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Rund um die Uhr im Einsatz - auch an Heiligabend

Hohenhameln Rund um die Uhr im Einsatz - auch an Heiligabend

Hohenhameln. Weihnachten ist die Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit, Alltag und Arbeit sind möglichst weit weg - zumindest für die meisten Menschen. Doch viele müssen an Weihnachten auch arbeiten: Etwa um Strom zu produzieren, damit anderswo die Christbäume leuchten.

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Sie müssen auch an Heiligabend arbeiten: Dennis Rohkamp, Stefan Kretzschmar und Torsten Habekost in der Schaltzentrale des Kraftwerks Mehrum.

Quelle: rb

Ob die Schlote des Mehrumer Kraftwerks rauchen oder nicht: Gearbeitet wird dort immer, 24 Stunden am Tag. Von den rund 135 Mitarbeitern muss knapp ein Drittel während der Weihnachtsfeiertage arbeiten, sagt Kraftwerks-Sprecher Helmut Süß. Die anderen haben frei.

Die Angestellten, die das Kraftwerk „fahren“ - also in der Schaltzentrale am Pult sitzen - arbeiten ohnehin rund um die Uhr in drei Schichten, selbst wenn das Kraftwerk gerade keinen Strom produziert. Je sieben Personen bilden ein Team, der Schichtplan wiederholt sich alle vier Wochen: „Der Plan ist so festgezurrt, dass man sich eigentlich jetzt schon ausrechnen kann, ob man Weihnachten in drei Jahren arbeiten muss“, sagt Süß. „Das kann sich keiner aussuchen.“

Allerdings ist über die Feiertage nur eine Minimal-Besetzung vor Ort, von den sieben Leuten im Team müssen nur fünf tatsächlich arbeiten. Ob es da Streit gibt, wer daheim bleiben darf? „Da gibt es unterschiedliche Einstellungen“, sagt Süß. „Manche wollen unbedingt zu Hause sein, manche nehmen lieber die Zuschläge mit, die für die Feiertags-Arbeit gezahlt werden.“

Neben den „Jungs am Pult“ gibt es laut Süß auch noch das Werkstatt-Team mit knapp 20 Leuten im Bereitschaftsdienst. „Die haben unter Umständen mehr zu tun, wenn das Kraftwerk nicht läuft“, sagt Süß. „Das klingt vielleicht paradox, aber ein Motor kann ja auch nur repariert werden, wenn das Auto steht.“

Ob das Kraftwerk Strom produziert oder herunter gefahren wird, entscheidet sich oft kurzfristig. Festgelegt wird das laut Süß von den Stadtwerken in Hannover - die Entscheidung hängt unter anderem davon ab, wie viel Strom die Windräder gerade produzieren. Wird das Kohlekraftwerk für eine Weile vom Netz genommen, können Reparaturen erledigt werden - und der Bereitschaftsdienst wird angerufen. „Die Mitarbeiter kriegen natürlich so früh wie möglich Bescheid“, sagt Süß. „Aber es kann auch vorkommen, dass jemand anruft und sagt: Du musst in einer Stunde hier sein.“ Die Flasche Wein zur Weihnachtsgans ist deshalb tabu.

Während der Festtage im Dienst sind auch die Angestellten der Zuckerfabrik in Clauen. Rund um die Uhr wird dort Zucker hergestellt - die Anlieferung der Rüben wird aber für zwei Tage unterbrochen, damit die Lkw-Fahrer mit ihren Familien feiern können. Auf dem Hof der Fabrik liegt deshalb schon jetzt ein großer Rüben-Vorrat für die Feiertage.

sur

Feuerwehr und DRK: Retter kennen keine Feiertage

Ob sie Brände löschen oder Verletzte versorgen, ob sie ehrenamtlich im Einsatz sind oder hauptberuflich: Auch Rettungssanitäter und Feuerwehrleute arbeiten an den Feiertagen.

„Heiligabend ist für uns ein Arbeitstag wie jeder andere auch“, sagt Stefan Fries, stellvertretender Leiter des DRK-Rettungsdienstes. 24 Stunden am Tag ist der Notarztwagen im Einsatz, ebenso die beiden Rettungswagen, von denen einer in Hohenhameln stationiert ist.

