätze sehr unterstützt: „Er ist auch schon zur See gefahren und weiß, wie es ist.“

Von Kerstin Schröder

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