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Rübenroder-Erfinder stammt aus Harber

Harber Rübenroder-Erfinder stammt aus Harber

Harber. Der moderne Rübenroder wurde in Harber erfunden: Vor mehr als 80 Jahren ersann Otto Wilke den sogenannten Igeltaster, um die Rüben gleich bei der Ernte zu köpfen - ein enormer technischer Fortschritt. Doch mit seinem Lebenswerk wurden andere reich

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Rübenroder früher: Die erste „Vollerntemaschine“ wurde in Harber erfunden, heute sind die Maschinen deutlich monströser.

Quelle: oh

„Mein Großvater war immer am Tüfteln“, sagt Eva Büttner. Zu Kriegszeiten wuchs sie im Haus ihrer Großeltern auf und saß oft daneben, wenn Otto Wilke technische Zeichnungen anfertigte - so manches Originaldokument besitzt die Enkelin noch heute.

Dabei war Wilke kein Ingenieur, er war Landwirt. Zu seiner Zeit war die Rübenernte schwere Handarbeit: Mit bloßer Muskelkraft stach man den Rüben-Zieher, auch „Gribbel“ genannt, in die Erde und zog jede Frucht einzeln heraus. „So hat man noch Anfang des 20. Jahrhunderts Rüben geerntet“, sagt der Heimatforscher Rolf Ahlers.

In den 1920er Jahren kam dann ein einfacher Rübenpflug zum Einsatz, der von Pferden gezogen wurde. Und 1932 meldete Wilke das Patent für seine Maschine an, an der er fast zwölf Jahre lang getüftelt hatte: Seine Erfindung hob die Rüben nicht nur aus der Erde, sondern schnitt auch gleich mechanisch das Blatt ab - der erste moderne Rübenroder war geboren, eine sogenannte „Vollerntemaschine“.

„Vorher waren das Ernten und das Köpfen der Rüben zwei Arbeitsgänge. Wilkes Innovation war es, sie zusammenzuführen“, erklärt Ahlers. Die neue Maschine schaffte die Arbeit zehnmal so schnell wie zuvor, schätzt der Heimatforscher. Ahlers hat sich ausführlich mit Otto Wilkes Lebenswerk beschäftigt, in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Braunschweigische Heimat“ hat er einen ausführlichen Artikel über den Erfinder aus Harber veröffentlicht.

Das Herzstück von Wilkes Erfindung war der sogenannte Igeltaster: Er sorgt dafür, das die Rübe genau am Blattansatz geköpft wird. Das Rad mit den vielen Metallstiften tastet den Rübenkopf ab, ein Messer schneidet das Blatt an der richtigen Stelle ab. Der Prototyp des Igeltasters steht noch immer in einer Scheune in Harber - auf dem Hof, der einst Otto Wilke gehörte. Dort lebt heute sein Urenkel Cord Büttner, der das verrostete Maschinenteil beim Aufräumen wiederentdeckt hat. Die komplette Maschine ist aber nicht mehr im Original erhalten: Nach dem zweiten Weltkrieg beschlagnahmten die Alliierten sämtliche deutschen Patente. Auch Wilke verlor sein Rübenroder-Patent - und musste die Maschine zerstören. Die Einzelteile versteckte er offenbar in der Scheune.

„Wir hätten das Patent zurückkaufen können, aber es war kein Geld da“, sagt Eva Büttner, Wilkes Enkelin. Ohne das Patent hatte Wilke auch nichts von seiner Erfindung - mit dem Bau von Rübenrodern wurden andere reich. „Für ihn ist nichts geblieben außer der Ehre und viel Arbeit“, sagt Ahlers.

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Tüftler fütterte seine Pferde per Zeitschaltuhr

Otto Wilke aus Harber hat nicht nur den Rübenroder erfunden: Mit seinen Tüfteleien versuchte er ständig, sich die Arbeit auf dem Hof zu erleichtern. Unter anderem programmierte er eine Art Zeitschaltuhr für den Pferdestall: „Früher mussten die Pferde zwei bis drei Stunden vor der Arbeit gefüttert werden“, erzählt Cord Büttner, der ebenfalls Landwirt ist – wie einst sein Urgroßvater Otto Wilke.

Wilke habe damals einen Wecker so umgebaut, dass der Weckmechanismus einen Kontakt auslöste, der wiederum die Futterschleuse öffnete. „So konnte er das Geld sparen für einen Knecht, der die Pferde füttert“, sagt Cord Büttner. Eine weitere Erfindung Wilkes ist der sogenannte Ährenheber: „Der ist heute an jedem Mähdrescher vorn dran“, weiß sein Urenkel. Die Vorrichtung hebt Getreidehalme an, die der Wind umgeweht hat – so lassen sie sich besser abschneiden.

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