Von den derzeit 23 hauptberuflichen Mitarbeitern des DRK-Rettungsdienstes müssen zehn an den Feiertagen arbeiten, sie wechseln sich in Zwölf-Stunden-Schichten ab: Fünf Rettungssanitäter und -assistenten sind für die Tagschicht eingeteilt, fünf für die Nacht.

„Was man lieber macht, ist Typsache“, sagt Fries. „Wer kleine Kinder hat wie ich, nimmt meist lieber die Nachtschicht. Dann kann man tagsüber mit den Kindern zusammen sein.“

Auch Lutz Herrmann und Achim Mingramm müssen an Heiligabend und an den Feiertagen arbeiten. „Für uns fällt Weihnachten aus“, sagt Mingramm, der das Fest lieber mit seinen fünf Enkeln verbracht hätte. „Aber so ist das eben in unserem Beruf.“ Besonders stressig ist die Arbeit an Weihnachten aber nicht für die Retter – erfahrungsgemäß sei nicht mehr los als sonst, sagt Fries. „Die Sportunfälle werden weniger, dafür gibt es vielleicht ein paar mehr Verkehrsunfälle – das hängt aber auch sehr vom Wetter ab“, sagt er.

Auch für die Feuerwehr ist es an Weihnachten vergleichsweise ruhig, sagt Hohenhamelns Gemeindebrandmeister Günther Becker. Dass in jedem Dorf ein Tannenbaum Feuer fängt, ist zum Glück ein Klischee – „aber natürlich waren wir auch Heiligabend schon unterwegs“, sagt Becker. Etwa vor sechs Jahren, als an Heiligabend ein Kalkofen der Zuckerfabrik Clauen brannte.

Wenn so etwas passiert, sind erfahrungsgemäß auch an Weihnachten genug Helfer zur Stelle – oder gerade an Weihnachten, weil die meisten Feuerwehrleute an den Feiertagen nicht arbeiten müssen. Einen „Dienstplan“ braucht die Feuerwehr deshalb nicht – und auch keine Absprachen, wer Alkohol trinken darf und wer nüchtern bleiben muss, um im Ernstfall den Einsatzwagen zu lenken. „Es gibt auch so genug Feuerwehrleute, die kaum Alkohol trinken“, sagt Becker. Weiße Weihnachten wünscht er sich aber lieber nicht: Für die Kinder sei das zwar toll – aber nicht für die Feuerwehr. Zu viele Verkehrsunfälle.

Dem DRK machen Schnee und Glätte ebenfalls zu schaffen. Nicht nur, weil dann mehr Menschen ausrutschen oder mit dem Auto im Graben landen. Auch der Rettungswagen ist bei glatter Straßen schwerer zu steuern – und braucht länger zum Einsatzort. sur

Gottesdienste im Stundentakt: Pastoren sind im Festtags-Stress

„Weihnachten ist unsere Hauptarbeitszeit“, sagt Hohenhamelns Pastor Hans Schweda. Der Gottesdienst gehört für viele zum Fest dazu, die Dorfkirchen sind voll. Für die Pastoren ist es deshalb undenkbar, über Weihnachten wegzufahren, etwa um die Familie zu besuchen. „Und den Küstern geht es genauso“, betont Schweda. „Die sind bei den Gottesdiensten ja auch dabei. Außerdem schmücken sie den Weihnachtsbaum und stellen die Krippe auf – da ist auch vor den Feiertagen eine ganze Menge zu tun.“

Schweda selbst hält über die Feiertage acht Gottesdienste: Vier an Heiligabend und jeweils zwei am ersten und zweiten Weihnachtstag. „Danach ist man schon erschöpft“, sagt der Pastor. Am Nachmittag des 24. Dezember steigt er im Stundentakt auf die Kanzel: Um 15.30 Uhr beginnt in Hohenhameln die Christvesper für Kinder, um 16.30 Uhr folgt jene für Erwachsene. Gleich im Anschluss fährt Schweda zum Gottesdienst nach Clauen, der um 17.30 Uhr beginnt. „Das ist eng getaktet, mit Absicht“, sagt Schweda. Schließlich will auch er Heiligabend feiern – mit seiner Frau, den Schwiegereltern und den Söhnen, die zu Besuch kommen.

Viel Zeit bleibt dafür aber nicht: Schließlich beginnt um 22.30 Uhr die Christmette. Dann steht Schweda wieder auf der Kanzel – und seine Kinder sitzen in der Kirche und hören zu.

sur

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