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Sagenhafte Stimmgewalt und pure Passion

Hohenhameln Sagenhafte Stimmgewalt und pure Passion

Zartheit trifft Kraft, Solisten begegnen Chören: Einen Spannungsbogen bildete das Passionskonzert in der St.-Laurentius-Kirche Hohenhameln. 120 Gäste lauschten andächtig.

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120 Sänger begeisterten in der St.-Laurentius-Kirche in Hohenhameln mit einem Passionskonzert.

Quelle: rb

Hohenhameln . Es gab diesen einen Moment gleich zu Beginn des Konzerts, da übertönte die Stimmgewalt der Sänger das Hildesheimer Kammerorchester. Nur hin und wieder fanden die Streicher ein winziges Loch im engmaschigen Klangteppich, der sich in der Hohenhamelner St.-Laurentius-Kirche ausbreitete, sich wie Watte auf die Ohren der Zuhörer legte, die Kirche ganz und gar ausfüllte und fast zu sprengen schien.

Grund zum Leiden gab es bei diesem Passionskonzert unter der Leitung von Hartmut Niemitz nicht, vielmehr gaben die vier Chöre – mit insgesamt 120 Sängern ebenso stark besetzt wie das Publikum – viel Anlass zur Freude. Umrahmt wurde das beeindruckende Programm mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Joseph Haydn und Johannes Brahms durch opulente Kompositionen des Lübecker Organisten Dietrich Buxtehude.

Die Liste der Mitwirkenden war lang: Allen voran der Frauenchor Hohenhameln, dessen Auftritt durch den fulminanten Auftakt eine vom Chorleiter wohlkalkulierte Zurücknahme war, die sich geschickt auf ein furioses Finale hin steigerte. Eindringlich durch präzise Dynamik flehte der Hagenchor Nienhagen im Friedensgebet Tebe Moem „Herr, erhöre uns“ – auf Deutsch und auf Russisch – und präsentierte die eindrucksvolle niemitzsche Vertonung des Psalms „Der Herr ist mein Hirte“.

Mit einer Prise Pepp schmetterte der farbgetupfte Chor Cantiamo Nienhagen das „Santo, Santo“, bevor er gemeinsam mit dem Choro Mixturo das in seiner Dramatik spürbare, zwölfstimmige „Warum toben die Heiden“ anstimmte. Zurück blieb ein Amen, das lange nachklang.

Mit schlafwandlerischer Sicherheit führte der Choro Mixturo durch Mendelssohn Bartholdys Schaffen, bewachte sehr zart und andächtig den Schlummer des „Hüter Israel“, schlug aber gleichwohl auch kräftige Töne an. Ein gelungenes, ein abwechslungsreiches Konzert, das die Zuhörer am Ende sogar von den Plätzen riss. Um es mit den Worten von Pastor Hans Schweda zu sagen: „Es wurde auch höchste Zeit, dass wir klatschen durften.“

Mirja Weber

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