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Schwerlast-Kran lüpft Türmchen

Equord Schwerlast-Kran lüpft Türmchen

Gerettet: Bevor das alte Lehrerhaus und der Kindergarten in Equord abgerissen werden, haben gestern der Glöckner Robert Wolters und andere Freiwillige die knapp 100 Jahre alte Turmuhr mit einem 80-Tonnen-Kran vom Dach gehievt. Restauriert soll sie auf dem Mehrzweckgebäude einen neuen Platz finden.

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Zimmerermeister Andreas Westphal legt die Schlaufen um die angebolzten Balken und sägt die alte Haltekonstruktion ab, als die Turmuhr den Boden erreicht hat.

Quelle: Christian Bierwagen

Hohenhameln-Equord. Präzisionsarbeit: Um exakt 8.58 Uhr rollt Hartmut Freese mit seinem Liebherr-80-Tonnen-Kranwagen der Firma Könneker aus Hildesheim vor das Mehrzweckgebäude in Equord. Er soll mit dem 42 Meter langen Ausleger die Turmuhr vom Dach heben und sicher auf einem Gummi-Wagen zum Abtransport absetzen.

Rückwärts rollt er sein schweres Fahrzeug auf den Hof, alle Räder lenken mit. Freese fährt die vier seitlichen Stützen aus, der Kranwagen hängt wenige Zentimeter über dem Boden in der Luft. Immer länger wird der Ausleger, als Freese die Hydraulik einschaltet und der Arm des Krans sich in den Himmel schiebt.

Aus dem zum Teil abgedeckten Dachstuhl gucken sich Glöckner Robert Wolters, Zimmerermeister Andreas Westphal und Ortsratsmitglied Günter Strube die Aktion an. Sie haben gemeinsam mit anderen Helfern alles vorbereitet: Die eigentliche Uhr wurde in der vergangenen Woche ausgebaut und sichergestellt, die Drahtverbindungen und Seilzüge von den schweren Gewichten zum Uhrwerk und zur Glocke gelöst, Umlenkrollen und Zahnräder sorgfältig abgebaut. Alles soll wieder zum Einsatz kommen: „Den Turm stellen wir aufs Mehrzweckgebäude, das Uhrwerk kommt ins Haus und wird mit Plexiglas verkleidet“, sagt Glöckner Wolters. „Dann kann jeder sehen, wie es läuft.“

9.37 Uhr: Kranfahrer Freese hat Ketten und Schlaufen an den Haken gehängt und peilt den schiefergedeckten Turm an. Die Schlaufen verhaken sich für einen Moment an der Turmspitze, Westphal dirigiert sie mit einer Latte am Hindernis vorbei. Zwei Balken wurden unterhalb des eigentlichen Turmkörpers angebolzt, hier hängen der Zimmerermeister und seine Helfer die Schlaufen des Krans ein.

9.40 Uhr: Mit der Motorsäge kappt Westphal die letzten Balken und Verstrebungen, die den Turm senkrecht auf dem First gehalten haben, dann zieht Kranfahrer Freese an und der Turm schwebt über dem Lehrerhaus. Keine fünf Minuten später hat er den Turm zwischen den Dächern des Lehrerhauses und des Mehrzweckgebäudes hindurchgezirkelt und stellt ihn auf dem Vorplatz ab. Noch hält er ihn in den Schlaufen, Westphal kommt wieder mit der Kettensäge und trennt die Verstrebungen unter dem Turmkörper ab.

9.50 Uhr: Kranfahrer Freese ist wieder am Zug. Bevor der Turm auf den Gummi-Wagen zum Abtransport gehoben wird, setzt er ihn probehalber einmal fast auf das Mehrzweckgebäude auf: Passt, alle sind zufrieden. Dann schwebt der Turm auf den Anhänger, wird mit Spanngurten gesichert.

Jetzt ist auch die Glocke gut zu sehen: „Bete und arbeite“ steht in erhabenen Buchstaben darauf. Ein rostiger Hammer hat sie all die Jahre geschlagen. „Was diese Glocke alles erzählen könnte“, sagt Fritz Künnemann, der sich das Schauspiel von gegenüber angeschaut hat, „wir haben sie immer gehört.“

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