Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Sieben Flüchtlinge aus Pakistan in Sievershausen

Sievershausen Sieben Flüchtlinge aus Pakistan in Sievershausen

Sievershausen. Wie muss das sein, wenn man aus Angst die Heimat verlässt, Freunde, Familie? Und wie muss das sein, wenn man nach der langen Reise, nach all der Ungewissheit in eine Dorfgemeinschaft kommt, die die Fremden mit offenen Armen empfängt? Sieben Flüchtlinge aus Pakistan erleben genau das zurzeit in Sievershausen. Seit vergangenem Montag leben sie in dem kleinen Ort.

Voriger Artikel
Osterfeuer: Neuer Standort
Nächster Artikel
Bohrmaschine und Laptop gestohlen

Sieben Flüchtlinge aus Pakistan leben seit einer Woche in Sievershausen.

Quelle: js

Über Libyen ging die Odyssee, erzählt Usman. In einem vollbesetzten, alten Kahn vorbei an Nigeria und Tunesien. 420 Menschen auf engstem Raum, sie alle verbindet die Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Wellen schlagen hoch, wieder Todesangst. So, wie kurz vor Fluchtbeginn.

Die Geschichten, wie die sieben jeweils nach Deutschland kamen, sind unheimlich unterschiedlich - und ähneln sich im Kern doch sehr. Es war hart, erzählen sie. Wenn nach der Vergangenheit gefragt wird, wird die sonst so aufgeweckte Runde still. Einer hat den Mut, wieder ist es Usman. Er erzählt von Bomben in der Heimat. Als ein Bekannter von den Taliban mit einem Messer angegriffen und mehrfach in Gesicht und Oberkörper getroffen wurde, flüchtete Usman. Er habe um sein Leben gefürchtet. Die anderen bleiben still.

In einer Flüchtlingsunterkunft nahe Göttingen trafen sich die sieben Pakistani zum ersten Mal. Sieben Männer zwischen 19 und 38 Jahren, die bald zu einer Art Familie werden sollten. Die Ämter entschieden, dass es weiter nach Sievershausen geht. Dort leben die Pakistani in einer ehemaligen Lehrerwohnung neben der alten Kirchschule. Das Gebäude gehört der Stadt Lehrte. Fünf Zimmer, Küche, Bad und eine kleine Abstellkammer. Es gibt einen Kühlschrank, Herd, seit Kurzem sogar eine Waschmaschine. „Hier im Dorf sind unheimlich nette Leute“, sagt Flüchtling Abdul auf Englisch. „Alle sind so nett, das habe ich nicht erwartet.“ Er würde gerne in Deutschland bleiben. Die anderen stimmen zu. „Wir fühlen uns wohl hier.“

In Sievershausen hält man zusammen, das gilt für die Vereine, das gilt auch für die Menschen. Schnell fanden sich zahlreiche Freiwillige, die sich für die Neuen im Dorf einsetzen. Die einen spendeten Möbel, einen Fernseher, drei Fahrräder sind bisher zusammengekommen. Andere, wie Annemarie Gebhardt vom DRK oder Ursula Giere, organisieren die Hilfe, helfen im Alltag, dolmetschen Englisch-Deutsch. Schon kurz nachdem die sieben in Sievershausen ankamen, begann Giere mit dem Deutschunterricht. Ehrenamtlich. Offiziellen Sprachunterricht gibt es erst, wenn die Flüchtlinge anerkannt sind. Das dauert etwa zwei Monate. Doch Giere ist sich sicher: „Sprache ist das entscheidende Kriterium, damit sie sich einfinden können.“ Die Pakistani danken es ihr. „Mein Name ist Haron“, sagt Haron und strahlt übers ganze Gesicht. Die anderen stimmen ein: „Ich komme aus Pakistan“, „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen.“ Giere nickt zufrieden und stolz.

„Es ist außerordentlich, wie schnell sich so viele Helfer zusammengefunden haben und wie groß die Initiative der Dorfbewohner ist“, sagt Armin Hapke, Sievershausens stellvertretender Ortsbürgermeister. „Wir wollen Akzeptanz in der Bevölkerung und Verständnis füreinander schaffen. Das ist auf dem Dorf nicht immer leicht“, sagt er. „Die Jungs sollen keine Fremdkörper im Ort sein.“ Ganz im Gegenteil: „Sie sollen sich bei uns wohlfühlen.“

Von Jonas Szemkus

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hohenhameln

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Konzert für Schüler in Ilsede
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung